Termin verworfen

Kein weißer Rauch vor Ende Februar

10. Jänner 2012, 13:02

Faymann: "Wir brauchen die Beschlüsse nicht vor März" - Der Plan, konkrete Ergebnisse am 15. Jänner zu präsentieren, ist verworfen

Wien - Das Sparpaket war das Thema der ersten Ministerratssitzung im Jahr 2012. Streng geheim wird darüber im Bundeskanzleramt beraten. Streng geheim ist alles, was das Sparpaket betrifft. "Niemand fällt um", sagt ÖVP-Wirtschaftsminister Mitterlehner im Pressefoyer vor der ersten Ministerratssitzung. Nach ein paar kurzen Fragen und Antworten ziehen sich die Regierungsmitglieder in das Sitzungszimmer zurück.

Bundeskanzleramt oder Sixtinische Kapelle

Das Bundeskanzleramt erinnert heute ein bisschen an die Sixtinische Kapelle in Rom. Sie hätten kein Schweigegelöbnis abgelegt antwortete der Bundeskanzler mit verschmitzten Lächeln auf die Frage eines Journalisten. Details zum anstehenden Sparpaket ließ sich die Regierungsspitze auch nach dem Ministerrat nicht entlocken. In der anschließenden Presseansprache versicherten Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger lediglich, dass die Gespräche gut liefen. Der ÖVP-Chef sah Annäherungen vor allem im Bereich Pensionen und Gesundheit. Noch weit voneinander entfernt sei man bei den Steuern, so Spindelegger.

Ganz so stehen lassen wollte das der Kanzler nicht: Auch die Gespräche im steuerlichen Bereich verliefen "ausgesprochen konstruktiv". Es gebe also keinen Grund für Drohgebärden oder Ähnliches. Auch Spindelegger erklärte auf Nachfrage, dass über Steuerideen gesprochen werde: "Wir reden über alles." SPÖ-Staatssekretär Andreas Schieder gibt leider auch keine genaueren Auskünfte.„Wir sind mit den vermögensbezogenen Steuern einen großen Schritt weiter“, so Schieder. Die Spekulationssteuer sei aber im Vergleich zum Arbeitseinkommen beispielsweise viel zu gering.

Weißer Rauch nicht vor Ende Februar

Trotz dieser optimistischen Ansagen gibt es offenbar große Verzögerungen bei den Verhandlungen. Ursprünglich hatte Faymann kurz nach Weihnachten angekündigt, dass erste konkrete Ergebnisse bereits am 15. Jänner vorliegen sollen. Komplett fertig geschnürt sein sollte das Sparpaket Ende Februar - darauf haben sich Faymann und Spindelegger im Ministerrat noch vor Neujahr festgelegt. Doch nun hat die Regierung ihren Zeitplan verworfen. Es soll erst Ende Februar weißer Rauch aus dem Kanzleramt aufsteigen.

"Wir brauchen die Beschlüsse nicht vor März", merkte Faymann an. Soll freilich das ursprüngliche Ziel halten, erste Maßnahmen schon mit April in Kraft zu setzen, müsste die Regierung doch aufs Tempo drücken. Denn wenn das Paket erst Ende Februar vorliegt, ginge es sich mit dem parlamentarischen Prozedere bis zum 1. April nicht aus. Dass man weiter nicht in Details gehe, entschuldigten Kanzler und Vizekanzler. Wenn man ständig einzelne Maßnahmen herausgriffe, würde das die Gespräche erschweren, meinte Faymann. 

Kritik von Opposition

Auch wenn inhaltlich noch wenig bekannt ist, üben sich FPÖ und BZÖ in Kritik an den Sparpaketsplänen der Koalitionsparteien. Für FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl agiert Kanzler Faymann wie "Magic Werner", der jeden Tag neue Steuerideen aus seiner Wundertüte hervorzaubere. "Statt neuer Steuern brauchen die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen mehr Netto vom Bruttolohn", erklärte Kickl in einer Aussendung. BZÖ-Koordinator Markus Fauland schoss sich indessen auf Vizekanzler Spindelegger und dessen Eingeständnis ein, dass man für eine koalitionsinterne Einigung schlussendlich auch über neue Steuern werde reden müssen. Der ÖVP-Obmann sei beim Thema Steuererhöhungen ein "Schwindelegger", so Fauland: "Die ÖVP hat ihr Versprechen gebrochen und fällt um." (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 133
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Genowo
00
13.1.2012, 10:53
Agrarministerium erneut Förderungskaiser.

Laut Förderbericht 2010 gab das Agrarministerium 2010 ganze 2.251.000.000 Euro (zweitauszweihundertfünzig Millionen Euro) Steuergelder als direkte Förderungen aus. Dazu erhalten die Bauern noch 177 Millionen Euro indirekte (steuerliche) Förderungen.

Jeder der 175.500 bäuerlichen Betriebe erhielt daher 2010 im Durchschnitt ganze 13.837 Euro Förderungen vom Staat, sprich vom Steuerzahler.
Für diesen Betrag müssen viele ArbeitnehmerInnen 10 bis 12 Monate arbeiten.

Die ÖVP hat also für ihre schwarzen Bauern so viel Subventionen herausgeschunden, wie die kleinen Hackler im Jahr verdienen. Wieso diese noch nicht brandschatzend über die Felder ziehen, entzieht sich meiner Einsicht. Am ehesten wohl, weil sie es schlicht nicht wissen.

Umgeleg

Genowo
00
13.1.2012, 11:07
Umgelegt auf alle 4 Mio. Erwerbstätigen, zahlt jeder von uns 50 Euro monatlich oder 600 Euro pro Jahr an die Bauern.

tonno-gi
01
11.1.2012, 13:40
so frölich....?

es entzieht sich meiner kenntnis warum man beim "den karren mit vollgas an die wand fahren" ständig noch so dümmlich grinsen muss !!!!
komplette bürgerfrotzelung...........wie lange noch....?

hcl3
00
11.1.2012, 11:18
die demokratie der geheimverhandlungen ?!

europas bürgerrechte gibts doch bloß auf dem papier !

anselm spica
02
11.1.2012, 10:43
streng geheim ????

die Typen setzen sich hin und verhandeln über MEIN Steuergeld (von dem sie so ganz nebenbei auch noch leben), beschließen irgendwas und haben dann die Frechheit zu sagen es sei alles STRENG GEHEIM ????
Denen ist wirklich nicht mehr zu helfen ...

nasser Fetzen fällt mir da ein

edurkheim
11
11.1.2012, 09:32
Warum werden durch SP/ÖVP - vollommen unlogisch und internaitonal unüblich - Sparpakte immer erst verhandel nach dem die größten Ausgabenbrocken Beamtengehälter und deren überhöhte Pensionen schon längst erhöht sind?

Man braucht sich nicht wundern wenn Strache als der angesehen wird der 2012 am ehsten für Österreich die gute Entscheidugnen treffen kann,

Weil SP/ÖVP nur an Österreich denken wenn es darum geht wie die Österreicher noch mehr für ihre Parteibonzen ausgenommen werden kann.

StVO2
00
11.1.2012, 21:00
Ich schau mir an,

wie sich Strache über Verfassungsbestimmungen hinwegsetzt und z.B. mit einem Federstrich überfallsartig Pensionen massiv kürzt, oder das Pensionsantrittsalter überfallsartig erhöht. der VfGH nennt so etwas in der Regel eine Verletzung des Vertrauensschutzes.

th004900
 
01
11.1.2012, 09:22
Informationsdefizit

Der/die Österreicher/in ist schon so vernünftig und kooperativ, etwas mitzutragen und auch Belastungen auf sich zu nehmen, wenn er versteht, aus welchem Grund und wofür es gut sein soll.

Doch woher sollen Vernunft und Kooperation kommen, wenn nach seinem/ihrem Wissen irgendwo in anderen Staaten, in Finanzzentralen oder sonstwo Miseren herbeigeführt wurden, die ihn/sie eigentlich nichts angingen, würden nicht andere Regierungschefs beschließen, dass auch er/sie zu sparen oder neue Steuern zu bezahlen hat, was seine Regierung aus ihm/ihr unerklärlichen Gründen akzeptiert, um sich dann im stillen Kämmerlein auszuhecken, was von ihm/ihr erlangt wird und ihn/sie vor vollendete Tatsachen stellt?

Alpensaga_Wurzel
00
11.1.2012, 09:10
Ist das die neue "Demokratie" von SPÖVP

Heimlich etwas beschließen und dann alle vor vollendete Tatsachen stellen?

hacmac
00
11.1.2012, 08:44

un/gut ding braucht weile

el ka
00
11.1.2012, 06:57

mehr Netto vom Bruttolohn

mit dem slogan ist bereits die FDP in die selbstvernichtung gegangen... also weiter so *g*

binGeladen
00
11.1.2012, 06:38
Franz Schwingenschrot
00
11.1.2012, 05:36

Sehr eilig dürfte es unsere Dilettantenregierung nicht haben mit dem Sparpaket.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Hoerbis
04
11.1.2012, 05:23
0% "Sparpaket" - - - 100% "Belastungspaket"

Allein die ununterbrochen strapazierte Diktion ist eine Beleidigung und Verarschung der Bürger.

Gut, von diesem Polit-G'sin**l sind wir eh nichts anderes gewohnt, aber weshalb lässt sich die ganze Presse dazu einspannen diese flasche und böswillig irreführende Begriffswahl weiter zu kolportieren?

Hoerbis
00
11.1.2012, 14:26

...das "flasche" da oben soll natürlich "falsche" heissen, ... aber auf der anderen Seite passt "Flasche" ja auch, bestens sogar, schließlich reden wir von Politikern.

Langsam würde mich eine Umfrage interessieren, welcher Berfustand derzeit am meisten verachtet wird:
(a) Banker
(b) Politiker
oder immer noch:
(c) Immobilienmakler
(d) Versicherungsmakler
(e) Vermögensberater
???

1. Fan der Europaregion Tirol
00
11.1.2012, 00:42
2102 2012

Die beiden wissen offenbar mehr..........

Analytische Tänzchen
04
11.1.2012, 00:30
"Wir brauchen die Beschlüsse nicht vor März"

Genau, beschließt es erst einen Tag vor der Deadline, damit das dämliche Volk ja keine Möglichkeit hat zu protestieren..

wahnsinn!

Vlad Tepes
00
11.1.2012, 08:14
Verarsche durch und durch!

bin für ne demo - eh schon lang nix mehr geschehen in dieser hinsicht! dass wir uns diese verarsche so lange schon gefallen lassen, ist eh a wahnsinn. wo sind die zeiten, als bei övp-fpö regierung tausende vorm kanzleramt demonstriert haben?
auf leute - hier gehts um unsere zukunft. das spar/belastungspaket mit den lächerlichen 2 mrd. euro/jahr ist net einmal der tropfen auf den heißen stein!
und wenn schon nicht aktiv in wien, dann vlt. mit dieser unterstützung http://www.mioe.at

Walter J. Ferstl
00
10.1.2012, 23:53
"Wir brauchen die Beschlüsse nicht vor März"

Aha.

Na dann, bitte bloß nichts überstürzen...

1. Fan der Europaregion Tirol
03
10.1.2012, 23:36

Also jetzt sollen die beiden ihr Licht nicht unter den Schefel stellen.
Am 15. Jänner 2012 gibt es ein klares Ergebnis:

Diese Regierung hat wieder einmal einen von ihr selbst genannten Termin nicht eingehalten und kein Ergebnis zustande gebracht!

badboy1010
04
10.1.2012, 22:50

Verwaltungsreform: in 2012 geben wir ~10Mrd€ für Verwaltung aus. Und die 9 Landesfürsten und ihre Micky Maus Landesregierungen braucht tatsächlich NIEMAND!
Mut zur Veränderung!!

supermike
00
10.1.2012, 22:10
Was dauert da so lange ?

Es wird eh nur ein Show Sparpaket beschlossen. 10 Mrd € Einsparung in 5 Jahren. Dazwischen fallen aber schon wieder 40 Mrd € Zinsen an und unser Schuldenberg steigt weiter.
Außer Hr. Faymann findet Wege noch mehr Staatsschulden die man aus der Statistik in z.B. Asfinag, BIG oder andere Gesellschaften "reindrücken" kann um nach außen auf heile Welt zu machen.
Schließlich endet ja jede Amtszeit und nach ihm die Sintflut.

didi111
03
10.1.2012, 21:35
Eigentlich schon tief von SPÖ und ÖVP..

Da quälen sie die Leute, welche in die Invaliditätspension gehen wollen.

Aber EINES fällt hier schon auf:

WO bleiben bei den ganzen Gesprächen Ansätze, einmal bei sich selbst zu sparen?

WO bleibt die VERwaltungsreform?

Brauchen wir weiter 10 Bauabteilungen in Österreich, 10 Jugendabteilungen?

Und da hier scheinbar überhaupt NICHTS passiert (ausser vielleicht Einsparungen (auch wieder bei den Anderen) Bezirksgerichte, Landesschulräte,..), wird diesen Politikern noch schwer auf den Kopf fallen!!

Die Leute MÜSSEN länger arbeiten und die anderen, die Politiker, herrschen weiter wie die Gräflichen am Lande.

Das verbittert mit der Zeit die Menschen..

Die Prölls und die Burgstallers hängen uns schon beim Hals raus..

Phaidros der Dritte
00
11.1.2012, 12:23
WO bleibt die VERwaltungsreform?

Wir werden diese nicht sehen.

Schuldenbremse & Sparpaket ist etwas für die Massen, das gemeine Volk (daher sind die Verhandlungen ja auch geheim)

Es wird nicht sein, dass die Politik bei ihresgleichen zu sparen beginnt, da könnte man ja sein eigenes Klientell nicht mehr ausreichend bedienen.

Und das ist so bei SP & VP und wer glaubt dass es bei FP und BZ anders ist, irrt auch. Die Grünen würden vielleicht Anlass bieten anders zu sein, aber da bin ich mir auch nicht 100% sicher.

Ein neue politische Kraft gehört her, eine neue Wirtschafts-, politische- und soziale Ordnung. Druck auf die Eliten muss erzeugt werden.

Vlad Tepes
02
11.1.2012, 08:21
prölls ja,

burgstaller - muss ich gestehen, dass ich die eigentlich ganz cool finde. glaub die hat wenigstend den funken von reformwillen in sich!

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