Haiti

541.000 Menschen mit Cholera infiziert

9. Jänner 2012, 19:00

Bereits mehr als 7000 Tote durch die Epidemie auf Hispaniola

Port-au-Prince/Wien - Das staatliche Gesundheitssystem in Haiti hat große Lücken, insbesondere in ländlichen Gebieten. In Städten gibt es auch private Zentren. Die medizinische Versorgung dort ist aber so teuer, dass viele Menschen sie sich nicht leisten können. Noch immer betreiben Hilfsorganisationen Gesundheitseinrichtungen. In der Regenzeit bleibt die Cholera ein großes Problem. In den zwei Jahren seit dem Beben starben rund 7000 Menschen an der Infektionskrankheit, die durch Fäkalien in verunreinigtem Wasser übertragen wird.

Rund 520.000 Menschen in Haiti sind mit Cholera infiziert, täglich kommen 200 hinzu. In der benachbarten Dominikanischen Republik gab es bisher 21.000 Cholerafälle, 363 davon verliefen tödlich. Damit ist die Cholera-Epidemie auf der Insel Hispaniola eine der weltweit größten in der jüngeren Geschichte.

Hoffnungsschimmer

Das Kinderhilfswerk der Uno, die Unicef, sieht dennoch einen Hoffnungsschimmer. Mehr als 750.000 Kinder können heute wieder zur Schule gehen, 15.000 mangelernährte Kinder haben lebensrettende Hilfe erhalten, 95 Gemeinden haben neue Programme zur besseren Abwasserentsorgung gestartet, heißt es in einem neuen Unicef-Bericht.

Das heimische Rote Kreuz ist noch mindestens bis 2013 an der Errichtung von 3000 Häusern und am Wiederaufbau kommunaler Infrastruktur rund um die völlig zerstörte Stadt Leogane beteiligt. "Haiti war bereits vor dem Erdbeben ein extrem armes Land, wir müssen dort nachhaltig helfen", sagt Rotkreuz-Mitarbeiterin Martha Wirtenberger. (APA, simo, DER STANDARD, Printausgabe, 10.1.2012)

paragon f.
00

Tragisch ist die Tatsache, dass diese Erkrankung durch Hilfskräfte eingeschleppt wurde.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.