Tempo 30: Bezirke und Öffis wollen sich nicht ausbremsen lassen

10. Jänner 2012, 19:19

Manche Bezirke lockt nicht einmal das finanzielle Zuckerl, das die Stadt anbietet

Wien - Bei der Einführung der 30-km/h-Zonen wollen die Grünen Tempo machen. Beginnend mit diesem Jahr sollen in ganz Wien in Wohngebieten weitere Straßen nur noch mit 30 Stundenkilometern befahren werden dürfen. Wie im rot-grünen Koalitionsabkommen festgehalten, will man so Verkehrsberuhigung und eine Erhöhung der Sicherheit erreichen.

"Dass es mit der Verordnung der Geschwindigkeitsbeschränkungen allein noch nicht getan ist, ist klar", sagt Verkehrssprecher Rüdiger Maresch. Denn viele Autofahrer würden sich schlicht nicht daran halten. Auf eine stärkere Überwachung durch die Verkehrspolizei möchte sich Maresch auch nicht verlassen. Es gebe aber andere Möglichkeiten, wie man Autofahrer zum Tritt aufs Bremspedal bringen könne.

Die kostspieligste Variante ist eine Aufdoppelung des Kreuzungsbereichs auf ein höheres Niveau. Schwellen sind ebenfalls denkbar, aber "wenn jemand schneller drüberfährt, macht das einen Riesenlärm, und schließlich sollen die Tempo-30-Zonen ja auch eine Verringerung des Verkehrslärms bringen", so Maresch.

Ein drittes Modell sieht vor, dass alle Ampeln und Vorrangschilder entfernt werden und - bis auf die Öffis - die Rechtskommenden Vorrang haben. Maresch: "Eine grüne Ampel suggeriert, dass man aufs Gas steigen kann." Diese Variante würde zudem die Bezirksbudgets am wenigsten belasten. Berappen müssen die Umsetzung der 30er-Zonen nämlich die Bezirke. Als "Zuckerl" übernimmt die Stadt 2012 und 2013 80 Prozent der Kosten, 2014 noch die Hälfte.

Kritik

Trotzdem ist die Begeisterung über eine Temporeduktion in manchen Bezirken enden wollend. Adolf Tiller, der schwarze Bezirksvorsteher des weitgehend Tempo-30-freien 19. Bezirks, steht den Plänen "sehr kritisch gegenüber", wie er betont. "Döbling ist zwar erst 2013 dran, aber im Büro von Verkehrsstadträtin Vassilakou hat man uns bereits mitgeteilt, dass das Aufstellen der Verkehrstafeln 200.000 Euro kosten wird." In Döbling sei der Status quo ausreichend und das Geld könnte nach Tillers Dafürhalten besser verwendet werden. Schließlich gelte in seinem Bezirk rund um Schulen ohnehin eine 30er-Beschränkung - "wenn die eine oder andere verkehrstechnische Verbesserung notwendig ist, gern, aber in allen Wohngebieten muss nicht Tempo 30 gelten".

Das Argument, dass eine Geschwindigkeitsreduktion das Unfallrisiko senke, will Tiller nicht gelten lassen: "In Graz, wo Tempo 30 flächendeckend gilt, sind die Unfälle zwischen 1992 und 2010 um 16 Prozent zurückgegangen, in Döbling um 36 Prozent."

Tempolimit auch für Busse

Wenig Freude mit der Tempobremse hat man auch bei den Wiener Linien. Denn Maresch will nicht ausschließen, dass auch Öffis in manchen Straßen künftig nur noch 30 fahren dürften: "Man muss sich anschauen, ob etwa der Bus in der Neustiftgasse jetzt überhaupt die erlaubten 50 km/h fahren kann." Bei Tempo 30 würden sich die Öffis im Gegensatz zu den Autofahrern dann wirklich ans Tempolimit halten, sagt Wiener-Linien-Sprecher Dominik Gries. Dann würde es schwierig, die Fahrpläne einzuhalten: "Dabei sollte der öffentliche Verkehr ja eigentlich schneller werden." (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD; Printausgabe, 11.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 1132
PaterWilli
00
28.3.2012, 13:38
Döbling ohne 30 km/h Zonen??

Da hat jemand keine Ahnung. In Döbling gibts genug 30 km/h und auch 40 km/h Zonen.

Und auch wenn sich die Öffis ungerne ausbremsen lassen wollen, dort werden sie von Fahrradfahrern bergab spielend überholt.

Keine Ortskenntnisse?

Schuttwegräumer
00
15.3.2012, 23:42
Werden hier die betroffenen Bürger auch gefragt?

Ich sehe dass mein WOhngebiet auch blau markiert wurde.
Dabei gibts hier kaum Probleme mit Schnellfahrern obowhl hier noch bis zu 50 km/h erlaubt ist.
Liegt wohl daran dass es hier nicht viel Durchzugsverkehr durch die Siedlung selbst gibt und die Vorrangstraße die durchführt soll ja nicht runtergeregelt werden.
also eine Verschwendung von Geldern.
Wer verdient eigentlich in Wien an der Herstellung der Tafeln?

Und werde ich als Bewohner dort auch gefragt oder werde ich ungefragt zwangsbeglückt so wie man es schon mit den depperten IG-L Mist gemacht hat?

Schuttwegräumer
00
15.3.2012, 23:36
Wovon träumen die sonst noch?

"Ein drittes Modell sieht vor, dass alle Ampeln und Vorrangschilder entfernt werden und - bis auf die Öffis - die Rechtskommenden Vorrang haben."

Schon wieder rumgefrickel an der STVO oder wie soll das realisiert werden?

Hermann Weiler
02
26.1.2012, 18:41
MIt Tempo 30 trifft man sogar den Fahrradverkehr

Wenn es nur ein bisserl bergab geht, kommt man schnell auf über 30 km/h.

Angelika70
12
24.1.2012, 14:52

Die können auch flächendeckend 10 km/h einführen, solange es viel zuwenig Exekutivbeamte gibt, um das zu kontrollieren und zu sanktionieren.

Also: wurscht.

Umweltbewusstes Wien
51
24.1.2012, 14:35
Ein Schritt in die richtige Richtung

<< Die Autofahrt >>

Mir ist nicht ganz geheuer,
ein Junkie sitzt am Steuer.
Der rechte Fuß beharrlich drückt,
Geschwindigkeit immens beglückt.

Die Injektion erfolgt versteckt,
die Haube diesen Hergang deckt.
Der schnelle Speed berauscht den Geist,
der träge Körper fettelt dreist.

Und was da vorne wird erschnüffelt
als Abgas hinten reizend müffelt.
Zudem der Auspuff - sportlich breit -
die klare Luft verCOzweit.

Schon lange möchte ich nicht mehr,
allein der Ausstieg fällt so schwer.

Parkschwein
24
25.1.2012, 10:47

soll das lustig oder kreativ sein?

Elisa B
37
12.1.2012, 20:50
nur mehr reiche Witwen

wenn die Grünen ihr Programm umgesetzt haben (teures Parkpickerl, Parkplatzraub etc) können nur mehr die reichen Witwen aus dem 19. in Wien rumfahren. Da der ganze Wiener Pöbel verarmt sein wird, haben die dann leere Straßen. In den Öffis hast dann natürlich keinen Platz - die sind nämlich jetzt schon voll. In Wien ist nur Platz für 1,5 Mio!!!

MisterHyde
00
17.1.2012, 10:50
parkpickerl

du weißt aber schon, dass das parkpickerl(!) billiger wird?

PaterWilli
00
28.3.2012, 13:44
Ja

... und die Fahrräder, die am Radständer auf der Straße) angekettet sind, kriegen auch so ein billiges Parkpickerl. Alles nur im Sinne der Parkraumbewirtschaftung. Parkraum kostet eben Geld.

fredi 1990
20
26.1.2012, 09:32
der war gut!

seit wir bei der eu sind - wird ja bei uns alles billiger!

Das fünfte Element
00
26.1.2012, 10:32

der war insofern gut als es einfach richtig ist, das parkpickerl wird billiger

ubu roi
00
26.1.2012, 09:46

die kaufkraft ist jedenfalls deutlich gestiegen. aber wer so manifest unter verfolgungswahn leidet, dem helfen auch objektive informationen nicht.

luke_vie
816
12.1.2012, 11:43
Grüner Fanatismus

Weniger Autos, bessere Öffis, etc. sind eine gute Angelegenheit und wichtig. Die Wiener Grünen betreiben diesen Sport allerdings schon FANATISCH und schädigen dabei Unternehmen, die Öffis werden nicht wirklich besser und der Kleinverdiener hat noch weniger zum Leben. Im Grunde betreiben die Wiener Grünen eine Propaganda zu Lasen der einkommensschwachen Bevölkerungsschicht. Genau diese muss dann eben aufs Auto verzichten. Bleibt nur abzuwarten wer sich bei den nächsten Wahlen daran erinnert, was alles teurer, schlechter und komplizierter wurde, als die Wiener Grünen mit im Rathaus saßen. Spannend dabei auch, man agiert genau wie jene Parteien über die die Grünen immer hergezogen sind, keine Details beantworten und auf Kritik nicht eingehen!

atomkraft neindanke
93
12.1.2012, 17:22
die Armen fahren seit jeher mit den Öffis, sorry!

das ist völlig falsch! weil Menschen, die einkommensschwach sind, sich nämlich gar kein Auto leisten können!

eine Mindestpensionistin, die Ausgleichszulage erhält u angibt, dass sie ein eigenes Auto hat, wird weder von der GIS noch sonstwo befreit, denn wer sich ein Auto leistet, gilt nicht als arm!

Menschen, die wirklich ein Auto brauchen, leben in der Regel im Speckgürtel u besitzen dort ein Eigenheim, auch diese Menschen sind nicht arm! Generell gehören jene, die Wohnbauförderung beziehen eher zu den besserverdienenden Einkommensschichten.

die Grünen haben erkannt, dass sich der umweltschädigende Verkehr MIV, der viele gesundheitl Probleme verursacht, nur zurückdrängen lässt, wenn er teurer wird.

das ist klug, nicht fanatisch!

zweite meinung
05
13.1.2012, 06:59
Die Speckgürtelbewohner

wird man aber mit Tempo 30 Zonen in Wohngegenden nicht von der Straße wegbringen.

. g.bac
34
12.1.2012, 23:43
zu unten...

kyoto ist tot, dass kostet uns nichts mehr, Canada ist schon draussen, die USA waren nie drinnen. 2012 läuft kyoto aus und dann wars dass, ausser (!) ein paar staatsschädiger unterzeichnen weitere verträge die uns noch mehr geld kosten.

und wenn die rotgrüne solidargesellschaft unser geld ins ausland schieben will, dann wird sie das sowieso tun, ob jetzt mit unter dem öko-deckmantel oder unter irgend einem anderen.

diese panikmache von "es kostet uns". was kostet uns griechenland und wieviel haben wir davon. ;-) VIEL mehr und was wollen sie als gutmensch tun? die griechen hängen lassen, "weils viel kostet".

bloody-nine
 
11
13.1.2012, 02:30
was zum geier hat griechenland

mit verkehrspolitik in wien zu tun?

. g.bac
21
13.1.2012, 10:01
eine ganze menge...

man kann nicht mehr geld verteilen als man hat, zumindest nicht auf dauer.

die groten würden das geld sowieso ins ausland schaffen, da aber geld eine begrenzte ressource ist, können sie sich entscheiden, ob sie es griechenland geben oder für schwindliche zertifikate-handel ausgeben. ;-)

weg ist es und haben werden wir so oder so nix davon.

The Dude
10
13.1.2012, 10:07

Die Wirtschaftskrise haben aber schon die Topcheckerbunnys auf den internationalen Finanzmärkten erzeugt, mit freundlicher Hilfe der neoliberalen Taschlzieher, die uns alle viel zu lang regiert haben.
Die Roten können jetzt nur noch die Suppe auslöffeln.

. g.bac
21
13.1.2012, 10:18
die armen roten

nachdem sie die Bawag versenkt haben, die Bank Burgenland und das Geld, dass sie aus dem Erlös der Zentralsparkasse verblasen haben..

bitte erzählen sie uns wie das so ist, als erfolgreicher und verantwortungsbewusster sozialdemokrat, wie genau geht man mit fremden geldern um?

The Dude
10
13.1.2012, 10:24

Ohne die Roten verteidigen zu wollen, aber die haben wenigstens immer so viel Schamgefühl gehabt, dass sich der Schaden in Grenzen gehalten hat.

Diese FPK-BZÖ-FIK-whatever-Bagage hat mit ihrer Hypo in kurzer Zeit mehr Schaden angerichtet als die Sozis in 30 Jahren geschafft haben. Macht aber nix, weil deren Wähler kapieren das ja offenbar noch nicht einmal.

. g.bac
21
13.1.2012, 11:44
genausowenig wie der rote wähler je verstehen wird

warum die rote baggage zwar bei der hypo im aufsichtsrat (dem obersten kontrollgremium gesessen ist) aber leider offenbar von bankgeschäfte sowenig ahnung hatten, als dass ihnen hätte was auffallen können.

aber dann müsste man ja auch zur kommunalkredit blicken, auch in der bank sind ja reichlich spöler (zb. ministerin schmied) drinnen gesessen und die hat mehr verblasen als die hypo. ;-)

The Dude
10
13.1.2012, 11:46

Das ist zwar alles sehr interessant, aber gehört eher ins Innenpolitik- oder Wirtschafts-Forum, nichtwahr?

. g.bac
10
13.1.2012, 14:33

absolut, ich frag mich eh, warum sie hier zu flamen angefangen haben

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