Völkerrechtsexperte Nowak fordert Schließung des Lagers

10. Jänner 2012, 18:32

Früherer UN-Sonderberichterstatter für Folter: "Symbol der Rechtlosigkeit der Bush-Regierung"

Wien - Vor zehn Jahren wurden von den USA die ersten Gefangenen in das Terroristen-Gefängnis Guantanamo auf Kuba verfrachtet. Der Völkerrechtsexperte und ehemalige UNO-Sonderberichterstatter für Folter, Manfred Nowak, forderte anlässlich des Jahrestags in einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" (Mittwoch-Ausgabe) erneut die Schließung des Gefangenenlagers und ein "Ende der Rechtlosigkeit".

"Das Ziel kann nur bleiben, Guantanamo zu schließen", erklärte Nowak gegenüber dem "Kurier", räumte aber ein: "Es ist nicht leicht." US-Präsident Barack Obama seien reihenweise Prügel in den Weg gelegt worden, so der Experte. Der Demokrat Obama hatte das Lager von seinem Vorgänger, dem Republikaner George W. Bush, übernommen und wollte es ursprünglich zusperren.

Nowak: "Er hat keine Unterstützung des Kongresses - und nur schwache Unterstützung aus Europa. Ich glaube nicht, dass er in seiner ersten Amtszeit noch einmal probieren wird, das Lager zu schließen. Und es ist fraglich, welche Priorität es in einer möglichen zweiten Amtszeit haben wird."

Guantanamo sei zum Symbol der Rechtlosigkeit der Bush-Regierung geworden, weil weder amerikanisches noch internationales Recht angewandt wurde, sagte Nowak. "Unter Obama gibt es zumindest keine Hinweise auf Folter mehr. Der rechtlose Zustand aber, der ist geblieben. Eine Lösung der Problematik ist ausgeblieben."

Allerdings sei auch Europas Standpunkt nicht immer klar gewesen: "Wir wollten Guantanamo nicht, warum sollten wir die Suppe auslöffeln? Der Amtsantritt Obamas kam in der Sache gewissermaßen einem Neustart gleich. Aber die europäische Haltung war sehr uneinheitlich. Es gab keine klare Unterstützung für die Schließung durch Aufnahme einer größeren Zahl von Ex-Guantanamo-Häftlingen in Europa. Das war politisch sehr unweise."

Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts sei, die Menschenrechte betreffend, "katastrophal" gewesen. "Es war erstmals, dass eine Regierung Folter zugibt und das absolute Verbot von Folter infrage gestellt hat. Folter wurde salonfähig gemacht. Ihre Grausamkeit wurde systematisch verniedlicht." (APA)

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12 Postings
wurm83
 
00
Aber die europäische Haltung war sehr uneinheitlich. Es gab keine klare Unterstützung für die Schließung durch Aufnahme einer größeren Zahl von Ex-Guantanamo-Häftlingen in Europa

das ist einfach falsch: die europäische haltung war UND ist eindeutig und durch die bank, das guantanamo unrecht ist und sofort geschlossen gehört.

das die amis ihre scheiß suppe selber auslöffeln sollen ist aber auch klar, gerade die amis die sich über allen adnere erhoben fühlen und bei sonst keinem thema andre meinungen zulassen (veto bei israel zB.:)

jetzt seoll EU die kosten übernehmen...denn um nichts andres geht es als kosten...

nenene...soooo nicht!

die amis sollen:

1. sofort den eindeutig gegen jedes recht und jede moral verstoßenden folter komplex schließen.

2. die amis sollen natürlich selber für das aufkommen was sie verbrochen haben, schließlich wurden sie auch schon davor von europa und allen andre gewarnt.

NONE
10
11.1.2012, 16:43

Viel peinlicher ist die EU, denn sie führt sich noch immer als Sklave der USA auf, anstatt das sie endlich Sanktionen durchsetzt.

Aber man hat Angst vor den USA.

Die EU ist komplett durchsetzt von korrupten, verräterischen "Politikern".

Carlito336
00
11.1.2012, 16:19
Und wie kommt Kuba dazu,

immer wieder in einen Zusammenhang mit Folter und Tyrannei gebracht zu werden?

Dr Mira Fadillah
04
11.1.2012, 08:51
Übersetzung aus dem Englischen

Der Titel führt auf den ersten Blick zu etwas Verwirrung: Es wird besser mit UNO-Sonderberichterstatter GEGEN Folte übersetzt.

Odo
23
11.1.2012, 00:38
"US-Präsident Barack Obama seien reihenweise Prügel in den Weg gelegt worden, so der Experte."

Lächerliche Ausreden sind das. Der wichtigste Grund warum Präsident Obama Guantanamo nicht geschlossen hat ist, dass die deutliche Mehrheit der US-Wähler die Schließung ablehnt und Obama bei einer Schließung Gitmos seine Wiederwahl gefährdet sieht. Genau aus dem gleichen Grund hat Obama ja auch sein Versprechen gebrochen, Guantanamo-Häftlinge künftig nicht mehr vor Militär-, sondern vor Zivilgerichte zu stellen.

byron sully
10
11.1.2012, 14:34

das glaub ich eigentlich nicht, das thema guantanamo dürfte den meisten us-bürgerInnen mittlerweile vermutlich eher egal sein. das wäre kein grundlegendes wahlkampfthema (glaube mich übrigens erinnern zu können, daß auch john mccain die schließung guantanamos gefordert hat). wieso es also obama nicht tut, ist für mich nicht nachvollziehbar.

NONE
10
11.1.2012, 16:44

Was du glaubst oder nicht interessiert hier nicht.

Die Fakten sprechen gegen dich.

Guantanamo ist nach wie vor vorhanden.

Obama ist ein Blender. Wieso verteidigst du ihn?

byron sully
00
12.1.2012, 16:32

wo bitte hab ich im obigen posting obama verteidigt?

short cut
07
10.1.2012, 22:15
Kuba sollte die US-Amerikaner von der Insel bitten.

Voelkerrechtswidriges Verhalten, machen geschlossene Vertraege obsolet.
Diese "Camp" ist ein Schandfleck der Zivilisation.

NONE
00
11.1.2012, 16:45

Die USA werden Guantanamo nicht freiwillig aufgeben.

Und sollte Kuba die vertreiben wollen schicken die USA eben mehr Truppen.

Militärisch gesehen sind die USA von Kuba nicht herauszufordern.

short cut
00
12.1.2012, 05:41
@ NONE

Schon klar, militaerisch geht na nichts.
Es koennte sich aber eine internationale Allianz bilden, welche dieses Lager offiziell aechtet.
Botschafter ausweisen oder sonst irgendwie diesen Schandfleck an den Pranger stellen.
Kurz gesagt, die Maske herunterreissen und die Fratze zur Schau stellen.

02515151541
00
11.1.2012, 03:51
ist ja nicht, dass die es nicht schon verucht hätten...

aber die USA hält Guantanamo einfach besetzt...

http://en.wikipedia.org/wiki/Guan... rld_War_II

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