Pakistan: Elf Polizeischüler erschossen

8. Juni 2003, 18:52
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Religiös motivierter Anschlag vermutet

Quetta - Bewaffnete Männer haben in der pakistanischen Stadt Quetta auf eine Gruppe Polizisten geschossen und mindestens elf Beamte getötet. Die Behörden erklärten, die beiden Männer hätten von Motorrädern aus mit Maschinengewehren das Feuer eröffnet.

Zehn Polizisten seien sofort tot gewesen, ein weiterer sei später seinen Verletzungen erlegen. Neun Beamte wurden verletzt.

Tote waren Polizeischüler

Nach amtlichen Angaben fuhren die Angreifer auf Motorrädern an den Lieferwagen heran, auf dessen Ladefläche die Polizeischüler saßen. Ein Motiv für die Bluttat war zunächst unklar. Es gab jedoch Vermutungen, dass es sich um ein religiös motiviertes Verbrechen handeln könnte.

Wie der örtliche Stammesführer der Hazara, Sardar Musa, erklärte, gehörten die Opfer zu seinem Stamm, der sich überwiegend aus schiitischen Muslimen zusammensetzt. Diese sind schon häufig von extremistischen Sunniten angegriffen worden. Rund 80 Prozent der Pakistaner sind sunnitischen Glaubens, leben jedoch bis auf wenige Ausnahmen friedlich mit den Schiiten zusammen. In Quetta nahe der Grenze zu Afghanistan war dies allerdings schon der dritte Anschlag binnen zehn Tagen.

Einem Polizeisprecher zufolge wurden bei dem Überfall zehn Polizeischüler auf der Stelle getötet, ein elfter erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Neun Beamtenanwärter wurden verletzt. (APA/AP)

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