Schottland soll 2014 über Unabhängigkeit abstimmen

10. Jänner 2012, 20:03

Regionalregierung gab Zeitplan für Referendum bekannt

London/Edinburgh - Die Schotten sollen nach den Willen ihrer Regionalregierung im Herbst 2014 über die Unabhängigkeit von Großbritannien abstimmen. Den Zeitpunkt gab die stellvertretende Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon am Dienstag in Edinburgh nach einer Sitzung des regionalen Kabinetts bekannt.

Zuvor hatte der britische Schottland-Minister Michael Moore erklärt, die schottische Regionalregierung könne aus rechtlichen Gründen nicht im Alleingang zu einem Volksentscheid über die Unabhängigkeit aufrufen.

Westminister biete den Schotten aber an, innerhalb eines Zeitfensters von etwa 12 bis 18 Monaten ein Referendum unter bestimmten Voraussetzungen abzuhalten.

"Schottland als Nation"

Der schottische Ministerpräsident Alex Salmond wies dies in der BBC zurück. Schottland werde sich nicht von London aus die Bedingungen diktieren lassen. "Diese Zeiten sind vorbei", sagte Salmond dem Sender. Die Frage der Unabhängigkeiten sei "für Schottland als Nation" eine der wichtigsten Fragen der zurückliegenden Jahrhunderte.

Die Schottische Nationalpartei SNP, die die Regionalwahlen im Mai klar für sich entschied und mit absoluter Mehrheit die Regionalregierung in Edinburgh stellt, steht für die Unabhängigkeit Schottlands.

Vor allem über die Wirtschafts-, Europa und Verteidigungspolitik gibt es Streit mit London. Der britische Premierminister David Cameron möchte nicht, dass Großbritannien auseinanderdriftet. Die britische Union aus England, Nordirland, Wales und Schottland sei "eine der erfolgreichsten Partnerschaften der Weltgeschichte", sagte er am vergangenen Wochenende. (APA)

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Jedes Konstrukt das "Union" oder "United" beinhaltet scheint nicht von Dauer zu sein...

>eine der erfolgreichsten Partnerschaften der Weltgeschichte"

stimmt,unter der knute der engelländer.warum ist dann das empire so kläglich auseinandergebrochen???? weil es etwa für die afrikaner,inder,pakistanis,Aborigines das paradies auf erden war ?

Tja, Herr Cameron, so ist das halt mit den Extrawürsten. So wie Sie der EU auf der Nase herumzutanzen pflegen, so wird ihnen nun von Schottland auf der Nase herumgetanzt.

haha, Cameron dürfte echt der Oberstratege sein, lässt keine Wand aus, gegen die man rennen und sich blutige Nase holen kann ;-) http://www.focus.de/politik/a... 01863.html

was spricht dagegen?

als sich die teilrepubliken jugoslawiens - und zuletzt der kosovo - ihre unabhängig erklärten gab es doch auch kein "das dürft ihr nicht" aus london

An die eigene Nase fassen

Erheiternd zu sehen wie einige Österreicher als Angehörige eines Staates, der sich selbst von einem größeren Ganzen gelöst und eine wirtschaftlich erfolgreiche, wenn auch politisch impotente und politisch-kulturell vielfach etwas provinzielle Eigenexistenz aufgebaut hat, den Schotten den Wunsch nach Unabhängigkeit ausreden möchten.

Österreich hat "sich selbst von einem größeren Ganzen gelöst"?

Ich kann Ihnen dringend raten, die Geschichte der 1. Republik zu wiederholen. Österreich war bekanntlich der Rest, der übrigblieb, nachdem sich andere Staaten aus einem "größeren Ganzen" verabschiedet hatten. Und es gab bis in die 1960er Jahre hinein keine Mehrheit in Österreich, die Österreich tatsächlich als selbständige Nation verstanden hätte.

Ich hatte ein anderes "größeres Ganzes" im Sinn. Nicht das habsburgische, Sie wissen schon, eben das andere, dessen älteste Ursprünge ungefähr zwischen 843 und 911 zu suchen sind...

Das darf man aber nicht sagen!

Dieses diutiske Ganze, das Sie vermutlich meinen,

hatte ja wohl auch das weitgehend großdeutsch und damit anti-österreichisch gesinnte Bürgertum bis weit hinein in die damaligen Sozialisten spätestens seit der narzisstischen Kränkung von 1866 im Sinn. Die im Vertrag von St Germain verbotene Formulierung von Art. 2 des "Gesetzes über die Staats- und Regierungsform von Deutschösterreich" und der ebenfalls verbotene gewählte Staatsname spricht da Bände: "Deutschösterreich ist ein Bestandteil der Deutschen Republik...". Eine Staatsverfassung, die in Artikel 2 Selbstmord begeht.

Poblachd na h-Alba

Klingt als Ländername nicht schlecht

"eine der erfolgreichsten Partnerschaften der Weltgeschichte"

nö, eine der blutigsten Partnerschaften der Weltgeschichte

So erfolgreich, das die Iren damals das weite suchten.

Kreuzdonnerwetter nu mal,

das durften die DDR Bürger nischt; sie wurden zwangsbeglückt...mit Westmark und Bananen.

Sie haben in einer freien Wahl ein Parlament gewählt, das

dem Einigungsvertrag mit überwältigender Mehrheit zugestimmt hat.

Umgekehrt ist es richtig:

Die richtigen Deutschen wurden gar nicht gefragt, ob sie die Zonis überhaupt haben wollen.

Ich kenne aber niemanden der 1989 gegen die Osterweiterung war, zumal ja auch blühende Landschaften in Aussicht gestellt wurden. Jedoch war es doch Dauer-Buhamnn Lafontaine der sich gegen eine schnelle Wiedervereinigung aussprach und auch dafür harsche Kritik einstecken musste.

Um Engelland wirds einsam

das einst so erfolgreiche emipre. das der wohlsatnd auf ausbeutung und plünderung seiner kolonien herstammt verschweigt man allzugern.Nun neigt sich eine 300 jährige epoche ihrem ende zu und das ist auch gut so.Wales und Nordirland werden bald den schotten folgen und dann ist man eben nur ein ganz normales kleines land am rande europas.nicht mehr und nicht weniger. Wünsche den Schotten viel glück

Nord-Irland existiert, weil sie nicht zu den Iren wollen.

Die sind teilweise freiwillig in der Union (kommt darauf an, wen man fragt).
Aber ich vermisse Cornwall in der Auflistung.

vollkommen falsch

er wohlstand englands beruhte auf seiner fortschrittlichkeit. jahrhundertelang kamen praktisch alle relevanten erfindungen und entwicklungen von da.

vollkommen richtig

und woher kammen die rohstoffe für die so tollen erfindungen? sklaven?

in england

gab es nie sklaven. die rohstoffe (kohle, eisen) hatten sie selber.

wieso

Die Vereinigten Staaten von Nordamerika ohne Kanada, gehören doch noch immer dem Königshaus.

jo, man muss die engländer nicht gern haben.
nur, auch ohne schottland und wales sind sie groß genug (mind. nr 4 oder 5 in der eu)
selbstständigkeit nordirlands halte ich für unwahrscheinlich. deren existenz beruht ja auf der tatsache dass sie "engländer" sind.

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