Österreichs NHL-Beiträge Vanek, Grabner und Nödl schlittern mit ihren Clubs immer weiter in die sportliche Krise und sind zur Halbzeit der "Regular Season" fernab vom Play-off-Kurs
Nur 41 Punkte aus 41 Spielen, im Spiel der Buffalo Sabres ist der Wurm drin. Während sich Topteams wie die New York Rangers (56 Punkte), Vancouver (55), Boston und Detroit (je 53) voll auf Play-off-Kurs befinden, schlittert das Team um Thomas Vanek immer mehr ins sportliche Abseits. Bei weiteren 41 noch ausständigen Spielen ist zwar längst nicht alles verloren, doch bei den Sabres beginnt sich zur Halbzeit der "Regular Season" Frust zu manifestieren. Folgen die Sabres dem aktuellen Trend, dann laufen sie Gefahr, das Play-off bereits zum dritten Mal in den letzten fünf Jahren zu verpassen.
Hatte man zu Beginn der Saison noch gehofft, im Kampf um den Stanley Cup eine mitentscheidende Rolle spielen zu können, geht es nun vorrangig darum, überhaupt einen Play-off-Platz zu ergattern. Der Club aus Buffalo liegt mit fünf Punkten Rückstand auf den rettenden achten Platz nur auf Rang elf der Eastern Conference. Beinahe täglich auftretende Verletztenmeldungen trüben den ursprünglich verbreiteten Optimismus entschieden.
Nur Vanek und Pominville unter den 107 besten Ligascorern
"Wir machen uns das Leben selbst schwer", wird Vanek in den "Buffalo News" zitiert. Vanek selbst ist mit seinen bisher 19 Treffern (21 Assists) bester Schütze der Sabres, ihm am nächsten kommt Sturmkollege Jason Pominville mit 14 Toren und 29 Vorlagen. Der drittbeste Scorer im Team, Derek Roy, brachte es bislang nur auf acht Tore und 16 Assists. Die Tatsache, dass sich unter den besten 107 Ligascorern nur zwei Akteure aus Buffalo befinden, verdeutlicht die Misere.
Die Linie mit Drew Stafford, Ville Leino und Brad Boyes hat es bei 98 Einsätzen auf bescheidene 13 Tore gebracht, kassiert jedoch beachtliche 12,5 Millionen Dollar im Jahr. Da ein Unglück selten allein kommt, gesellen sich zu den Schwächen in der Offensive auch Probleme in der Defensive. Der Jahr für Jahr mehr als nur solide Keeper Ryan Miller läuft seit dem brutalen Check von Bostons Enfant terrible Milan Lucic am 12. November letzten Jahres seiner Form hinterher. Miller rangiert mittlerweile in der Fangquote mit 0,901 an unterirdischer 54. Position.
Die 2:6-Niederlage gegen Boston markierte einen dramatischen Wendepunkt für Buffalo, das zuvor vier Spiele in Serie gewinnen konnte. Mit der Verletzung von Keeper Miller, der wegen Kopf- und Nackenverletzungen nach dem Boston-Match neun Spiele pausieren musste, begann eine schier unglaubliche Verletzungsserie, die sich wie ein Virus unbarmherzig durch das Team pflügte. Tyler Myers versäumte 19 Spiele, Brad Boyes 13, Patrick Kaleta zwölf, Mike Weber und Nathan Gerbe je elf, Cody McCormick, Corey Tropp und Ville Leino je zehn, Tyler Ennis und Colin Stuart je neun, Jochen Hecht sechs, Andrej Sekera fünf, Christian Ehrhoff vier und so weiter und so fort. Mittlerweile sind die Sabres in der Folgeperiode zum viertschlechtesten Team der Liga mutiert. Die Punktequote der Sabres ist auf 0.404 abgedriftet, schlechter ergeht es nur Tampa Bay (0.380), Edmonton (0.300) und Anaheim (0.283).
Im Spiel gegen Toronto müssen die Sabres ohne Tyler Ennis, Andrej Sekera, Christian Ehrhoff und Derek Roy auskommen, ihre Comeback-Termine stehen aktuell noch in den Sternen. "Aus Sicht eines Trainers wundert man sich, was hier abgeht, für die Spieler bedeutet dies konstante Veränderung", kommentiert Coach Lindy Ruff die brenzlige Lage.
Mittelprächtige Aussichten für Grabner und Nödl
Auch die beiden übrigen Beiträge Österreichs zur NHL, Michael Grabner und Andreas Nödl, hätten sich die Saison bestimmt anders vorgestellt. Erzielte Grabner letzte Saison noch 34 Treffer, konnte der Kärntner bislang nur zehn Tore (7 Assists) verbuchen. Sein letzter und insgesamt 50. NHL-Treffer gelang dem 24-Jährigen gegen die Winnipeg Jets vier Tage vor Weihnachten, seitdem ist Flaute. Die Islanders halten aktuell bei dürftigen 34 Punkten und brauchen sich wohl kaum mehr Gedanken über die K.-o.-Phase machen.
Wenig besser ergeht es Andreas Nödl in Carolina. Die Hurricanes haben spärliche 35 Zähler auf ihrem Konto, duellieren sich mit den Islanders bestenfalls um die rote Laterne im Osten und verfügen nur über das drittschlechteste Penalty Killing der gesamten Liga. Nödl hat knapp vor Weihnachten und damit rund einen Monat nach seinem Transfer von Philadelphia nach Carolina seine ersten beiden Saisontreffer erzielt, die Integration in das Team des Stanley-Cup-Siegers von 2006 ist ihm aber noch nicht nach Wunsch geglückt. (derStandard.at, 10.1.2012)