Der Konzern will in Europa einer der drei größten Games-Anbieter werden
Weil der Markt für Online-Spiele rasant wächst, wird die Konkurrenz immer größer. Jetzt will auch die deutsche TV-Senderkette ProSiebenSat.1 mehr Geld mit Spielen wie Marvel Super Hero machen und kooperiert dafür mit dem japanischen Elektronikriesen Sony. So sichern sich die Unterföhringer acht exklusive Lizenzen für Online-Spiele in Europa, darunter Blockbuster wie DC Universe, Star Wars oder Clone Wars Adventures, wie beide Firmen am Dienstag in München mitteilten.
Werbung
Bis 2015 will ProSiebenSat.1 in seiner Digital-Sparte den Umsatz um 250 Millionen Euro steigern. Im vergangenen Jahr lagen die Erlöse hier bei rund 220 Mio. Euro, Spiele sind aber neben Videos und Musik nur ein Teil davon. Einnahmen aus der digitalen Welt werden damit einer der Hauptwachstumstreiber des börsennotierten TV-Konzerns, der ansonsten sein Geld mit Werbung verdient.
In der Spielewelt ist dies anders. Hier sollen lästige Banner nicht stören. Die Anbieter verdienen vielmehr an dem Verkauf von sogenannten virtuellen Gütern. Das kann je nach Spiel eine besondere Ausrüstung oder eine spezielle Waffe sein. Von wenigen Cent bis zu 30 Euro kosten solche Güter, im Schnitt unter zehn Euro. Weltweit wurden in der Branche damit 2011 rund 7,3 Mrd. Dollar umgesetzt, fast drei Mal so viel wie Kinobesucher für Popcorn und andere reale Güter lockergemacht haben, wie ProSiebenSat.1-Manager Arnd Benninghoff sagte.
Pläne
Der Konzern will in Europa einer der drei größten Games-Anbieter werden, ist davon aber noch ein gutes Stück entfernt. Marktführer sind die deutschen Rivalen Gameforge und Bigpoint, deren Umsätze im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen dürften. Von den 90 Millionen Spielern in Europa kommen 27 Millionen aus Deutschland, 44 Prozent sind weiblich und 70 Prozent noch nicht volljährig. Bis 2015 dürfte der europäische Markt, seinerseits etwas größer als der nordamerikanische, aber viel kleiner als der asiatische, bis auf fünf Milliarden Dollar zulegen, so Benninghoff. Für 2012 werden 3,3 Mrd. Dollar geschätzt.
In Deutschland verlieren dabei voraussichtlich PC-Spiele an Bedeutung, während Konsolen weiter zulegen. Das größte Wachstum versprechen Spiele, bei denen Freunde im Internet sich vernetzen und gegeneinander antreten können. ProSiebenSat.1 will sich vor allem auf den Verkauf konzentrieren. "Wir werden uns aus der Entwicklung komplett raushalten", erklärte Benninghoff.
Kein Blut
Sony und ProSiebenSat.1 betonten, Minderjährige schützen zu wollen. So fließe in keinem der Spiele Blut, auch wenn sie martialisch anmuteten. Der maximale Umsatz von unter 18-Jährigen liege zudem bei 60 Euro im Monat. (APA)