Der Leidensweg der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi

9. Juni 2003, 11:14
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Rangun - Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Symbolfigur der burmesischen Demokratiebewegung, Aung San Suu Kyi, ist von den Militärmachthabern des südostasiatischen Landes seit 1989 mehrfach inhaftiert worden. Die wichtigsten Stationen ihrer politischen Laufbahn:

April 1988 - Die am 19. Juni 1945 geborene Aung San Suu Kyi, Tochter des ermordeten Freiheitshelden General Aung San, kehrt nach längerem Auslandsaufenthalt nach Burma (Myanmar) zurück, wo Studenten gegen die 26-jährige Diktatur von General Ne Win protestieren. Dieser tritt im Juli zurück.

25. Aug. 1988 - Mit ihrer ersten politischen Rede für Demokratie und Menschenrechte setzt sich Suu Kyi an die Spitze der Volksbewegung gegen die Diktatur.

18. Sept. 1988 - Nach blutig niedergeschlagenen Massenprotesten mit Hunderten von Toten putscht die Armee unter General Saw Maung und erlässt ein Parteienverbot.

20. Juli 1989 - Suu Kyi, die an die Spitze der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) getreten ist, wird nach öffentlicher Kritik an den Militärmachthabern in Rangun unter Hausarrest gestellt.

27. Mai 1990 - Die Militärführung lässt Wahlen zu einer Konstituierenden Nationalversammlung zu, die die NLD mit Vierfünftelmehrheit gewinnt. Das Militär verhindert aber die Einberufung des Parlaments und verbietet im Dezember die NLD.

14. Okt. 1991 - Aung San Suu Kyi erhält den Friedensnobelpreis zugesprochen, darf ihn aber nicht persönlich entgegen nehmen. Zuvor hatte ihr das Europaparlament den Sacharow-Preis verliehen.

26. Sept. 1992 - Die Militärregierung hebt das Kriegsrecht auf. Suu Kyi bleibt aber unter Hausarrest.

20. Mai 1993 - US-Präsident Bill Clinton fordert die Militärführung zur Aufhebung des Hausarrests auf.

20. Sept. 1994 - Der Chef der Militärjunta General Than Shwe trifft mit Suu Kyi zusammen.

10. Juli 1995 - Der Hausarrest für Aung San Suu Kyi wird nach fast sechs Jahren aufgehoben.

29. Sept. 1996 - Nach neuen NLD-Protesten verstärkt die Militärjunta wieder ihren Druck auf die NLD. Suu Kyis Haus wird abgeriegelt, ihre Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

24. Aug. 1998 - Suu Kyi bricht nach zwei Wochen eine Protestaktion gegen das Militärregime ab.

28. März 1999 - Suu Kyis Ehemann, der britische Universitätsprofessor Michael Aris stirbt in London an Krebs.

22. Sept. 2000 - Suu Kyi wird nach einem vergeblichen Versuch, die Hauptstadt Rangun zu verlassen, faktisch wieder unter Hausarrest gestellt.

16. Jan. 2001 - Die burmesische Militärjunta erklärt sich zum Dialog mit der Demokratiebewegung bereit.

6. Mai 2002 - Die Militärjunta entlässt Aung San Suu Kyi ohne Bedingungen aus dem Hausarrest.

30. Mai 2003 - Auf einer Reise im Norden des Landes wird Suu Kyi nach Zusammenstößen zwischen NLD-Anhängern und Junta-Gefolgsleuten erneut festgenommen. (APA)

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