Einige Fragen und Antworten

10. Jänner 2012, 12:03

Wien - Der Eurovision Song Contest wird heuer 56 Jahre alt und hat eine bewegte Geschichte: von der europäischen Vereinigungsshow über die heimelige Schlagergala und später Trashparty hin zur größten Fernsehshow der Welt. Einige Fragen und Antworten zum ESC:

Was ist der Eurovision Song Contest genau?

Im Jahr 1955 beschloss die Europäische Rundfunkunion (EBU) - ein Zusammenschluss der staatlichen und öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten diesseits des Eisernen Vorhangs - ein gemeinsames Projekt: den Grand Prix of the Eurovision. 1956 wurde der Musikwettbewerb dann erstmals in der Schweiz veranstaltet - mit sieben Ländern.

Wieso heißt der Song Contest nicht mehr Grand Prix?

Der Wettbewerb hat viele Namen: Im deutschsprachigen Fernsehen nannte man ihn anfangs Grand Prix Eurovision de la Chanson oder auf Deutsch Großer Preis der Eurovision, die erste Ausgabe in Lugano hatte den italienischen Titel Gran Premio Eurovisione Della Canzone Europea. Schon 1960 hieß der Wettbewerb in Großbritannien Eurovision Song Contest, 1992 wurde dieser Titel international vereinheitlicht.

Nach welchen Kriterien wird über den Austragungsort entschieden?

Nach den ersten drei Wettbewerben in der Schweiz, in Deutschland und den Niederlanden (1956/1957/1958) wurde die Regel eingeführt, dass das Siegerland den nächsten ESC ausrichten darf. Doch in der Vergangenheit wurde auch schon auf diese Ehre verzichtet - unter anderem wegen der hohen Kosten. Die Niederlande (1960), Frankreich (1963), Monaco (1972) und Luxemburg (1974) ließen Großbritannien ran; Israel überließ 1980 den Niederlanden den Grand Prix.

Findet der Song Contest immer in der Hauptstadt des jeweiligen Landes statt?

Nein. Der ESC-Zirkus gastiert gerne außerhalb der großen Metropolen: So finden sich wenig glamouröse Austragungsorte wie Harrogate oder Brighton auf der Liste. Die Hauptstädte sind bei den Austragungsorten jedoch in der Mehrheit - 35:21 steht es derzeit.

Wie viele Länder haben bisher teilgenommen?

Insgesamt 49 Länder finden sich in den Ergebnislisten des ESC, darunter auch Kleinstaaten wie Andorra, Monaco und San Marino. Marokko ist das einzige afrikanische Land, das bis dato mitmachte (1980).

Gibt es Top- und Flop-Nationen?

Ja, eindeutig. Irland ist mit sieben Siegen top, auch wenn der letzte Gewinn 17 Jahre zurückliegt; Deutschland ist bei den Teilnahmen top, 55 Mal war die Bundesrepublik dabei. Großbritannien ist Top-Gastgeber, achtmal war der ESC auf der Insel zu Gast. Als Flop-Länder kann man wohl die bezeichnen, die nie gewonnen haben - das sind immerhin 24 von 49 Teilnehmern. Von diesen sind Andorra, Montenegro und San Marino die schlechtesten: Sie haben insgesamt 0 Punkte auf ihrem Eurovisionskonto. Noch eine Stufe tiefer geht es nur für Tschechien: Bei drei Teilnahmen 2007, 2008 und 2009 wurde nie das Finale erreicht. (APA)

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