Machtkampf in russischer Rüstungsindustrie fordert neues Opfer

8. Juni 2003, 16:44
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Chef eines Konzerns in Moskau erschossen

Moskau - Dem blutigen Verteilungskampf in der russischen Rüstungsindustrie ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ein Betriebsdirektor zum Opfer gefallen. Unbekannte Täter erschossen in der Nacht zum Sonntag bei Moskau den Chef des "Rotek"-Konzerns, Sergej Schtschitko. Sein Unternehmen hatte zur Holding "Almas-Antej" des am Freitag ebenfalls auf offener Straße in Moskau erschossenen Direktors Igor Klimow gehört.

Branchenkenner vermuten hinter den jüngsten Auftragsmorden einen blutigen Machtkampf, nachdem Präsident Wladimir Putin vor einem Jahr eine Neuordnung in der Rüstungsindustrie angekündigt hatte. Der mehrheitlich vom Staat kontrollierte Konzern "Almas Antej" soll eine führende Rolle beim Aufbau der neuen Raketen- und Flugabwehr Russlands spielen. Nach Schätzungen lassen sich mit diesem Exportsegment der russischen Rüstungsindustrie jährlich bis zu 2,5 Milliarden Euro umsetzen. (APA/dpa)

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