Ölpreis wegen schwachen Euros auf Rekordkurs

Günther Strobl, Andreas Schnauder, 10. Jänner 2012, 18:46

Nicht nur Spannungen rund um das Atomprogramm des Iran halten den Ölpreis hoch, auch der Euro macht das Öl in Dollar teurer

Wien - Für viele Konsumenten kommt die aktuelle Euroschwäche genau zum falschen Zeitpunkt. Der deutliche Verfall der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar verteuert nämlich die in US-Währung gelisteten Ölimporte. In europäischer Währung kratzt der Preis für ein Fass der Nordsee-Marke Brent bereits am Rekordniveau aus dem Jahr 2008. Am Dienstag kostete das Barrel (159 Liter) 88,50 Euro, vor drei Jahren waren es 93,50 Euro. In Dollar hingegen notiert Öl ein Viertel unter dem Höchstwert.

Die Belastung für die Konsumenten komme genau zur falschen Zeit, meint Analyst Olivier Jakob, falle sie doch genau mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen infolge der Konsolidierungspakete in Europa zusammen. Bereits zuvor hatte der Chefökonom der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, gewarnt, dass die hohen Energiepreise die Konjunktur abwürgen könnten. Europa hat schon 2011 mehr als 400 Mrd. Dollar (knapp 310 Mrd. Euro) für Öl ausgegeben, 2010 waren es noch 280 Milliarden. Sollte die Kombination aus hohen Preisen und Euro-Tief anhalten, würde die Rechnung heuer entsprechend teurer werden. Ein "Todeskuss" für Europa, meint Jakob vom Institut PetroMatrix.

Wie geht's weiter?

An der Frage, wie es mit dem Ölpreis weitergeht, scheiden sich die Geister. Sollte der Iran seine Drohungen wahrmachen und die wichtige Straße von Hormus blockieren, rechnet die französische Société Générale mit einem Anstieg des Ölpreises auf 150 bis 200 Dollar je Fass. Morgan Stanley erwartet wegen der schwachen Konjunktur einen Fall der Marke Brent auf einen Tiefstand von 75 Dollar und einen Durchschnittswert 2012 von 100 Dollar.

Analysten schätzen, dass in den aktuellen Ölpreisen ein Risikoaufschlag von fünf bis sechs Dollar je Fass enthalten ist, der auf das Konto des Iran geht. Sollte sich die brenzlige Situation, die im fortgesetzten Atomprogramm Teherans ihren Ursprung hat, entspannen, könnte der Ölpreis auch wieder unter die 100-Dollar-Marke fallen. Dann, so wird erwartet, würde der eher gedrückte Wirtschaftsausblick in Europa und den USA auf den Ölpreis drücken.

Für Carsten Fritsch von der Commerzbank verdient China besondere Beachtung. Das Land war bisher der größte Abnehmer von iranischem Öl, hat seine Bezugsmengen aber Anfang Jänner drastisch reduziert. "Der Iran hat von China überhöhte Preise verlangt, wahrscheinlich um Ausfälle westlicher Abnehmer auszugleichen", sagte Fritsch dem Standard. Daraufhin habe China den Ölbezug aus Iran auf 300.000 Fass pro Tag gekürzt - nach einer durchschnittlichen Importmenge von 550.000 Fass im ersten Halbjahr 2011.

"China hat angekündigt, die Importe im Februar auf dem niedrigen Jännerniveau zu belassen", sagte Fritsch. Da China nun anderweitig Rohöl beziehen müsse, könnte das preistreibend wirken.

Tanken immer teurer

Wie in anderen Ländern auch, kommen die Tankstellenbetreiber in Österreich mit dem Ändern der Anzeigetafeln kaum nach. Kostete ein Liter Super Plus (98 Oktan) Anfang des Jahres im Schnitt 1,464 Euro je Liter, Eurosuper (95 Oktan) 1,355 Euro und Diesel 1,358 Euro, waren es gestern, Dienstag, schon 1,475 Euro respektive 1,373 und 1,376 Euro. Das geht aus der jüngsten Auswertung der Tankstellenpreise durch den ARBÖ hervor. An manchen Autobahntankstellen kratzten die Preise bereits an der Marke von 1,70 Euro je Liter. (Günther Strobl, Andreas Schnauder, DER STANDARD, Printausgabe, 11.1.2012)

Kommentar posten
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Student der Fahrkunst
 
00
11.1.2012, 16:17

Gibts jetzt schon mehrere "Euros" ?

badat
00
12.1.2012, 20:54
Das sind wahrscheinlich die sog. "Gelder"

badat
00
11.1.2012, 15:11
Daher bitte,

lieber Hr. NÖ-Landeshauptmann, alles daran setzen, auch die verbliebenen Nebenbahnen zu schließen, bitte lieber Wr. Bürgermeister, den Koalitionspartner biegen und die Lobauautobahn bauen, bitte liebe ÖVP, nach der nächsten Wahl in der Koalition mit der FPÖ aller daran setzen, Teile der aufgespaltenen ÖBB noch mehr aufzuspalten und möglichst schnell verkaufen, vor allem die Kraftwerke, Strom kann man ja auch zukaufen. Und viele neue Autobahnen, Schnellstraßen, Kreisverkehre, Einkaufszentren und Einfamilienhaussiedlungen möglichst weit von Öffis entfernt bauen!

Staatssekretär
00
11.1.2012, 15:17

Die hatten da schon eine langgeplante Strategie!

Was kann denn das Haider-BZÖ dafür, dass sie ihnen einen Diktator nach dem anderen liquitieren?

Da gab es sicher günstige - mündliche Lieferzusagen, aber jetzt hamma den Salat...

HookMind
01
11.1.2012, 13:48
und was war es,

als der Euro noch stark war?
Er wird einfach nach oben getrieben....
Egal ob starker oder schwacher Euro...

das ist fix
00
11.1.2012, 13:37

Der schwache Euro nützt den Inhabern/Aktionären der Exportfirmen - die Menschen in den leistungsfähigen Regionen (DE, AT, NL) leiden darunter - sie müssen für die Energieimporte mehr bezahlen - zu Zeiten des DM-Blocks wurde das durch Aufwertungsgewinne ausgeglichen.

NicoPelikan
02
11.1.2012, 13:30
Kann mich nicht erinnern, dass die Ölpreise (für den Endverbraucher) beim starken Euro wesentlich niedriger waren !

AEIOU
00
11.1.2012, 12:16

Die werden uns vorm Ende der Öl-Ära noch melken bis es uns das Weiße aus den Augen saugt.
Bis 2015 sind wir auf € 2,50/l Diesel, da verwette ich meinen A. drauf.

Und bei Gehaltsverhandlungen,... werden wieder Prozente draufgeschlagen weil das Öl so teuer ist und die Konzerne packen genau den gleichen Prozentsatz wieder drauf.

Das frühestens dann, wenn der letzte Tropfen Öl verheizt wurde. Keinen Tag früher.

der_gote
00
11.1.2012, 12:12
Das die Energiepreise wie

Strom (der ja auch aus Öl teils erzeugt wird), Treibstoff usw. steigen wenn der Ölpreis steigt ist grundsätzlich o.k..

Nett wäre es aber wenn die Preise im gleichen Maße wieder sinken würden wenn die Rohstoffpreise runter gehen (sei es durch Euro Aufwertungen oder durch sinkende Ölpreise).

Leider ist das aber nicht der Fall, was einmal teurer wird bleibt auf dem Niveau. Ist der EURO oben oder der Ölpreis unten (wie in den letzen Jahren) gibt dann halt ein nettes zusätzliches Körberlgeld und gute Bonis fürs Management ......

Und das ist ......!

Grisu der kleine Drache
00
11.1.2012, 14:04
In Europa wird Strom nur zu ganz geringen Teilen aus Öl gewonnen.

Öl ist einfach zu teuer zum verstromen. Bei dem oben angegebenen Ölpreis von 88,5 €/bbl und 50% Wirkungsgrad im Kraftwerk komme ich auf über 10 Cent/kWh nur für den Brennstoff.

Einzig in ölproduzierenden Staaten werden in großem Umfang Ölkraftwerke eingesetzt. Allerdings wird es zunehmend attraktiv, auf Solarstrom umzusteigen und das wertvolle Öl zu verkaufen.

http://www.solarserver.de/solar-mag... ollar.html

http://www.solarserver.de/solar-mag... -riad.html

der_gote
00
11.1.2012, 14:53
ich weiß, daher auch nur teils ....

Aber es wird halt gern als Aufhänger für Erhöhungen hergenommen.

sleepy
12
11.1.2012, 12:02
Bitte wer ist denn jetzt dran schuld?

Wenn ich sehe, dass in vielen Ländern der Liter nur zw. € 0,08 und € 0,20 kostet, dann frage ich mich: Kaufen wir ihn so teuer ein? Oder verarscht man uns immer wieder? Wo bleibt die Preisdifferenz hängen? Einzig & allein nur an den Gewinnen der ÖMV den Steuern.

Diese Regierung ist keine Regierung des Volkes mehr, war es nie und wird es nie sein. Solange das Geldsystem noch in dieser Form und Weise oder überhaupt noch - regiert, wird es die Reichen geben, welche uns das Sparen diktieren um sich selbst zu bereichern.

Die Aufstände in Österreich jedoch fehlen mir. Sind wir nicht organisiert. Hat man uns unser letztes Bier und den TV noch nicht genommen? Ich kann mir die Energiekosten kaum noch leisten, so wie viele andere Österreicher!

Staatssekretär
00
11.1.2012, 13:15
...Fortsetzung

Das sich der Weltmarktpreis vor allem aus der Annahme ergibt, was kostet mit jetzt die weitere Förderung eines Barrels (unergibie Ölsande, teures Off-Shore, ect.), ist eine andere Geschichte.

Der Liter, den die OMV aus dem Weinviertel heraufpumpt kostet praktisch nichts - verkaufen kann sie ihn zum Weltmarktpreis - daraus ergibt sich ein Gewinn.

Wenn sie ein Hotel haben, bieten sie die Übernachtung am Markt für 50 Euro an. - Sollten sie selbst in einem der Zimmer übernachten, entstehen ihnen aber kaum Kosten.

Staatssekretär
02
11.1.2012, 13:11
Ist das ihr ernst?

Ja und in der Sowjetunion hat man die Heizung auch mit dem Fenster reguliert.

Dass man in Venezuela, dem Iran oder Lybien praktisch nichts zahlt fürs tanken hat nichts mit "Marktpreisen" und Steuern zu tun, sondern mit Subventionen - um das Volk ruhig zu stellen.

Wenn objektiv das Kilo Schweinefleisch in der Produktion 8 Euro kostet und sie bei Penny um 2,99 zuschlagen, liegt das daran dass der Staat (der Steuerzahler) über Subventionen diesen Preis möglich macht - "um das Volk ruhig zu stellen."

Und wenn der Marktpreis bei knapp €100 für 159 Liter Rohöl liegt, können sie sich selbst ausrechnen, was dann etwas vor Steuern und nach Raffinierung rauskommen kann.

sleepy
54
11.1.2012, 11:48
Seit 1960 hätten wir ...

... Elektroautos mit einer halbwegs akzeptablen Reichweite und Geschwindigkeit fahren können. Damals hätte man den Planeten noch retten können. Heute lügt man uns vor dass er noch zu retten wäre. Seit mehr als 50 Jahren!!! unterstützen wir diese Arschlöcher, welche uns das Geld aus der Tasche ziehen und oben drein auch noch die Meere versauen - und das, in Relation zu ihrem Profit STRAFFREI! Schmeiss mal einen Tschik vor den Augen eines Executivebeamten ins Meer und du wirst in Relation zu deinem Einkommen wie ein Mörder bestraft - und das obwohl du noch keine 100.000de von Vögeln und Fischen umgebracht hast.
Und die Staaten der Erde sehen zu. Den sie verdienen ja mit. Wie lange lassen wir uns das noch gefallen?????????????

der_gote
11
11.1.2012, 12:15
hast dir schon mal angesehen wie Batterien erzeugt

werden ,was da drinnen ist und wie das wieder entsorgt wird?

Hast dir schon mal angesehen wie die Energieerzeugung aussieht (auch wenn es unglaublich ist .... aber der Strom kommt nicht nur aus der Steckdose).

Den Verkehr zu elektrifizieren und damit umweltschonend zu sein ist genauso eine Lüge wenn nicht alles ordentlich berücksichtigt wird.

Aber ich weiß, die Batterien werden in China erzeugt. Was geht uns das an .....

Entfesselter Prometheus
21
11.1.2012, 12:14
Das Elektroauto ist eine Chimäre

Der Strom muss irgendwo erzeugt werden, wenn nicht im Auto selbst. Also braucht es erst wieder jede Menge Kraftwerke. Danach muss der Strom transportiert werden mit den üblichen Verlusten. Das alles ist noch ineffizienter als die bisherige völlig ineffiziente Methode der Verbrennungsmotoren.

Wie unendlich oft widergekäut, ist dieser Zustand das Produkt einer zentralisierten Oligarchie, die damit unerhört reich geworden ist, einen ganzen Planeten in völliger Abhängigkeit hält und jede Änderung im Keim erstickt. Elektroautos sind dabei nur irrelevante Placebos.

Grisu der kleine Drache
02
11.1.2012, 14:17

Der Wirkungsgrad vom Kraftwerk bis zu den Antriebsrädern ist nicht schlechter als bei einem Verbrennungsmotor, eher sogar ein wenig besser.

Der entscheidende Punkt ist aber ein anderer: Ein Benzinauto braucht Öl. Notfalls kann man Kohle verflüssigen (teuer und ökologisch ein Wahnsinn) oder auf Erdgas umrüsten.

Ein Elektroauto braucht Strom. Der kommt aus Kohle, Wind, Sonne, Wasserkraft, Uran, Fusionskraftwerken, Geothermie ... - du hast die freie Wahl. (Dank der hohen Effizienz des E-Motors kann man sich auch relativ teuren Strom leisten.)

Das E-Auto ist der Schlüssel zum Brechen der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Und der Schlüssel zum E-Auto ist ein guter, leistbarer Akku.

rompitasche
00
11.1.2012, 16:06

aus Fusionskraftwerken?
not in my lifetime (und der meiner Kinder wahrsch. auch nicht)

convespasipuo
 
00
11.1.2012, 13:16

wenn wir den Strom aus erneuerbaren in dezentralen Strukturen gewinnen haben wir keines der von Ihnen beschriebenen Probleme!

higgs - wozu?
33
11.1.2012, 12:42

naja, das mangelnde potential der elektroautos als problemlöser liegt ausschließlich an der akkutechnologie, bzw. der fehlenden oder unveröffentlichten alternativen zu den akkus.
teslas elektroauto fuhr ohne batterien.
1996 kam in amiland der ev 1 auf den markt - ein enorm alltagtaugliches und effizientes elektroauto - viele wurden verkauft, dann wurden alle eingestampft - auf wessen zuruf hin, brauch ich dir eh nicht erzählen.
es ist davon auszugehen, daß sämtliche technologien zur lösung unserer energieprobleme bereits fertig entwickelt in irgendwelchen schubladen vergammeln, weil man uns lieber mit erdöl und atomstrom in der abhängigkeit hält und melkt.
auch die meist eher kurze lebenserwartung der freien energieforscher spricht dafü

Pyotr Alexeyevich
00
11.1.2012, 16:17

"Freienergie" ist ein Hirngespinnst. Und weil die wissenschaftlichen Argumente genau so wie die erfolgreiche Prototypen fehlen (blöde Thermodynamik!), müssen Verschwörungstheorien her.

higgs - wozu?
00
11.1.2012, 16:24

hier hast du die theoretische, streng schulwissenschaftliche herleitung plus dem empirischen nachweis:
http://www.youtube.com/watch?v=D2I3EJyYcfc

hier hast du 500 patente und nachweislich funktionierende maschinen:
http://www.free-energy-info.com/

die nicht funktionierenden sind in einem eigenen kapitel;-)

Pyotr Alexeyevich
00
11.1.2012, 17:29

Ich seh in dem Video kein tonnenschweres Elektroauto ohne Batterien auf mühelos 150KMH beschleunigen ..hat wahrscheinlich die CIA rausgeschnitten.

Entfesselter Prometheus
01
11.1.2012, 13:28
Ja sicher ist es das, das ist für jeden der es sehen will offensichtlich

Der Verbrennungsmotor kommt demnächst ins biblische Alter von 120 Jahren. Nahezu unverändert, während die Technolgie andernorts sich ununterbrochen ändert.

Aber wie beschrieben, ist es zentralisiert und enorm einträglich. So what?

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