Salzburger Studie zu Internet: Zwei von 100 Jugendlichen sind süchtig

10. Jänner 2012, 13:05

Burschen stärker gefährdet als Mädchen - Problem sind vor allem Online-Rollenspiele

Sie haben keine Kontrolle mehr über ihren Internetkonsum, wissen nicht mehr, wann es Zeit ist, den Computer abzuschalten und haben Entzugserscheinungen, wenn sie keinen Zugang zum World Wide Web haben: Für 2,5 Prozent der Salzburger Schülerinnen und Schüler verschwimmt die Grenze zwischen Online und Offline, sie gelten aus abhängig von Internet und PC, 1,6 Prozent als abhängigkeitsgefährdet. Das ergab eine Studie, die am Dienstag in Salzburg vorgestellt wurde.

434 Fragebögen

Für die Untersuchung zur Computer- und Internetnutzung von Salzburgs Schülerinnen und Schülern wurden 434 Fragebögen von Jugendlichen der 5., 9. und 10. Schulstufe ausgewertet, erläuterte Studienleiter Univ.-Prof. Friedrich Wurst vom Salzburger Landesklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie, der die Untersuchung in Kooperation mit Univ.-Prof. Anton Kühberger vom Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg durchgeführt hat. Befragt wurden die Jugendlichen im Frühsommer 2010. Burschen sind von Internetabhängigkeit doppelt so häufig betroffen wie Mädchen, berichtete Wurst.

Immerhin verbringen die befragten Burschen knapp vier Stunden pro Tag vor dem Bildschirm, Mädchen rund drei Stunden. Zum Vergleich: Gelesen wird 19,3 Minuten (Buben) und 34,3 Minuten pro Tag (Mädchen). Auffällig für die Studienautoren war, dass bei den suchtgefährdeten Jugendlichen der Vater häufig arbeitslos oder teilzeitbeschäftigt war. Die Risikogruppen rauchen häufiger, leiden unter Angst und Depressionen, schwänzen öfter die Schule und haben wenig Freunde außerhalb der Schule, sagte Wurst. Während Buben Fußball- und Schießspiele bevorzugen, beschäftigen sich Mädchen häufiger mit Simulations- und Geschicklichkeitsspielen. Die Internetnutzung über Mobiltelefone spielte bei der Untersuchung noch keine Rolle. "Heute sähe das sicher anders aus", meinte Kühberger.

"World of Warcraft"

Großes Suchtpotenzial haben die Online-Rollenspiele wie "World of Warcraft". Dabei müsse man eine Rolle übernehmen und ständig präsent sein, um etwas zu erreichen, sonst gehe das Spiel an einem vorbei, erläuterte Kühberger. Die Untersuchung habe ergeben, dass jeder fünfte Jugendliche, der damit spielt, durch seine starke Präsenz in der virtuellen Welt Einbußen in der realen Welt - beispielsweise schlechtere Schulnoten - erleide.

Die Untersuchung hat aber auch eine gute Nachricht: Für den überwiegenden Teil der jungen Salzburger stellen Internet und Computer kein Problem dar. "Die meisten Menschen haben einen sehr verantwortungsvollen Umgang", meinte Wurst. Nur ein kleiner Teil der jungen Nutzer sei gefährdet. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Soziallandesrätin Cornelia Schmidjell (beide S) betonten angesichts der Ergebnisse, wie wichtig Prävention sei. Eine große Verantwortung käme Eltern und Schule zu, den Jugendlichen einen vernünftigen Umgang mit dem Internet zu vermitteln. "Bei dieser Form der Sucht kann man ja nicht völlig abstinent sein", meinte Schmidjell. (APA)

Mr. Bubbles
01
11.1.2012, 17:36

uije, disqualifikation in der ersten runde:
"Dabei müsse man eine Rolle übernehmen und ständig präsent sein, um etwas zu erreichen, sonst gehe das Spiel an einem vorbei"

wow frisst zwar zeit - viel zeit wenn man will, aber man verpasst nix, wenn man nicht online ist...

Mathias Steinlaus
 
01
10.1.2012, 14:14
Dabei müsse man eine Rolle übernehmen und ständig präsent sein, um etwas zu erreichen, sonst gehe das Spiel an einem vorbei, erläuterte Kühberger.

Wie kann man eine Studie von so jemandem ernst nehmen, der nicht mal weis, wie ein Onlinerollenspiel wirklich funktioniert!

1) Man übernimmt keine Rolle, sondern erstellt einen virtuellen Charakter (Avatar).

2) Online bedeutet ja schließlich, daß die Spielinhalte nur via Internetverbindung zugänglich sind - steht ja auf den Verpackungen mittlerweile drauf!

Das klingt ja so, als würde ein Dieter Bohlen versuchen, Metalmusik zu machen ...

TRockenmilch
00
16.1.2012, 11:21

ich versteh nicht was du willst. punkt eins ist nur eine andere formulierung und punkt 2 hat keinen passenden kontext.

im grunde ist dass nämlich eigentlich eine sehr schöne laienerklärung dafür was ein MMORPG ist.

wurm83
 
12
10.1.2012, 16:08
und dann übernimmst du die rolle der erstellten characters

das stimmt schon...

eher bedenklich finde ich, dass ein ansonst durchaus kompetent wirkender mensch, plötzlich keine fach worte mehr findet...und zB.: zu MMOs sagt "spiele wie world of warcraft"

das finde ich schon bedenklich, denn das ist grundwissen, und grundwissen sollte man schon haben wenn man sich so eingehend mit solchen dingen beschäftigt...

was würde man von ÖAMTC halten wenn der eine statistik über sprit verbrauch erstellt und zu Benzin "das zeug ähnlich wie diesel aber nicht genau so" sagt??

was ich ncoh fehlerhaft finde: lesen bleibt lesen...auch im internet...

und wie es jemand schaft 4 stunden im internet zu verbringen, dabei aber nur 19 minuten zu lesen ist mir ein rätsel..

gerade bei MMOs ...der chat...

Axi
 
00
11.1.2012, 07:13
und wie es jemand schaft 4 stunden im internet zu verbringen, dabei aber nur 19 minuten zu lesen ist mir ein rätsel..

Sie wissen aber schon, dass es völlig etwas anderes ist einen Chat, einen Bericht oder Texte in einem Spiel zu lesen als ein Buch (mit Inhalt)?
Und ich glaube, das ist damit gemeint.
btw: die Statistik (und diesen Bericht) finde ich trotzdem für'n Hugo...

TRockenmilch
00
16.1.2012, 11:22

dann sind 19 minuten aber viel zu viel. kein mensch liest ein buch im "internet".

STiAT
04
10.1.2012, 13:57

Wenn ich mir die Jugendlichen in den Öffentlichen anhöre denke ich 2 von 100 sind nicht süchtig.

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