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Es heißt, vor allem Omega-3-Fettsäuren in Fisch, Leinöl, Rapsöl und Walnüssen können das schlechte LDL-Cholesterin senken und das gute HDL-Cholesterin erhöhen.
Die Ergebnisse einer aktuellen Studie an der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien könnten die Bewertung von HDL-Cholesterin revolutionieren: Thomas Weichhart und Marcus Säemann von der Abteilung für Nephrologie haben herausgefunden, dass das vermeintlich "gute" HDL-Cholesterin auch "böse" sein und entzündliche Reaktionen sogar verstärken kann.
Keine anti-entzündliche Wirkung bei Cholesterin-Patienten
Generell wurde bisher zwischen "gutem" HDL-Cholesterin und "bösem" LDL-Cholesterin unterschieden. LDL trägt zu Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Hirnblutungen bei, das "gute" HDL schützt davor.
Jetzt stellten die MedUni Wien-Experten aber fest, dass bei Dialyse-Patienten die anti-entzündliche Wirkung nicht gegeben ist. "Vielmehr verstärkte das HDL mehrfach die Entzündungsreaktionen und könnte damit die latente chronische Entzündung, die mit einem hohen kardiovaskulären Risiko verbunden ist, erklären", betont Säemann.
Bei einer genaueren Untersuchung des HDL bei Dialyse-Patienten, also Personen mit Niereninsuffizienz, wurde festgestellt, dass ein bestimmtes Molekül, das so genannte Serum Amyloid A (SAA), bei diesen Personen deutlich erhöht war. SAA ist eine sehr wahrscheinliche Ursache für den Defekt des HDL. Weichhart: "Wenn man SAA in gesundes HDL einbaut, wird es auch funktionsuntüchtig."
LDL senken wichtiger als HDL anheben
Diese Entdeckung könnte die Bewertung von HDL-Cholesterin verändern. Bisher wird ein hoher HDL-Wert als optimal angesehen. "Viel wichtiger als die Menge ist aber offensichtlich die Qualität des HDL. Nicht funktionsfähiges HDL-Cholesterin ist wertlos - selbst hohe HDL-Spiegel wären damit nicht mehr gesund", sagt Weichhart.
Weitere Erkenntnis: "Das Senken des LDL-Wertes ist deshalb noch immer wichtiger als das Anheben des HDL-Wertes", so Säemann.
Allerdings ist es derzeit nicht möglich, mit einfachen Tests "böses" HDL rasch zu identifizieren. An der Entwicklung eines derartigen Tests arbeiten Weichhart und Säemann derzeit. Sie haben gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien ein Patent erhalten, um die Veränderungen im HDL mit Hilfe eines einfachen Labortests zu bestimmen und so das Risiko für künftige Herz-Kreislauferkrankungen besser abschätzen zu können - und früher therapeutisch eingreifen zu können.
Jede Erkrankung hat ihr charakteristisches HDL
In den vergangenen Jahren konnte für einige Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit (KHK), Diabetes mellitus oder rheumatoide Arthritis gezeigt werden, dass jede Erkrankung offenbar ihr eigenes, charakteristisches HDL besitzt.
Weiters kommen einige der im HDL von Niereninsuffizienten neu entdeckten Proteine auch im HDL dieser Erkrankungen vor, wo HDL seine günstigen, anti-entzündlichen und gefäßschützenden Eigenschaften ebenso verliert.
"Mit dem neuen Labortest könnte nun untersucht werden, ob verändertes HDL sowohl bei niereninsuffizienten Patienten in einem frühen Stadium ihrer Erkrankung mit einer schlechteren Prognose einhergeht, und ob dies bei Patienten etwa mit Diabetes oder nach Herzinfarkt auch passiert. Damit wäre es mit Hilfe eines einfachen Testprinzips möglich, zu einem frühen Zeitpunkt therapeutisch zu intervenieren und damit die Gesamtprognose entscheidend zu verändern", so die MedUni Wien-Forscher. (red, derStandard.at)
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abgesehen davon, daß viele forscher der meinung sind, daß die rolle des cholesterin aus geschäftlichen gründen hochgespielt wurde/wird, ist mir noch keine genderstudie untergekommen, die- wie verschiedentlich vermutet - auf den unterschiedlich zu bewertenden cholesterinspiegel eingeht.
die forschung der beiden aber ist dazu geeignet, bisher gut gehende geschäftsfelder mit den nahrungsergänzungmitteln (fischölkapseln) in frage zu stellen.
was soll dieser mist? werden nicht genug statine verkauft - muß man jetzt aufs gesunde hdl losgehen? lächerlich, ich habe mich gerade gefreut, weil mein hdl so einen superwert hatte - und jetzt?
bin neugierig inwieweit das noch weitergesponnen wird - um eine neue patientengruppe zu erschließen.
Es geht im wesentlichen darum, dass das Dogma der HDL-Erhöhung um jeden Preis (und das betrifft zu weit über 95% Leute, die eh schon krank sind, also nix mit "neue Patientengruppe") so nicht stimmt.
Abgesehen davon verwundert es mich jedes Mal, dass die Allgemeinheit offenbar keinen Dunst hat, was der Unterschied zwischen akademischer Forschung und Medikamentenforschung ist.
...allzuviel ist ungesund. Wenn Sie sich bis zur Adipositas mit Omega3/6 vollstopfen, wird das auch nicht gesund sein. Zu viele Vitamine können auch schädlich sein. Etc., etc. Wieso sollte es dann beim HDL anders sein? Diese erkenntnis sollte nicht allzusehr überaschen.
naja auch andere falsche Annahmen wurden über Jahrzehnte propagiert bis man Neues entdeckt hat.
Btw. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21804091
Hohes HDL alleine nutzt also wenig wenn die Funktion fehlt.
Also besser freuen dass neues entdeckt wird, als sich an alte Weisheiten zu klammern.
allzuviel ist ungesund.
Aber was hat es schon alles "geheißen". Dazu kann ich nur auf einen beim Bundesheer oft gehörten Spruch verweisen, in dessen Kern sich eine Große Erkenntnis verbirgt: "Was hat's dann scho wieder geheißen? Damals hat's geheißen, dass wir den Krieg gewinnen..."
Naja, revolutionieren... Die Metastudie http://j.mp/wSFIuS kam 2009 zum gleichen Resultat:
"Available data suggest that simply increasing the amount of circulating high density lipoprotein cholesterol does not reduce the risk of coronary heart disease events, coronary heart disease deaths, or total deaths. The results support reduction in low density lipoprotein cholesterol as the primary goal for lipid modifying interventions."
Trotzdem gut dass es bestätigt wird. Wichtigster Faktor für die Gesundheit scheint das Triglyceride zu HDL Verhältnis zu sein, unter 2 ist super, über 6 ist ziemlich problematisch. http://j.mp/zohV2e
ja, die triglyceride sind das problem, das bisher (aus der sichtweise eines patienten) wenig behandelbar erscheint. auch das zusammenspiel mit diabetes mellitus und schilddrüsenunterfunktion (hashimoto thyr) bzw. fettleber scheint von den verschiedenen fachabteilungen in den spitälern noch nicht koordinierbar.
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