Landesrat Stemer fordert schnellere Verhandlungen für ein attraktiveres Dienst- und Besoldungsrecht, um Lehrberuf beliebter zu machen
In Vorarlberg herrscht Lehrermangel. Laut dem zuständigen Landesrat Siegmund Stemer (ÖVP) gibt es einen "eindeutig pensionsbedingten Rückgang" beim Personal an den Schulen. Vor allem die Pflichtschulen seien betroffen. An den Bundesschulen fehlten 20 bis 30 und an den Pflichtschulen 30 bis 40 Lehrpersonen. "Das klingt wenig, ist aber für Vorarlberg eine nennenswerte Zahl", sagt Stemer im Gespräch mit derStandard.at.
An den Bundesschulen fehlen laut Stemer vor allem Fachlehrer für Mathematik, Naturwissenschaften und technische Fächer. Die Konsequenz: "Fast unzumutbare Mehrdienstleistungen", die geleistet werden, damit kein Unterricht entfällt. In den Pflichtschulen fehlten die Lehrer generell, aber auch hier gebe es vor allem in Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern Lücken. "30 oder 40 Lehrer könnte ich sofort aufnehmen", sagt Stemer. Dann sei es auch möglich, eine Reserve zu bilden, um Ausfälle zu kompensieren. Stemer geht davon aus, dass die "Durststrecke" zwei bis drei Jahre dauern wird. Bis dahin dürften wieder genug neue Lehrer ausgebildet worden sein.
Stemer wirft der Bundesregierung vor, zu spät auf die Penionierungswelle reagiert zu haben. Vor allem ein neues, attraktiveres Dienst- und Besoldungsrecht sei nun "so rasch wie möglich" zu beschließen. Die Verhandlungen von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Beamtengewerkschaftschef Fritz Neugebauer (ÖVP) zu diesem Thema sind allerdings noch weit von einem Ergebnis entfernt. (red, derStandard.at, 10.1.2011)