Quartalsverlust

Alcoa läutet Berichtsaison mit Optimismus ein

10. Jänner 2012, 08:31

Der größte US-Alu-Produzent rechnet mit wachsender Nachfrage und lässt sich die Laune nicht verderben

New York - Der Aluminiumkonzern Alcoa ist trotz eines Preiseinbruchs und Quartalsverlustes zuversichtlich. Der größte US-Alu-Produzent rechnet im laufenden Jahr mit einer wachsenden Nachfrage nach dem Leichtmetall. Dank eines höheren Bedarfs in der Luft-, Raumfahrt- und Autoindustrie werde die Nachfrage weltweit um sieben Prozent anziehen, kündigte Alcoa am Montag nach US-Börsenschluss an.

Analyst Kuni Chen pflichtete der Prognose des von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführten Unternehmens bei, fügte als Bedingung aber an, dass die Aluminium-Preise auf dem aktuell niedrigen Niveau verharrten. Die Alcoa-Aktie legte nachbörslich drei Prozent zu.

Wenn Alcoa seine Quartalszahlen veröffentlicht, schaut jeder genau hin. Das Aluminiumunternehmen gilt als Frühindikator für die US-Wirtschaft und läutet traditionell die Berichtssaison in den USA ein. Am Freitag folgt JPMorgan Chase.

Die Alu-Branche kämpft mit stark fallenden Preisen. Nach einem unglaublichen Boom in den Jahren zuvor ist der Preis für das Leichtmetall seit Mai um 28 Prozent auf derzeit rund 2.070 Dollar (1.626 Euro) pro Tonne gefallen. Alcoa hatte Ende der vergangenen Woche auf den Preisverfall bei Aluminium reagiert. Die weltweite Nummer zwei nach Marktführer Rusal aus Russland kappte seine weltweite Schmelzkapazität um zwölf Prozent. Auch in Europa - in Fabriken in Spanien und Italien - wird die Produktion gedrosselt.

Im vierten Quartal fiel ein Fehlbetrag aus dem fortlaufenden Geschäft in Höhe von 193 Mio. Dollar oder 18 Cent je Anteilsschein an. Ohne Restrukturierungskosten lag das Minus bei drei Cent je Aktie. Analysten zeigten sich vor allem von dem Umsatzwachstum von sechs Prozent auf 6 Mrd. Dollar positiv überrascht.

"Der Verlust ist nicht die Schlagzeile. Überhaupt ist der Umsatz höher als erwartet", sagte Morningstar-Analystin Bridget Freas. Es sei niemals gut, wenn ein Unternehmen in die roten Zahlen rutsche, aber es hätte viel schlimmer kommen können, ergänzte John Tumazos von VeryIndependentResearch.com. Es war der erste Verlust von Alcoa seit mehr als zwei Jahren.(Reuters)

Kommentar posten
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.