Tschetschenien: Erster Rebell stellt sich

9. Juni 2003, 13:22
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Zuvor hatte Moskau eine begrenzte Amnestie beschlossen - Sechs Tote bei neuen Angriffen

Wladikawkas - Nach der Zustimmung des russischen Parlaments zu einer beschränkten Amnestie für tschetschenische Rebellen hat sich Militärangaben zufolge der erste Separatist gestellt. Ein Mann aus der Ortschaft Serschen-Jurt südöstlich von Grosny habe Kontakt zu den Behörden aufgenommen und sein Gewehr übergeben, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag einen Militärsprecher. Nun würden die Angaben des Mannes geprüft, dass er nicht in Terrorakte verwickelt gewesen sei.

Das Moskauer Parlament hatte am Freitag die von Präsident Wladimir Putin vorgeschlagene begrenzte Amnestie für tschetschenische Rebellen beschlossen. Die Amnestie gilt für Rebellen, die ihre Waffen bis zum 1. September abgeben. Sie gilt auch für russische Soldaten in Tschetschenien, denen Menschenrechtsorganisationen schwere Verbrechen an der Zivilbevölkerung vorgeworfen haben. Ausgenommen bleiben Personen, die des Mordes, der Entführung, Vergewaltigung oder anderer schwerer Verbrechen schuldig sind, sowie Ausländer. Auch die versuchte Tötung russischer Polizisten und Soldaten ist ein Ausschlussgrund.

Neue Rebellenangriffe

Tschetschenische Rebellen haben bei Partisanenangriffen in der abtrünnigen Kaukasusrepublik nach offiziellen Angaben sechs russische Soldaten und Polizisten getötet. Zwei Soldaten und ein Polizist starben bei einem Feuergefecht nahe des Dorfes Prawobereschnoje am Fluss Terek, wie das Innenministerium von Tschetschenien am Montag mitteilte. Ein Polizist wurde in der Hauptstadt Grosny erschossen. Zwei weitere seien bei einer Bombenexplosion im Berggebiet von Wedeno ums Leben gekommen, meldete die Agentur Interfax nach diesen Angaben.

Unabhängige Berichte aus dem Gebiet gab es nicht. Bereits über das Wochenende hatten russische Medien über verstärkte Kämpfe in Tschetschenien berichtet. (APA/AP)

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