Fette aus dem Schlachthaus werden zu Bio-Plastiksackerln

10. Jänner 2012, 12:12
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    foto: ap/hermann j. knippertz

    Fette aus Schlachthöfen werden meist als Abfall betrachtet und verbrannt. Dabei lassen sich aus einer Tonne Lipide rund 0,7 Tonnen Biokunststoff herstellen.

EU-Projekt: Lipide aus Schlachtindustrie als Rohstoff für biologisch abbaubare Kunststoffe

Wien/Graz - Der Kunststoff der Zukunft könnte aus Abfällen der industriellen Fleischproduktion gewonnen werden. Im EU-Projekt "Animpol" forschen europäische Wissenschafter unter der Leitung der Technischen Universität (TU) Graz an neuen Prozessen, biologisch abbaubare Kunststoffe und Biotreibstoffe aus Schlachtabfällen herzustellen, ohne dafür fossile Brennstoffe zu verwenden.

Jedes Jahr fallen in der europäischen Schlachtindustrie eine halbe Million Tonnen Lipide (Fette) an. Diese haben gegenüber aus Pflanzen stammenden Rohstoffen (Kohlenhydrate wie Zucker oder Glucose) für die Biokunststoff-Produktion einen entscheidenden Vorteil: "Aus einer Tonne Lipide lassen sich 0,7 Tonnen Biokunststoff herstellen", sagt Projektleiter Martin Koller vom Institut für Biotechnologie und Bioprozesstechnik der TU Graz.

Kohlenhydrate nur bei 0,3 Tonnen

Demgegenüber ergebe eine Tonne Kohlenhydrat rein theoretisch rund 0,5 Tonnen Biokunststoff, in der Realität sei jedoch lediglich eine Ausbeute von 0,3 Tonnen erzielbar. Die höhere Ausbeute liegt im Stoffwechsel der Bakterien begründet, mit deren Hilfe der Ausgangsstoff für die Bio-Polymere hergestellt wird. Die eingesetzten Mikroben können Lipide effizienter zum Endprodukt verarbeiten als Kohlenhydrate.

Bisher werden die meisten Abfälle aus Schlachthöfen und Tierkörperverwertungsanstalten verbrannt, die Wertschöpfung aus der thermischen Verwertung ist laut Koller dabei marginal. Allein 2010 seien weltweit ca. 250 Millionen Tonnen Kunststoff mit Hilfe von fossilen Brennstoffen produziert worden. Der Vorteil von Biokunststoffen liegt für Koller darin, dass sie biologisch abbaubar, aber auch biokompatibel sind. Dadurch seien sie für den medizinischen Einsatz als chirurgische Nähte oder Implantate besonders gut geeignet. In diese Richtung forscht beispielsweise auch das Laura-Bassi-Projekt "BRIC" an der Medizinischen Universität Graz unter Leitung von Annelie Weinberg im Bereich der Kinderchirurgie.

Auch Molkelaktose als Möglichkeit

Ausgangspunkt für das Projekt ANIMPOL sei die Frage gewesen, "welche Rohstoffe verfügbar sind, ohne in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu stehen". Neben Schlachtabfällen komme innerhalb der EU auch Molkelaktose aus der Käsereiproduktion infrage, die bisher ungenützt im großen Stil entsorgt werde. Pro Liter Milch falle fast ein Liter Molke und damit 40 bis 50 Gramm Laktose an. "Allein in Oberitalien wird pro Tag eine Million Liter Molke weggekippt, die dann im Meer landet", erklärt der Experte. Der Versuch, eine Pilotanlage für die Produktion von Biokunststoff aus Laktose zu errichten, sei bisher an fehlendem politischem Willen gescheitert.

An dem von der EU mit knapp drei Millionen Euro geförderten Projekt ANIMPOL sind insgesamt elf europäische Partner beteiligt, darunter die Technische Universität Graz, die Karl-Franzens-Universität Graz und das steirische Unternehmen Reistenhofer, von dem die Schlachtabfälle stammen. Das Projekt, in dessen Rahmen auch an effizienteren Biokraftstoffen aus Tierabfällen geforscht wird, startete im Jänner 2010 und läuft noch bis Ende dieses Jahres. Danach ist die Errichtung einer Produktionsanlage geplant, in der die neu entwickelten Prozesse in die Praxis umgesetzt werden können, möglichst in Anbindung an eine bestehende Biodiesel-Anlage. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 72
1 2
slowpoke
00
11.4.2012, 20:46
Nicht alles, wo "Bio" draufsteht, ist auch "Bio"

In Deutschland sind sogenannte "Bio-Tüten" der Handelsketten Rewe und Aldi nach Recherchen der "Deutschen Umwelthilfe" zu 70% aus Erdöl und nur zu 30% aus Genmais... lol ey... Die Tüten kosten deutlich mehr als normale Plastiktüten...

Quelle:
http://www.netzschau.net/2012/04/1... getaschen/

Lego12
00
22.2.2012, 16:17
doku auf 3sat

über biosackerl letznsgesehn, und bin noch unüberzeugter davon. allerdings wird hier wohl aus abfahl ein sackerl schon mal ned schlecht.

aber: die verrottn ned so einfach, nur bestimmte kompostieranlagen machen daraus wasser und viel C02...also die rettugn des palneten sind "biosackerl" bei gott nciht

KurtEcker
63
15.1.2012, 10:14
Fleischfettsackerl?

Es gibt doch das Biosackerl aus (genfreien, regionalen) Biomasseabfällen.

Ein Fleischfettsackerl aus Schlachtfett?
Wie perfide und widerlich ist das denn?

Eine Schande, dass man eine derart perfide und abartige Industrie mit Steuergeldern finanzieren muss, ob man will oder nicht.

Der Abfallschmäh ist ja volle Augenauswischerei:
Liebe Agrarindustrie, schaut's lieber, dass ihr für eure Tiersklaven mit 600.000 Tonnen Gensojaimport, nicht noch mehr Regenwald rodets!

rudolf schladming
 
00
28.3.2012, 16:08

ein würdiger anwärter auf das lächerliste posting des monats. vor allem die wahllose aneinanderreihung von nonsense-begriffen wie "genfrei", "bio" und "tiersklaven" qualifiziert es in dieser hart umkämpften kategorie.

KurtEcker
20
28.3.2012, 20:23

das kompliment darf ich zurückgeben.
sie sind ein würdiger -verirrter-
durch die werbung fehlinformierter.
schaun's mal auf die HP der ages,
oder ist das gar zu mühsam?

rudolf schladming
 
00
28.3.2012, 22:50

kann ich auch persönlich machen. was soll ich die leute von der AGES denn fragen? ;)

KurtEcker
20
29.3.2012, 00:48

ja, bitte -persönlich-
viell. finden's jemanden in der chefetage,
der ihnen das posting vorliest,
und ihnen die seite der ages zeigt.
viel erfolg

rudolf schladming
 
00
29.3.2012, 08:52

bleibt weiter im training, ein neuer monat kommt bald.

optischDick
04
14.1.2012, 12:31

kann man daraus eine neues schwein spritzgießen?

strangerinastrangeland
 
01
12.1.2012, 23:37

Nach dem Lipo-Diesel jetzt auch Lipo-Polymere...

Franz Josef Lolinger
01
11.1.2012, 21:12

Find ich auch gut. Besser als die niemals verrottenden Plastiktüten, die man überall rumliegen sieht. Dann hat man ausserdem auch noch mehr Benzin um es in die Luft zu blasen...

Kra Wuzikabuzi
02
11.1.2012, 13:06
Echt fett !

Ich wars, Dein Schweinderl !

Human Being
68
11.1.2012, 10:19
Schon mal an Einkaufstaschen aus Stoff gedacht?

Die muss man auch nicht immer neu kaufen. Aber unsere Wegwerf-Gesellschaft braucht Wegwerf-Produkte, und die Wissenschaft wird dafür bezahlt.

Ausserdem finde ich es unglaublich, das umweltbewusste Menschen dazu gebracht werde sollen, die blutige und brutale Fleischindustrie zu unterstützen!

Diese kurze Video (versteckte Kamera im Supermarkt) zeigt wie realitätsfern und ignorant wir heutzutage Leben:

http://www.youtube.com/watch?fea... UoCZOOxgv8

h 90
02
13.1.2012, 06:43

und die Technologie fuer Stofftaschen ist schon recht ausgereift....

Euroumrechner
05
12.1.2012, 15:30

Ich verwende auch Stofftaschen, aber eins fällt mir immer wieder auf. Der Anteil der Plastiksackerln im Plastikmüll ist bei mir bei ca. 1%. 99% des Plastikmülls machen bei mir die Verpackungen aus.

Verstehe daher nicht ganz die Aufregung über die Sackerln und die Ignorierung des Verpackungsmülls.

Ne Mo
01
28.3.2012, 13:36
gute idee!

fleisch wird einfach in sich selbst verpackt

so wie eine wurscht im darm rein gedrückt wird ...

wie praktisch

erebos
12
11.1.2012, 15:07

Sie werden die Welt so schnell nicht ändern können, aber man kann das Beste daraus machen. Man unterstütz die Fleischindustrie damit ja auch nicht, sondern verwertet lediglich deren Abfälle.
Wenn sie gut gelesen haben, wird ihnen aufgefallen sein, dass man auch aus Molke Bio Kunststoffe machen kann.
Ausserdem werden sehr viele Einkaufstaschen benötigt und der Weg erst ein Pflanze anzubauen, ernten, aus der Pflanze die Fasern zu gewinnen - zu Fäden zu verarbeiten, Stoff herzustellen um dann Taschen zu nähen ist furchtbar Energieaufwändig und CO2 produzierend. Gleich ein Abfallprodukt zu verwenden dagegen in mehrere Hinsicht sinnvoll.

Human Being
01
12.1.2012, 10:35
Jede Industrie würde sich freuen

wenn sie Ihre Abfälle einfach verkaufen könnte.

Und wenn man als Konsument alle zwei Tage ein neues Plastiksackerl braucht, dann wird durch die Produktion, Transport, etc. dieser "Bio"-Sackerl sicher mehr CO2 freigesetzt als durch Stofftaschen, die man mindestens 1 Jahr verwenden kann.

erebos
21
12.1.2012, 14:32

Sie vergessen schon wieder, daß sie die Menschen und Systeme nicht über Nacht ändern können. Und bis dahin brauchen wir Plastiksackerl, je umweltfreundlicher umso besser.
Diese Entwicklung fördert auch den techn. Fortschritt und schafft Arbeitsplätze. Die Leute würden auch beginnen Stofftaschen wegzuwerfen, was energetisch viel, viel unsinniger ist. gehen sie doch nicht so leichtfertig davon aus, daß Alle ihren Standpunkt und ihre Einsichten teilen würden, dem ist einfach nicht so.

Human Being
00
20.1.2012, 19:34
wegen Leuten wie Ihnen...

wird es auf jeden Fall viel länger dauern auf ökologisch nachhaltige Produkte umzusteigen, als nötig.

noexist
 
27
11.1.2012, 09:57

Da werden die Biofreaks sicher begeistert sein, wenn sie ihren Biosalat in einem Sackerl aus Schlachtabfällen heimtragen können.

ente gut alles gut
13
11.1.2012, 08:31

OMG, jetzt sehe ich erst, dass das unter "die beste Nachricht" läuft. Geht's noch?

der elch mit dem kelch
14
11.1.2012, 10:49
Und - was ist daran OMG?

Von Beruf wohl Betroffenheitsflokati oder was?

Fleisch essen - ja. Aber sehen wie Fleisch gemacht wird - nein?

Und Plastiksackerl - sehr gerne. Produziert aus sauberem Öl aus Nigeria eventuell?

Ich find diesen Ansatz sehr gut. Reduziert den Verbrauch von fossilen Ressourcen, fördert lokale Wirtschaft.

KurtEcker
00
15.1.2012, 10:16
Wirtschaft welcher Art?

ente gut alles gut
22
11.1.2012, 14:43

Ich muss mich vor Ihnen zwar nicht rechtfertigen und wahrscheinlich wollten Sie nur Ihr originelles "Betroffenheitsflokati" (bruhaha) anbringen, aber bei vorschnellen Schlussfolgerungen sollte man immer ein bisserl vorsichtig sein:

1. esse ich keine Tiere und möchte darum generell mit dem Schlachten derselben nur begrenzt zu tun haben.

2. gibt's auch Stoffsackerl - schon mal davon gehört oder gar gesehen?

Passt? Danke, Wiederschaun.

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