Algerien: Kein Kontakt zu den Entführern

8. Juni 2003, 16:47
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Belkhadem will alles zu Rettung der 15 Geiseln unternehmen

Algier/Paris - Die algerische Regierung hat nach Angaben von Außenminister Abdelaziz Belkhadem keinerlei Kontakt zu den Entführern der 15 europäischen Sahara-Touristen. Wie die algerische Presse am heutigen Sonntag berichtete, betonte der Minister erneut, Algerien werde alles unternehmen, um das Leben der Geiseln zu retten. Er stehe in engem Kontakt zu den Regierungen der betroffenen Länder. Auch Präsident Abdelaziz Bouteflika hatte betont, er wolle zur Befreiung der Europäer jedes Mittel ausschöpfen und den Entführern freies Geleit geben.

15 Urlauber - zehn Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer - werden derzeit noch in der algerischen Sahara vermisst. Sie sollen sich in der Gewalt islamistischer Extremisten befinden, die sich vermutlich in der Bergregion von Tamelrik nahe der Grenze zu Libyen verschanzt haben. Die ersten Wüstenurlauber waren schon vor gut drei Monaten verschleppt worden. 17 Geiseln, darunter zehn Österreicher, wurden Mitte Mai vom algerischen Militär befreit.

Laut einem Bericht der algerischen Zeitung "Le Matin" soll am Montag militärisches Gerät aus Deutschland in der Hauptstadt Algier eintreffen, um die Armee bei ihrer Suche nach den Geiseln zu unterstützen. Unter anderem handle es sich um Aufklärungsflugzeuge und unbemannte Drohnen, schreibt "Le Matin". Das Außenministerium in Berlin hat solche Berichte bisher nicht bestätigt. (APA/dpa)

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