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Man sieht sie förmlich vor sich: kleine Kinder, die ihre zentnerschweren Schultaschen durch schneeverwehte Landstriche schleppen, weil die Schule im eigenen Dorf geschlossen wurde. Auf ihren gebeugten Rücken wollen die steirischen "Reformpartner" Franz Voves und Hermann Schützenhöfer sparen? Da hagelt es gleich scharfe Kritik von allen Oppositionsparteien.
Aber man sollte sich den "Regionalen Bildungsplan" , den Voves und Schützenhöfer im Chambre séparée ohne das Wissen der eigenen Abgeordneten und der betroffenen Bürgermeister ausverhandelt haben, genauer ansehen. Gut, es mag Härtefälle geben. Doch die 36 Volksschulen, die geschlossen werden, sind alle einklassig. Eine Schulform, in der Experten auch pädagogische Nachteile durch den Altersunterschied von Klassenkollegen sehen.
Zudem wäre es ein Fortschritt, wenn jene 1000 Lehrerstunden, die durch Schließungen frei werden, tatsächlich - so der Plan der Landesregierung - dort eingesetzt werden, wo an anderen Schulen Förderbedarf besteht. Zumindest, wenn Lehrerinnen dann nicht quer durchs Land geschickt werden, sondern unter zumutbaren Bedingungen arbeiten können. Dann wären die steirischen Reformer einmal eine vorbildhafte Klasse für sich. Noch mehr, wenn sie endlich aufgeblasene Strukturen wie die - parallel zur Schulabteilung des Landes existierenden - Bezirksschulinspektoren oder den Landesschulrat einsparen. (DER STANDARD; Printausgabe, 11.1.2012)
aber es kann doch nicht sein, dass eine vor einem Jahr bestellte Schulleiterin (einer Schule mit 11 KIndern) darüber jammert, was sie denn nach der Schließung ihrer Schule machen werde.
Die Schulen sind doch dazu da, um Kindern eine Lernversorgung zu bieten, aber nicht um irgendwelche Befindlichkeiten von Lehrern/innen zu befriedigen.
der verweis auf anonyme "experten" ist billig, das kann man in jedem zusammenhang behaupten. wie wäre es mit dem beliebten verweis auf finnland? dort sind mehrstufenklassen gang und gäbe (liest man zumindest in österreichischen zeitungen). oder versuchen Sie einmal, ein volksschulkind in wien in einer mehrstufenklasse anzumelden: das muss man spätestens bei der zeugung erledigt haben, sonst bekommt man in einer dieser extrem beliebten klassen keinen platz. kenne mich in der steiermark nicht aus, aber dass man im schulbereich, wenn man sparen will, nicht bei den kindern anfangen sollte, sondern in der absurd aufgeblähten verwaltung, liegt doch auf der hand.
so ähnlich seh ich das auch. ich sehe im miteinander unterschiedlich alter kinder nicht so das große problem, solange auf jedes individuell eingegangen werden kann. und es sollten grad volksschulkinder (älteren ist es sehr wohl zumutbar) nicht eine stunde für den schulweg brauchen. anstatt bei der verwaltung anzusetzen, bei schulstandorten zu sparen, halte ich für den falschen weg.
das ist der Trott unserer "Bildungsexperten".
Eine Schulform, in der Experten auch pädagogische Nachteile durch den Altersunterschied von Klassenkollegen sehen.
In anderem Zusammenhang (Gesamtschule) habe ich schon oft das Gegenteil gelesen.
Die im Bericht festgestellten Nachteile beziehen sich nicht auf den Altersunterschied als solches, sondern auf die geringe Anzahl Kinder gleichen Alters in einer einklassigen Volksschule mit weniger als 20 Kindern. So kann vor allem der Lehrplan der 4. Klasse VS nicht mehr voll erfüllt werden (z.B. Konfliktlösung in Gruppen). Auch Gruppenaktivitäten (man denke an Chor, Ballspiele, Projektarbeiten,...), unverbindliche Übungen etc. können an Kleinstschulen praktisch nicht oder nur in geringem Umfang angeboten werden.
... die Steirer machen es uns derzeit vor: Wie und wo man einsparen und optimieren kann, wenn man nur zusammenarbeitet und an einem Strang zieht. Und das ohne Qualitätsverlust - aus der Sicht der Betroffenen (alias Bürger) sogar oftmals zum Vorteil.
Da können sich die anderen Länder einiges abschauen ....
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