Regionalpolitik als Millionengeschäft

10. Jänner 2012, 17:42

Politiker der Balearen stehen derzeit vor Gericht, weil sie Millionenbeträge veruntreut haben sollen - allen voran der frühere Ministerpräsident Jaume Matas

Ein Schwiegersohn des Königs soll auch in den Skandal verwickelt sein.

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Die Baleareninseln sind nicht nur ein Paradies für sonnenhungrige Urlauber, sondern auch für korrupte Politiker. Derzeit läuft in Palma de Mallorca ein Verfahren gegen hochrangige Regionalpolitiker, die beschuldigt werden, zweistellige Millionenbeträge aus öffentlichen Kassen in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Hauptangeklagt ist Jaume Matas, Ex-Ministerpräsident der spanischen Inselgruppe. Die Anklage fordert für ihn 8,5 Jahre Haft wegen Untreue, Betrugs, Fälschung von Dokumenten und Vorteilsnahme. Auch der Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, Iñaki Urdangarín, soll in den Skandal verwickelt sein.

Dem Ex-Ministerpräsidenten aus den Reihen des konservativen Partido Popular (PP) wird vorgeworfen, den Bau der Radsporthalle Palma Arena 2005 bis 2007 um mehr als 40 Millionen Euro verteuert zu haben. Parallel dazu wuchs Matas' Privatvermögen. Der Politiker, der als Ministerpräsident offiziell 84.000 Euro im Jahr verdiente, soll unter anderem einen Palast um eine Million Euro sein Eigen nennen, der für weitere 1,3 Millionen renoviert wurde.

Matas, der die Inseln von 1996 bis 1999 sowie von 2003 bis 2007 regierte und dazwischen spanischer Umweltminister war, ist derzeit gegen 2,5 Millionen Euro Kaution auf freiem Fuß. Das Verfahren soll bis Ende Jänner abgeschlossen sein.

Weiterer Prozess im Februar

Auch Iñaki Urdangarín, der Mann von Infanta Cristina, König Juan Carlos' jüngster Tochter, soll sich mit Matas' Hilfe bereichert haben. Der ehemalige Handballprofi stand von 2004 bis 2006 der Stiftung Instituto Nóos vor. Diese organisierte Sportveranstaltungen und Kongresse für Regionalregierungen. Dank seiner guten Beziehungen verlangte Urdangarín laut Anklage völlig überhöhte Tarife. Die Vorwürfe werden in einem anderen Verfahren behandelt, das im Februar beginnen soll.

Mit Kostenvoranschlägen, die nur eine DIN-A4-Seite umfassten, soll Nóos von Matas den Zuschlag für zwei Verträge zur Vorbereitung zweier Kongresse in Höhe von 2,5 Millionen Euro erhalten haben. Rechnungen für erbrachten Leistungen sollen keine vorgelegt worden sein.

Die Gelder verschwanden mithilfe eines breiten Geflechts aus Unternehmen, die unter anderem Urdangarín und zum Teil auch Königstochter Cristina gehörten, in Steuerparadiesen. Auf diese Art sollen Urdangarín und seine Partner auf den Balearen und in der ebenfalls vom PP regierten Region Valencia mindestens 5,8 Millionen Euro verdient haben.

2006 soll König Juan Carlos seinem Schwiegersohn nahegelegt haben, bei Nóos auszusteigen. Überraschend wurde er damals vom spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica auf einen führenden Posten in Washington berufen. (Reiner Wandler aus Madrid/DER STANDARD, Printausgabe, 11.1.2012)

Zivilgeselle
00
11.1.2012, 09:25
Spanien und Italien überholt

Die Rumpolds und zahlereiche andere Günstlinge können und brauchen in Österreich keinen Nachweis der erbrachten Leistung für Millionenhonorare erbringen.

Die Staatsanwaltschaft schert sich einen feuchten Dreck um Korruption.

In Spanien und Italien wird Korruption aufgedeckt und die Politmafia angeklagt.

In Österreich wird Korruption staatlich gefördert, beschützt und verdrängt ............. !!!

Erwin Ringel, schau oba !!

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