Eine Klasse für sich

Kommentar | Colette M. Schmidt, 10. Jänner 2012, 18:12

Die 36 Volksschulen, die geschlossen werden, sind alle einklassig - Eine Schulform, in der Experten auch pädagogische Nachteile sehen

Man sieht sie förmlich vor sich: kleine Kinder, die ihre zentnerschweren Schultaschen durch schneeverwehte Landstriche schleppen, weil die Schule im eigenen Dorf geschlossen wurde. Auf ihren gebeugten Rücken wollen die steirischen "Reformpartner" Franz Voves und Hermann Schützenhöfer sparen? Da hagelt es gleich scharfe Kritik von allen Oppositionsparteien.

Aber man sollte sich den "Regionalen Bildungsplan" , den Voves und Schützenhöfer im Chambre séparée ohne das Wissen der eigenen Abgeordneten und der betroffenen Bürgermeister ausverhandelt haben, genauer ansehen. Gut, es mag Härtefälle geben. Doch die 36 Volksschulen, die geschlossen werden, sind alle einklassig. Eine Schulform, in der Experten auch pädagogische Nachteile durch den Altersunterschied von Klassenkollegen sehen.

Zudem wäre es ein Fortschritt, wenn jene 1000 Lehrerstunden, die durch Schließungen frei werden, tatsächlich - so der Plan der Landesregierung - dort eingesetzt werden, wo an anderen Schulen Förderbedarf besteht. Zumindest, wenn Lehrerinnen dann nicht quer durchs Land geschickt werden, sondern unter zumutbaren Bedingungen arbeiten können. Dann wären die steirischen Reformer einmal eine vorbildhafte Klasse für sich. Noch mehr, wenn sie endlich aufgeblasene Strukturen wie die - parallel zur Schulabteilung des Landes existierenden - Bezirksschulinspektoren oder den Landesschulrat einsparen. (DER STANDARD; Printausgabe, 11.1.2012)

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so leid es mir tut,

aber es kann doch nicht sein, dass eine vor einem Jahr bestellte Schulleiterin (einer Schule mit 11 KIndern) darüber jammert, was sie denn nach der Schließung ihrer Schule machen werde.
Die Schulen sind doch dazu da, um Kindern eine Lernversorgung zu bieten, aber nicht um irgendwelche Befindlichkeiten von Lehrern/innen zu befriedigen.

der verweis auf anonyme "experten" ist billig, das kann man in jedem zusammenhang behaupten. wie wäre es mit dem beliebten verweis auf finnland? dort sind mehrstufenklassen gang und gäbe (liest man zumindest in österreichischen zeitungen). oder versuchen Sie einmal, ein volksschulkind in wien in einer mehrstufenklasse anzumelden: das muss man spätestens bei der zeugung erledigt haben, sonst bekommt man in einer dieser extrem beliebten klassen keinen platz. kenne mich in der steiermark nicht aus, aber dass man im schulbereich, wenn man sparen will, nicht bei den kindern anfangen sollte, sondern in der absurd aufgeblähten verwaltung, liegt doch auf der hand.

Hab mich grad beim Lesen verschluckt. In Wien ist sind Mehrstufenklassen - aus gutem Grund - der letzte Schrei. OK, es kommt natürlich drauf an, wie man es macht.

so ähnlich seh ich das auch. ich sehe im miteinander unterschiedlich alter kinder nicht so das große problem, solange auf jedes individuell eingegangen werden kann. und es sollten grad volksschulkinder (älteren ist es sehr wohl zumutbar) nicht eine stunde für den schulweg brauchen. anstatt bei der verwaltung anzusetzen, bei schulstandorten zu sparen, halte ich für den falschen weg.

Hü und Hott

das ist der Trott unserer "Bildungsexperten".

Eine Schulform, in der Experten auch pädagogische Nachteile durch den Altersunterschied von Klassenkollegen sehen.

In anderem Zusammenhang (Gesamtschule) habe ich schon oft das Gegenteil gelesen.

Steht so nicht im Bericht

Die im Bericht festgestellten Nachteile beziehen sich nicht auf den Altersunterschied als solches, sondern auf die geringe Anzahl Kinder gleichen Alters in einer einklassigen Volksschule mit weniger als 20 Kindern. So kann vor allem der Lehrplan der 4. Klasse VS nicht mehr voll erfüllt werden (z.B. Konfliktlösung in Gruppen). Auch Gruppenaktivitäten (man denke an Chor, Ballspiele, Projektarbeiten,...), unverbindliche Übungen etc. können an Kleinstschulen praktisch nicht oder nur in geringem Umfang angeboten werden.

Was

glauben Sie, wie wir als Kinder früher gespielt haben?
Doch nicht nach Jahrgängen getrennt, Spielgemeinschaften waren nur räumlich getrennt. Und die Konflikte machten wir uns auch untereinander aus, ohne Eltern und ohne Schulpsychologen.

dies ist eine presseausendung der reformpartner.

wie auch immer ...

... die Steirer machen es uns derzeit vor: Wie und wo man einsparen und optimieren kann, wenn man nur zusammenarbeitet und an einem Strang zieht. Und das ohne Qualitätsverlust - aus der Sicht der Betroffenen (alias Bürger) sogar oftmals zum Vorteil.
Da können sich die anderen Länder einiges abschauen ....

ganz im gegenteil: die brutalen einsparungen in der steiermark sind für mich kein vorbild, sondern zutiefst abschreckend (von wenigen ausnahmen abgesehen).

also bitte: was ist bei der schließung von kleinstschulen

"brutal"?

es ist wohl kaum im sinne der dortigen schülerInnen.

Da würd mich jetzt aber echt interessieren,

welche "Experten" da wohl gemeint sind...

um zu erkennen, ....

dass einklassige volksschulen - wissen sie überhaupt was das ist? - pädagogisch nicht besonders wertvoll sind, braucht man nicht einmal experten, da genügt der hausverstand ....

da lebt jemand noch im Jahr 1980!

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