Irakischer General: Bagdad ließ lediglich an Kampfstoffen forschen

8. Juni 2003, 13:22
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Anlagen sollten auf neuestem Stand gehalten werden, damit nach Sanktions-Aufhebung Massenvernichtungswaffen hätten produziert werden können

London/Bagdad - Die gestürzte irakische Regierung von Saddam Hussein hat einem irakischen Geheimdienstgeneral zufolge zwar Labors zur Forschung an Bio- und Chemiewaffen betrieben, aber keine Kampfstoffe entwickelt. "Es war alles nur Theorie", wurde der namentlich nicht genannte General am Sonntag von der britischen Zeitung "Sunday Times" zitiert.

Anlagen in Stand gehalten

Ziel sei gewesen, die Anlagen auf dem neuesten Stand zu halten, damit etwa nach einer Aufhebung der UNO-Sanktionen schnell Massenvernichtungswaffen hätten produziert werden können, sagte der General, der für die Beschaffung von Materialien für das 1996 aufgenommene Forschungsprogramm zuständig gewesen sein soll. Die Labors seien in Kellerräumen rund um die Hauptstadt Bagdad versteckt.

Die britischen und US-Besatzungstruppen im Irak riefen Wissenschaftler, Militärs und ranghohe Ex-Baath-Parteimitglieder auf, Informationen über Waffenprogramme abzuliefern. "Die Koalition weiß, dass viele von Ihnen dazu gezwungen wurden, unter diesem Programm zu arbeiten", hieß es im Rundfunk der Besatzungstruppen. "Deshalb brauchen Sie keine Angst zu haben."

Sollten die Hinweise zum Aufspüren von Bio- oder Chemiewaffen führen, stellte das Radio den Irakern eine Belohnung in Aussicht. Die USA und Großbritannien hatten den Krieg vor allem mit angeblichen Massenvernichtungswaffen begründet. Bisher wurde im Irak aber nichts gefunden. (APA/AFP)

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