Psychische Erkrankungen

Kritik an kassenrefundierter Psychotherapie

10. Jänner 2012, 12:29

Nur etwa ein Drittel der Menschen in Österreich, die eine Psychotherapie brauchen, bekommen sie auch

Wien - Die Nicht-Behandlung von psychischen Erkrankungen verursacht laut dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) volkswirtschaftliche Kosten von geschätzten 2,8 Milliarden Euro.

Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2009 in Österreich 250 Millionen Euro für Psychopharmaka und lediglich 46,8 Millionen Euro für Psychotherapie ausgegeben. "20 Jahre sind genug", meint der Wiener Landesverband für Psychotherapie und kritisiert die langwierige Realisierung des Rechts auf kassenrefundierte Psychotherapie.

1992 wurde mit der 50. Novelle des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) die psychotherapeutische Behandlung in den Leistungskatalog der sozialen Krankenversicherung aufgenommen und der ärztlichen Tätigkeit gleichgestellt. Umgesetzt ist das Recht auf kassenrefundierte Psychotherapie von den Krankenkassen erst teilweise.

Jeder Vierte in Österreich betroffen

Präventivmaßnahmen und die zusätzlich hochwirksame psychotherapeutische Diagnose, Behandlung und Nachsorge würden für psychisch Kranke nicht oder nicht ausreichend finanziert. "Wie lange noch sollen Menschen mit psychischen Erkrankungen vom Gesundheitssystem benachteiligt werden?", konstatiert die Vorsitzende des Wiener Landesverbandes für Psychotherapie, Leonore Lerch.

Jeder Vierte in Österreich ist mindestens einmal im Leben von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das Angebot an Psychotherapie auf Krankenschein ist kontingentiert und regional sehr uneinheitlich.

Zuschuss seit 1992 weder wertangepasst noch erhöht

Der Zuschuss zur Psychotherapie in Höhe von Euro 21,80 wurde von den Krankenkassen seit 1992 weder wertangepasst noch erhöht. Damit verursachen die Kassen eine für Patienten unüberschaubare Versorgungslandschaft und machen die Behandlung für viele psychisch Kranke unmöglich.

Mindestens 170.000 Versicherte (das entspricht rund 2,1 Prozent) erhalten in Österreich nicht die Hilfeleistung, die sie benötigen würden. Der Versorgungsgrad bezüglich Psychotherapie liegt derzeit bei ca. 0,8 Prozent der Bevölkerung, das heißt, nur etwa ein Drittel der Menschen in Österreich, die eine Psychotherapie brauchen, bekommen sie auch. Bei den deutschsprachigen Nachbarländern erhalten immerhin rund 2,5 Prozent der Bevölkerung eine vollfinanzierte Psychotherapie. 

Sparen am falschen Ort

Hier würden die Österreichischen Krankenkassen jedoch am falschen Ort sparen, so Lerch, "denn in weiterer Folge muss die Politik beziehungsweise müssen wir Steuerzahler ein Vielfaches dieser eingesparten Gelder aufbringen, um die Folgekosten nicht behandelter psychischer Erkrankungen zu finanzieren." Dazu zählen Invaliditätspensionen, Krankenstände, Klinikaufenthalte, Arbeitslosenversicherung, AMS-Schulungen etc.

Der Wiener Landesverband für Psychotherapie fordert für 2012 die Umsetzung des ASVG: Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung und gesamtheitliche Rahmenverträge mit dem Berufsverband. "Psychotherapie muss für alle Menschen zur Verfügung stehen, die sie benötigen." (red, derStandard.at)

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Posting 1 bis 25 von 70
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Mag.mag
02
Psychotherapie

man darf nicht alles verallgemeinern. es gibt "gute" und "schlechte" psychotherapeuten. Problematisch ist halt nur das schlechte therapeuten noch mehr schaden anrichten können als sie den betroffenen tatsächlich helfen. Hat man eine guten psychotherapeuten gefunden und ist auch gut medikamentös eingestellt dann ist die wahrscheinlichkeit für eine verbesserung der symptome sehr groß. Es ist auch bewiesen siehe Comer (2001), dass bei den meisten psychischen Störungen eine kombination von medikamentöser therapie + verhaltens- oder kognitiver therapie am effektivsten hilft.

Aussteiger1
04
11.1.2012, 12:34
Ich habe mehrere.........

.......... Jahre erfolglos verschiedene Antidepressiver genommen!

Dann bin ich durch Zufall in die Hände einer sehr guten Psychologin geraten, welche mit mir einen Test bezüglich meiner persönlicher Stressoren gemacht haben!

Mit dem Ergebnis ausgestattet konnte sie gut arbeiten!

Heute bin ich nahezu beschwerdefrei!

beluga
81
10.1.2012, 23:37
psychotherapie ist eh fürn hugo

die wissen weder wie man eine allergie behandelt, noch beim tinnitus wissen sie, wie man das los wird.

Der Große von Gegenüber
06
11.1.2012, 09:29

und gegen dümmliche poster ist auch kein Kraut gewachsen ...

fluestertuete
21
11.1.2012, 12:14
also ich kenn niemanden, dem es nachher wirklich besser gegangen ist

Zarathustra
01
11.1.2012, 16:00

Mit mir kennen sie den Ersten.

Gruß

Das bin doch ich!
01
12.1.2012, 10:54

Ich kenne auch viele, incl, mir selber!

Diversion
00
11.1.2012, 15:24
ich kenne sehr viele, denen es jetzt besser geht.

inklusive mir persönlich; so what?

keywords
02
11.1.2012, 13:57

ich ganz viele. ausserdem kenne ich eine frau mit katze.
wer hat nun recht, sie oder ich?

dbfds bafd
71
10.1.2012, 23:16
auch Psychotherapie ist kein Wundermittel

Gefragt wären kompetente und engagierte Hausärzte, die erkennen, welcher Art die Probleme sind, und welche Therapie nötig ist. Es ist verantwortungslos, Patienten mit Erschöpfungsdepression nach einem Burnout zur Psychotherapie zu schicken, die noch mehr belasten würde, genauso schlimm ist es natürlich zB jemanden mit Herzneurose zum Internisten zu schicken und mit Kreislaufmitteln zu behandeln, hier schon am Anfang die richtige Diagnose zu stellen wäre Sache unserer HausärztInnen, die dafür leider aber keine Zeit haben in ihren zweiminütigen Konsultationen. Dazu ist vor allem bei psychischen Problemen viel mehr Zeit nötig. Die Kosten dafür sind aber bestens investiert, ersparen sie doch teure Fehlbehandlungen und viel menschliches Leid

subspace99
03
11.1.2012, 09:29

Vor allem sind Hausärzte nicht dafür ausgebildet, psychische Erkrankungen zu diagnostizieren...

xy ungelöst1
43
10.1.2012, 23:00
Psychiater haben teilweise selbst große Probleme

Man hat den Eindruck, dass Psychiater teilweise selbst große Probleme haben; so hat es im Wagner Jauregg in Linz einige Suizidfälle von Psychiatern gegeben; möglicherweise haben sie gesehen, was ihre Kollegen mit Patienten anrichten und sind dann vor Schreck in den Freitod gegangen?

keywords
02
11.1.2012, 13:59

ich hab gehört, dass meine hausärztin manchmal selber schnupfen hat.

monoton
00
11.1.2012, 10:31

toll, haben sie erkannt das psychologen/psychotherapeuten auch nur menschen sind?
oder ist das nur so eine dummes scientology-sekten argument?

viajera
110
10.1.2012, 18:15

es gibt keine kontrolle über psychotherapeuten, keine real funktionierende beschwerdestelle, nur in wenigen speziellen fällen listen (von online selbsthilfegruppen intern erstellt) über die tauglichkeit von bestimmten therapeuten zu spezifischen themen. der finanzielle erfolg von therapeuten hängt davon ab, ob sie gut anträge stellen können und die kassen dann bewilligen - nicht davon, ob sie heilen können. ich halte viel von psychologie und therapie, aber die vertreter der zunft können mich nur selten überzeugen. da fehlt es an regulierungsmechanismen.

fluestertuete
02
10.1.2012, 23:41
auf diese website schauen die therapeuten aus,

als hätten sie schwer was am ziguri

Chocoholic
13
10.1.2012, 23:54
Das kann Ihnen ja wurscht sein, solange sie es schaffen, sich 50 min. Ihrer Zeit ganz auf Sie und Ihre Probleme zu konzentrieren.

Wie die ihre restliche Zeit verbrinfen, kann Ihnen, solange es innerhalb des rechtlichen Rahmens liegt, vollkommen wurscht sein, und wenn Sie jemanden brauchen, den Sie 50 min. Anschauen wollen, buchen Sie sich am Besten ein Mannequin, da sind Sie beim Psychotherapeuten echt falsch am Platz.

fluestertuete
20
11.1.2012, 00:09
wie soziopathen

schauen sie dort aus, nicht wie quasimodo.

keywords
00
11.1.2012, 14:01

soziopathen erkennt man am aussehen?

sociovation
00
10.1.2012, 17:33
Das ist seltsam

Da gibt es einen Link zum Wifo, aber Näheres zum Thema Psychotherapie findet man dort nicht.
Falls jemand von der Redaktion hier einen Link posten könnte, wäre ich sehr dankbar.

rauschenIMohr
06
10.1.2012, 15:53
Handlungsbedarf

innerhalb von 9 Jahren war ich bei 5 verschiedenen Psychotherapeuten. Alles Kassenärzte.
Der dritte wollte mich auf die Baumgartner höhe schicken nach dem er mich 2mal gesehen hat. Von allen hab ich nach dem ersten treffen Medikamente erhalten (welche für eine damals 16 jährige ziemlich heftig waren).
Seit einem Jahr Unglaublich glücklich mit meiner Privatärztin.
Zum Thema Psychotherapie kann ich wirklich nur sagen, dass Kassenärzte einen einfach als Cashcow betrachten.

Chocoholic
00
11.1.2012, 18:29
sie sprechen von Psychiatern, ein Psychotherapeut darf keine Medikamente verschreiben.

rauschenIMohr
01
12.1.2012, 09:23
Habs schonmal in dem Thread erwähnt deshalb copy paste

Danke für den Hinweis...
...aber nach 9 Jahren Psycho vitae verwechsle ich nichts mehr. Sie haben recht mit der Annahme das die Ärzte nicht nur reine Psychotherapeuten waren (allgem. Arzt, Neurologe, ….) waren.
Fakt ist jedoch das ich für etwas zahle (über meine Steuern) was mehr schadet als es hilft.
Sobald ich das Gefühl habe mich jemanden öffnen zu müssen der eher so wirkt als würde er hinter seinem Klemmbrett Kreuzworträtsel lösen komm ich mir doch ein wenig „ ausgenommen“ vor.

Leider wurde dieser Postingname schon vergeben
74
10.1.2012, 15:47
Die Psychotherapie müsste dann endlich mal daran gehen,

ihre Effekte nachzuweisen. Das müssen Psychopharmaka nämlich schon, bevor sie zugelassen und bezahlt werden. Das Hauptproblem ist aber, dass es "die Psychotherapie" in Ö garnicht gibt, sondern dass es sich dabei um ein irrwitziges Sammelsurium von unterschiedlichsten Therapien handelt, - die eben nicht alle gleichermassen ihre Effektivität beweisen können. Ich bin dafür, dass diejenige Psychotherapie auf Krankenschein erhältlich ist, die wirkt - der Rest nicht.

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