Nachweis von Blutdoping durch Urinprobe

8. Juni 2003, 22:27
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Welt-Anti-Doping-Agentur hat Analysemethode anerkannt

Montreal - Das verbotene Blutdoping kann künftig allein durch einen Urintest nachgewiesen werden. Eine entsprechende Analysemethode hat das Exekutivkomitee der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auf seiner Sitzung am Samstag in Montreal anerkannt.

Bisher konnte das so genannte EPO-Doping nur mit einer Kombination aus Blut- und Urintest rechtlich abgesichert festgestellt werden. "Das ist ein wichtiger Schritt im Bestreben, die Test-Strategie noch zu verbessern", erklärte der wissenschaftliche Direktor der WADA, Olivier Rabin.

Finanzielle Situation macht Sorgen

Sorgen bereitet WADA-Präsident Richard Pound weiter die finanzielle Situation der 1999 geschaffenen Weltorganisation. Für das Jahr 2003 hat die WADA nach eigenen Angaben erst 6,5 Millionen Dollar, etwa 30 Prozent des mit 20,235 Millionen veranschlagten Budgets, erhalten.

Angesichts der prekären Lage hat das Exekutivkomitee beschlossen, keine Zusagen für weitere Vorhaben zu geben, bis nicht weitere sieben Millionen Dollar eingegangen sind. "Es ist wirklich entmutigend, das wir nicht in der Lage sind eine Reihe unserer Verpflichtungen zu erfüllen, weil unsere Mitgesellschafter ihre Beiträge nicht zur rechten Zeit zahlen", sagte Pound.

Zahlungsmoral besorgniserregend

Besorgniserregend ist vor allem die Zahlungsmoral der Regierungen, die fünfzig Prozent der Sitze haben und für die Hälfte des Etats aufkommen. Zu den Ländern, die ihre Beiträge für 2003 entrichtet haben, gehören Australien, Großbritannien und Kanada, teilte die WADA mit. Europa hat hingegen erst 2,1 der 4,8 Millionen Dollar überwiesen, die USA hat bisher noch keine Zahlung geleistet. Dagegen hat Russland den vollen Betrag von rund 600.000 Dollar bereits überwiesen.

Besser voran geht es mit der Anerkennung des im März verabschiedeten Welt-Anti-Doping-Codes. Bisher haben dreißig internationale Sportorganisationen den Kodex unterzeichnet und 64 Regierungen ihn als Grundlage für den Kampf gegen Doping anerkannt. "Ich bin sehr erfreut über den Fortschritt, den es bei der Akzeptanz des Codes gibt", sagte Pound. (APA/dpa)

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