Siemens erwägt Abschaffung von Aktienoptionen für Manager

9. Juni 2003, 16:07
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"Ich denke, wir haben den Untergang der Aktienoptionen gesehen"

Frankfurt/London - Der Münchener Technologiekonzern Siemens erwägt auf Grund von neuen Verhaltenskodex-Regeln die Abschaffung von Aktienoptionen für Führungskräfte.

Eine Entscheidung solle nach Überprüfung der neuen Regeln bis Ende September fallen, sagte Siemens-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger der "Financial Times" (Montagausgabe). "Ich denke, das Ergebnis könnte sein, dass wir uns entscheiden, auf die Optionen insgesamt zu verzichten", sagte Neubürger. Anstelle der Aktienoptionen könnten dann gewöhnliche Aktien treten. Neubürger begründete die Überlegungen mit den hohen Kosten und der komplexen Verwaltung von Aktienoptionen, die bei Anwendung der neuen Verhaltenskodex-Regeln entstehen würden.

Begrenzungsmöglichkeit

Die Regierungskommission Coporate Governance Kodex hatte Ende des vergangenen Monats ihre Empfehlungen ergänzt, wonach nun eine Begrenzungsmöglichkeit für Aktienoptionen besteht. Zudem wurden die Voraussetzungen für eine Ausübung der Aktienoptionen neu definiert. Nach den von der Kommission entworfenen Regeln sollen Aktienoptionspläne künftig nicht mehr an der absoluten Entwicklung einer Aktie orientiert sein, sondern an der Entwicklung des Dividendenpapiers im Vergleich zu Branchenindizes.

Die meisten deutschen Unternehmen mit einer Börsennotierung in den USA haben Aktienoptionspläne, die auf der absoluten Entwicklung einer Aktie basieren. Bis vor kurzem mussten die Kosten für diese Pläne nach US-Bilanzierung nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung auftauchen.

"Wir können nicht mehrere Pläne haben - das wäre zu kompliziert", sagte Neubürger der Zeitung. "Und unsere US-Mitarbeiter würden niemals Aktienoptionspläne nach den neuen Regeln akzeptieren. Ich denke, wir haben den Untergang der Aktienoptionen gesehen", fügte er hinzu. (Reuters)

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