OMV-Tochter

Petrom fasst in Rumänien Millionenstrafe aus

10. Jänner 2012, 15:23

Wien/Bukarest - Die rumänischen Wettbewerbshüter haben die OMV-Tochter Petrom und vier weitere Ölkonzerne wegen Absprachen bei der Rücknahme des Treibstoffes Eco Premium vom Markt zu Millionenstrafen verdonnert. Die Petrom soll die höchste Strafe ausgefasst haben, sie soll bei mehr als drei Prozent ihres Jahresumsatzes liegen. Über den Konkurrenten Rompetrol sei eine Strafe von weniger als drei Prozent des Jahresumsatzes verhängt worden. Weiters wurden Strafen über rumänische Töchter von Lukoil, MOL und ENI verhängt. Die Gesamtsumme der Strafen belaufe sich auf 880 Mio. Lei (202 Mio. Euro), sagten die Wettbewerbshüter auf einer Pressekonferenz in Bukarest, wie Agenturen am Dienstag berichteten.

Petrom wird vorgeworfen, die Gesprächen über die Rücknahme der Treibstoffsorte begonnen zu haben. Die Analysten von KBC Securities schätzen, dass rund 128 Mio. Euro der Strafe auf Petrom entfallen dürften, was in etwa fünf Prozent der EBIT-Prognose für 2011 entspreche. 

Berufung

Die OMV Petrom, die zu 51,01 Prozent dem börsenotierten Mineralölkonzern OMV gehört, und deren ebenfalls betroffene 100-prozentige Tochter Petrom Marketing werden gegen die in Rumänien verhängte Kartellstrafe im Gesamtausmaß von umgerechnet 117,1 Mio. Euro gerichtlich berufen, teilte die OMV in einer Ad-hoc-Aussendung am Dienstag mit. Die Strafen seien nicht gerechtfertigt. Auf die Petrom entfalle eine Geldbuße von 366,530.965 Lei (85,2 Mio. Euro), auf deren 100-prozentige Tochter OMV Petrom Marketing SRL 137,288.031 Lei (31,9 Mio. Euro), hieß es in der knappen Mitteilung.

Insgesamt fünf Ölkonzerne wurden in Rumänien wegen Wettbewerbsverstößen bei der Rücknahme des Tankstellenprodukts Eco Premium (mit Bleiersatzstoffen versehenes Benzin) vom rumänischen Treibstoffmarkt zu einer Gesamtstrafe von 880 Mio. Lei (202 Mio. Euro) verdonnert, gaben die Kartellwächter heute, Dienstag, in Bukarest bekannt. Neben der OMV sind auch die Töchter der Ölkonzerne Lukoil, MOL und ENI (Agip) betroffen sowie der rumänische Ölkonzern Rompetrol. Die OMV soll die Absprache über die Rücknahme des Treibstoffs vom rumänischen Tankstellenmarkt gestartet haben, wird dem Konzern vorgeworfen. Die OMV-Petrom fasste die höchste Strafe aus. Mit Eco Premium hatte die OMV-Tochter zwischen 2005 und 2008 gehandelt, die Rücknahme vom Markt erfolgte Ende März 2008.

In den ersten neun Monaten 2011 erzielt die Petrom einen Nettogewinn von 2,919 Mrd. Lei (669 Mio. Euro), ein Plus von 105 Prozent im Jahresvergleich. Das Ebit legte um 87 Prozent auf 3,754 Mrd. Lei zu. (APA)

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12 Postings
Flip
00
10.1.2012, 23:13

Na da kann man gleich die Boni verdreifachen weil die Strafe nicht Milliarden betrug. *augenroll*

system1
30
10.1.2012, 18:38
und? weiter? nur unternehmen koennen nach einer

verurteilung einfach so weitermachen.... als straftaeter.

RO81
00
11.1.2012, 09:29

straftäter?

gott sei dank wurde in anderen ländern bereits früher bleihaltiger treibstoff vom markt genommen...

Bastibastibasti
11
10.1.2012, 15:13

Wenn 5 Unternehmen beschließen, ein Produkt aus Umweltschädlichen/Gesundheitsschädlichen Gründen vom Markt zu nehmen, wird eine Strafe verhängt?

Eine Frechheit. sollen doch froh sein, dass dieser Schritt gegangen wurde.

oder hat der Rumänische Staat mittlerweile auch EINNAHMEN Probleme? dann wäre dieser Schritt verständlich...

GTV916
 
00
10.1.2012, 15:56
Oaga Dexd!

Bastibastibasti
00
10.1.2012, 15:15

ja!

omv (österreich) über 3 %!
Rumänische Firma unter 3 %!

wenn alle geich viel oder keiner. sonst ist es wieder wettbewerbsverzerrend und man muss über die wettbewerbsbehörde eine wettbewerbsklare verhängen. ;-)

parmigiano
00
10.1.2012, 19:24

ALLE bestraften sind rumänische unternehmen. ALLE bestraften gehören zu einer nichtrumänischen gruppe. Ihr vorwurf geht also völlig ins leere.

man kann sich auch künstlich aufregen. insbesondere, wenn man schlecht informiert ist oder schlecht informiert sein will.

U-Bahn Steuer
00
10.1.2012, 17:55

die rompetrol ist so rumänisch wie die petrom

GTV916
 
20
10.1.2012, 15:53
Die OMV ...

... hat 51% der PETROM gekauft, noch vor dem EU-Beitritt Rumäniens und zu einem höchst fragwürdigen Preis. Die Petrom war ehemals größter Arbeitgeber in diesem Land - wie's nach Übernahme durch die OMV aussieht, muß man wohl nicht extra ausführen ... auf jeden Fall, Mitleid mit der OMV ist nicht angebracht ;-)

RO81
00
11.1.2012, 09:36

wenn man bedenkt, dass eine petrom mit mehr 10 mal sovielen mitarbeitern, wie eine omv nicht einmal annähernd an das ergebnis einer omv herangekommen ist, liegt auf der hand, dass etwas nicht richtig gelaufen ist.

abgesehen davon verstehe ich, dass die produktion von gartenschläuchen und anderen dingen nicht zum kerngeschäft eines mineralölkonzerns zählen und solche ableger einer aktiengesellschaft daher abgestossen werden...

man sollte sich einmal erkundigen, warum die petrom so viele angestellte hatte und wieviele davon wirklich ausgelastet waren.

Adolf Ogi
00
10.1.2012, 19:49
1,5 Milliarden

die OMV hat ca. 1,5 Milliarden Euro für die Petrom bezahlt, in zwei Schritten. Erst einmal flossen 700 Millionen Euro an den rumänischen Staat für ein Aktienpaket von 33,3 %. Dann investierte die OMV noch einmal 800 Millionen Euro in eine Kapitalaufstockung, um erstens den Anteil auf 51% zu erhöhen und zweitens dem Unternehmen frisches Kapital zur Verfügung zu stellen, um die vollkommen veraltete Raffinerie in Plojescht zu renovieren. Summa summarum war das alles andere als billig.

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