Akten für U-Ausschuss: Telekom und Behörden säumig

10. Jänner 2012, 18:18
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    Fast zweieinhalb Monate nach Konstituierung wartet der U-Ausschuss noch immer auf wichtige Akten zu den möglichen Kursmanipulationen im Fall Telekom.

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    Legte ein Schweigegelübde für den U-Ausschuss ab: Grasser.

Vorsitzende Moser kritisiert auch Justiz und Verkehrsministerium

Mit Startschwierigkeiten kämpft der Untersuchungsausschuss, der sieben Politaffären beleuchten will. Morgen, Donnerstag, treten die Fraktionsleiter zusammen, um zu beraten, wann die ersten Zeugen einvernommen werden. Ursprünglich wollte man Ende Jänner - drei Monate nach Konstituierung des Gremiums - mit dem Befragen von Auskunftspersonen beginnen. Doch nun steht eine Verschiebung des Plans im Raum.

Hintergrund: Ein knappes Drittel der angeforderten Justizakten von der Staatsanwaltschaft Wien und der Oberstaatsanwaltschaft ist bis heute nicht eingelangt. Ein Teil dieser ausstehenden Unterlagen betrifft den Fall Telekom, darunter das Material zu möglichen Kursmanipulationen, mit dem sich der U-Ausschuss als Erstes beschäftigen will.

Moser und Pilz: Erste Zeugenladungen im Februar

Die Grünen, Vorsitzende Gabriela Moser und Ausschussmitglied Peter Pilz, rechnen daher erst mit Zeugenladungen im Februar. Moser: "Ich hätte mir von der Justiz ein rasches Übermitteln des Aktenmaterials gewünscht. Wir warten mit besonderem Nachdruck auf die Akten, die den Telekom-Fall betreffen." Säumig seien auch die Finanzmarktaufsicht und das Verkehrsministerium. Die Telekom selbst hat bisher auch keine Unterlagen übermittelt, sie lässt derzeit überprüfen, ob sie das als börsennotiertes Unternehmen darf.

Doch die Abgeordneten kämpfen nicht nur gegen das mäßige Tempo von Justiz, Behörden, Ministerien, Unternehmen. Die erste Tranche an Unterlagen von der Justiz langte zwar vor Weihnachten im Parlament ein - allerdings ohne Inhaltsverzeichnis. "Auch das verzögert die Lektüre und die Recherche", kritisiert Moser.

Werner Amon, Fraktionsleiter der ÖVP, stört, dass ein Großteil der übermittelten 90.000 Seiten als "geheim" eingestuft wurde. Das bedeutet: Diese Unterlagen können von den Ausschussmitgliedern nur in einem speziellen Raum eingesehen und abgeschrieben werden - das Aktenstudium gestaltet sich äußerst mühsam. Amon in Richtung Oberstaatsanwaltschaft Wien: "Das ist schlicht kontraproduktiv und inakzeptabel." Auch FPÖ-Fraktionsführer Walter Rosenkranz hält zu dem Tauziehen um die Akten fest: "Da wiehert der Amtsschimmel gewaltig. Das könnte alles viel schneller, einfacher, weniger bürokratisch funktionieren."

Werner Pleischl, Leiter der Oberstaatsanwaltschaft Wien, erklärt nun, dass die Unterlagen auf "vertraulich" herabgestuft werden, damit sie leichter zu bearbeiten sind.

Grasser: Keine Aussage, solange Strafverfahren läuft

Hintergrund für das Umdenken dürfte eine Weisung von oben gewesen sein. In einem Brief mit der Aktenzahl BMJ-Pr2235/0004-Pr1/2012 schreibt Justizministerin Beatrix Karl (ÖVP) nämlich an Parlamentspräsidentin Barbara Prammer: "Da ich in der Sache selbst eine derart hohe Vertraulichkeitsstufe nicht für erforderlich halte, habe ich die Oberstaatsanwaltschaft Wien ersucht, (...) mit dem Vermerk "GEHEIM" übermittelte Unterlagen (...) auf "VERTRAULICH" zu ändern." Doch auch nach einem verzögerten Beginn der Zeugenladungen kann sich der U-Ausschuss schon auf neuen Widerstand einstellen.

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der in mehreren Causen (Buwog, Inseratenvergabe, Glücksspielgesetz) geladen wird, hat durch Anwalt Manfred Ainedter ausrichten lassen, dass er sich der Aussage entschlägt, solange das Strafverfahren gegen ihn läuft. Vorsitzende Moser zum Schweigegelübde: "Wir haben seine Rechte zu akzeptieren. Bei Belangen, wo er nicht in Verfahren verwickelt ist, muss er aber Auskunft geben - und ich erwarte, dass er sich daran hält."

Ein von Grasser selbst angestrengtes Verfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Innsbruck übrigens als "nicht rechtswidrig" eingestellt: Sein Anwalt hatte Anzeige wegen Amtsmissbrauchs eingebracht, weil die Justiz die Medien über die Hausdurchsuchungen bei Grasser informiert hat. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD; Printausgabe, 11.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 173
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3ch0
00
12.1.2012, 15:25

warum wurden hier regelmässig postings gelöscht?

maus 14
00
11.1.2012, 18:39

unschuldsämmer der republik

weg sinds alle

grassers nulldefizit

wusste keiner , dass das ein schmäh ist und nur auf ausverkauf basierte?(unschuld natürlich für erm)
jetzt steh ma da und schauen durch die röhre.
ein paket , noch und noch eines und das nächste und das übernächste-das paket 2012 wird nicht das letzte sein
lachen sich die zocker ins fäustchen

sind im paket auch rigorose massmahmen gegen das zockertum enthalten oder rigorose verwaltungseinsparungen(damit meine ich nicht nur primitiven beamtenabbau ohne greifende umfassende reform)

Marko Han
00
11.1.2012, 17:31
Mich kotzt es nur noch an...

Ich würde es sehr begrüssen, wenn jetzt endlich einmal was passieren würde. Das gibt´s doch nicht. Wollen oder können die nicht diese verlogene Bande hinter Gitter bringen? Als Normalobürger wären wir bereits für 15 Jahre hinter schwedischen Gardinen verschwunden.

Nobody fucks with Hos'i Gacki
00
11.1.2012, 16:31
Die Mafia regiert mit, also ...

Zivilgeselle
00
11.1.2012, 16:30
Später anfangen - früher aufhören

Jetzt verzögert sich schon der Anfang und spätestens ab Mitte 2012 wird die ÖVP darauf drängen den UAusschuss wieder abzudrehen (Burgenland und NR Wahlen .... )

Wenn also Behördenverzögerung und Einstellungswünsche erfolgreich sind, könnte sich die schwarz-blau-orange Zweckgemeinschaft um die Aufarbeitung ihrer korrupten Geschichten keine Sorgen machen.

Es wird keine Ergebnisse geben - mangels Zeit !!!!

mayflower2
00
11.1.2012, 14:50

Gibt es jemanden der sich darüber wundert ?

Jerry Cantrell
11
11.1.2012, 14:30

Eigentlich müsste der Grasser ja froh sein wenns ihn in U-Haft nehmen würden. Dann müsst er wenigstens nimmer jeden Tag neben dem brunzdummen und potthässlichen Voikrapfen namens Fiona aufwachen...

Eins von Gottes Ebenbildern
00
11.1.2012, 14:46

Wenigstens die Liebe zu seiner Frau scheint ehrlich zu sein, sodass sie auch zu respektieren ist. (hüstel)

Allerdings nimmt für die Fiona die "Unschuldsvermutung" keiner mehr wirklich ernst, oder? Und das obwohl sie in Weiß geheiratet hat... tststs

lg mensch

deja vu
01
11.1.2012, 13:14
Wie hat ein Film von Clint Eastwood geheißen? War das "hang 'em high"?

Marko Han
00
11.1.2012, 17:35
:-)

The good the bad and the ugly.
Gabriele Moser | Karl Heinzi Grasser | Fiona Pacifico Griffini-Grasser

Prof.Dr.Tyler Durden
00
11.1.2012, 20:26
Häßlich ist die Moser

böse der Grasser und gut die Fiona ?

Prof.Dr.Tyler Durden
00
11.1.2012, 20:31
Wobei mir gerade was aufgefallen ist:

Wenn man moser bei google bilder googelt sieht man dass sie irgendwie grasser gleicht - nur älter und mit brille

Sternchen100
02
11.1.2012, 12:34

Ich wünschte, dieser Mensch würde endlich Ö. verlassen und auswandern, z.B. nach Kolumbien, Mexiko, Haiti, Kongo oder Nigeria... Dort fühlt er sich wohl, dort gehört er hin. Und wir müssten ihn wenigstens nimmer sehen. Unser Geld sehen wir sowieso nie wieder, und die Verfahren werden verjährt und vertuscht.

Und er möge bitte seine noblen Kumpel und Freunderl von schwarz und blau mitnehmen.

Station To Station
 
03
11.1.2012, 12:29
Walter Rosenkranz "Da wiehert der Amtsschimmel gewaltig. Das könnte alles viel schneller, einfacher, weniger bürokratisch funktionieren."

Stattgegeben.
Sch*ssel, Gr*sser, Meisch*erger & Co. sofort in Haft.
das Privatvermögen dieser "Leistungsträger" wird gepfändet und zur Wiedergutmachung der Schäden, die schwarzbraun an dieser Republik hinterlassen hat, verwendet (allein: es wird nicht reichen).

Und jetzt geh' ich mich fremdschämen, EINMAL einem FPler recht geben zu müssen...

chg4711
00
11.1.2012, 16:23
Solch radikale Lösungen..

haben sich auch im dritten Reich schon bewährt.
Gruß vom Wirtshaustisch.

chg4711
00
11.1.2012, 16:23
Solch radikale Lösungen..

haben sich auch im dritten Reich schon bewährt.
Gruß vom Wirtshaustisch.

Prof.Dr.Tyler Durden
00
11.1.2012, 13:48
Schwache Aussage eines Abgeordneten

Der Nationalrat hat es ja in der Hand die Rechtslage so zu gestalten dass alles weniger bürokratisch geht

Sternchen100
03
11.1.2012, 12:26

Wetten, dass es KHG schafft, die Verfahren so lange rauszuzögern, bis sie verjährt sind?

Vermutlich hat die halbe ÖVP Angst, dass er zuviel ausplaudert.

sir osis of liver
 
28
11.1.2012, 10:47

eine rotzfreche betrügerpartie pflanzt die öffentlichkeit - mit hilfe der justiz.

Harald Bruckner
01
11.1.2012, 10:43
Missverständnis

Erstaunlich, wie viele Poster den Ausschuss für ein Gericht halten!
Ich erwarte mir hier Aufklärung darüber, wieso in offensichtlichen Betrugsfällen die Behörden nicht weiter tätig wurden. Da sollten entweder politische Maßnahmen oder Arbeit für die Staatsanwaltschaft herauskommen.

G.G.White
01
11.1.2012, 09:52
Verfahren wurde als "nicht rechtswidrig" eingestellt

interessant!

Mika Eskimo
 
00
11.1.2012, 09:26

Amon in Richtung Oberstaatsanwaltschaft Wien: "Das ist schlicht kontraproduktiv und inakzeptabel."

P.S.:
Vielen Dank, genau so haben wir uns das vorgestellt.
Weitermachen!!!

Kritiker1A
03
11.1.2012, 09:19
Was ist eigentlich aus der YLINE Affäre geworden, wo der Grasser bersucht hat der YLine die Telekom übernehmen zu lassen ?

Da hatte doch der Anwalt des Grassers Anteile davon, gehört hat man schon ewig nix mehr davon.
Auch davon nicht dass Grasser seinen Freunde in der YLine ja über das HomePage Design Geld zukommen hat lassen, damit er offenbar beim YLine/Telekom Deal (der ja nix geworden ist), mitschneiden darf.
Was ist mit der Geldkoffer Geschichte mit Grassers Schwiegermutter ? Geldkoffer die der Grasser ohne Diplomatenpaß vermutlich nie transportiert hätte!

Kritiker1A
02
11.1.2012, 09:15
Säumig seien auch die Finanzmarktaufsicht und das Verkehrsministerium.

Das die Finanzmarktaufsicht säumig ist, ist schon seit vielen Jahren bekannt.
Wäre dem nicht so dann hätte es eine Causa Meinl, BAWAG, Immofinanz/Immoeast/Constantia, Hypo Adria, Kommunalkredit, etc. etc. erst gar nicht gegeben, bzw. wäre eben von der Finanzmarktaufsicht aufgedeckt/angezeigt worden.

Aber dieses staatlichen Kontrollorgane haben ja offenbar viele eher die Aufgabe, Skandale in denen Politiker oder Parteinahe (Spender etc.) eingebunden sind zu vertuschen oder zu verdecken bzw. die Rolle der Personen herunterzuspielen!

Sternchen100
00
11.1.2012, 12:29

Und jetzt ratet mal, welche Partei diese entsprechenden Ministerien verwaltet und damit dafür sorgt, dass es zuwenig Richter, Staatsanwälte, Finanzamtsbeamte für Budgetkontrollen und Kartellbildung, Kontrollorgane usw. gibt ?!!!

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