Israelischer Generalstabschef warnt vor alawitischen Flüchtlingen aus Syrien
Jerusalem - Im Fall eines Sturzes des syrischen
Präsidenten Bashar al-Assad muss sich Israel nach eigener
Einschätzung für eine Aufnahme alawitischer Flüchtlinge auf den
Golan-Höhen bereitmachen. "Assads Sturz wird der alawitischen
Gemeinschaft schaden", sagte einem Sprecher zufolge der israelische
Generalstabschef Benny Gantz am Dienstag vor dem Parlamentsausschuss
für auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung. Assad selbst gehört
zur Gemeinschaft der Alawiten.
Gantz sagte, Assad könne sich nicht mehr an der Macht halten und
sein Sturz werde zu "Rissen in der radikalen Achse" führen. Damit
bezog sich der General auf den Iran, die libanesische Hisbollah und
die palästinensische Hamas, die Israel gegenüber feindlich
eingestellt sind. Er äußerte zudem Befürchtungen, dass Waffen wie zum
Beispiel Luftabwehrraketen im Zuge eines Umsturzes von Syrien in den
Libanon gebracht werden könnten. Gantz schloss gegen Israel
gerichtete Unruhen auf den Golan-Höhen nicht aus.
Vergangene Woche hatte Israels Verteidigungsminister Ehud Barak
vor den möglichen Folgen eines Sturzes des syrischen Staatschefs
gewarnt und behauptet, Assad und seiner Familie blieben nur noch
"einige Wochen" an der Macht.
Die israelische Armee hatte die Golan-Höhen 1967 erobert und 1981
annektiert, rund 20.000 Siedler leben dort seither. Die syrische
Regierung fordert als Bedingung für einen Frieden mit Israel eine
Rückgabe der Region. (APA)