Erste Details zu Codeüberschneidungen zwischen Unix und Linux

9. Juni 2003, 14:49
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An den Kommentaren soll der "Diebstahl" bewiesen werden - Zweifel an der Beweiskräftigkeit

SCO hat im Streit um die angebliche Verwendung von geschütztem Unix-Source-Code im Linux Kernel nun ersten AnalystInnen - ProgrammiererInnen sollen nächste Woche folgen - Einblick in die beanstandeten Code-Teile gegeben. Wie berichtet wird sollen die Überschneidungen vor allem an den Kommentaren zum Code festgemacht werden, da diese eindeutiger als Kopie fest machbar sind als der Code selber, der in kleinen Bereichen ja auch aus Zufall ident sein kann.

Beweise?

So meint auch Richard Claybrook, der für die Marktforscher von der Aberdeen Group die Linux-Strategie von IBM beobachtet, zwei Blöcke mit bis zu 80 Zeilen Länge ausgemacht zu haben, die in beiden Produkten ident seien. Unklar bleibt aber weiter, wie SCO beweisen möchte, das die Kommentare von Unix zu Linux gewandert sind, und nicht umgekehrt, oder der Code sogar aus einer dritten Quelle stammt. Ein zusätzliches Problem bei den Aussagen der AnalystInnen besteht darin, dass sie zuvor ein Non Disclosure Agreement mit SCO unterzeichnen müssen, dass es de facto unmöglich macht Aussagen zur Causa ohne Genehmigung des Softwareherstellers zu tätigen.

Propagandaschlacht

Unterdessen legt SCO noch ein Schäufelchen nach, Firmenchef McBride hat am Freitag in einer Telekonferenz erklärt, das mit den neuen Entwicklungen die Schadensersatzforderung von 1 Milliarde US-Dollar zu niedrig angesetzt sei, und der tatsächlich - im Falle eines juristischen Sieges - zu zahlende Betrag wesentlich höher sein werde. (apo)

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