Salzburg: Alarmierende Zahl an Suchtbabys

8. Juni 2003, 13:31
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Dreihundert suchtgeschädigte Kinder kommen jährlich zur Welt - Land startet Aufklärungskampagne für werdende Eltern

Salzburg - Alarmierende Zahlen über Suchtbabys nennt die Neonatologie im Landeskrankenhaus Salzburg: 300 Kinder kommen jedes Jahr in Salzburg suchtgeschädigt zur Welt, weil ihre Mutter während der Schwangerschaft Drogen oder übermäßig viel Alkohol oder Nikotin konsumiert hat, berichtete der ORF Salzburg am Sonntag auf seinem Online-Portal ORF ON.

Im schlimmsten Fall kommen diese Babys missgebildet zur Welt, häufig sind sie Frühgeburten mit der Gefahr einer späteren Behinderung. Bereits in den ersten Lebenswochen zeigen diese Neugeborenen klassische Entzugserscheinungen, berichtete Andre Golser, Kinderarzt auf der Neonatologie. "Sie können Krampfanfälle bekommen, neigen zu Erbrechen und Durchfall, haben Blutdruckprobleme und Temperaturprobleme", so Golser.

Ein Drink täglich schon gefährdend

Fünf Drogenbabys wurden heuer bereits auf der Neonatologie behandelt. Ähnlich drastische Folgen wie der Konsum harter Drogen kann aber auch der Konsum von Nikotin oder Alkohol während der Schwangerschaft haben. "Bei Alkohol kann man sagen, dass ein Drink täglich, und zwar egal, ob das ein Glas Bier, ein Glas Wein oder ein Glas Sekt ist, schon gefährdend ist", sagt Golser.

Das Land Salzburg plant nun für werdende Eltern eine Informationskampagne, kündigte Spitals-Landesrätin Maria Haidinger (V) an, die selbst Gynäkologin ist. "Schwangere Frauen wissen oft nicht, wie gefährlich Alkohol und Nikotin für das Ungeborene sind. Hier tut Aufklärung not", sagt Haidinger. (APA)

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