Internetcafés müssen Überwachungskameras installieren
Im Iran verschärft die Regierung zwei Monate vor den Parlamentswahlen im März die Internetkontrolle. Anfang des Jahres hat das Regime in Teheran den beliebten Internetcafés die Auflage erteilt, künftig detaillierte persönliche Daten über ihre Nutzer zu sammeln und deren im Netz hinterlassenen Spuren sechs Monate zu speichern. Auch müssen sie Überwachungskameras installieren. Bis Mitte Jänner haben sie Zeit, die Maßnahmen umzusetzen, berichtet das Wall Street Journal.
"Angst der Bürger vor Identitätsdiebstahl"
Die 2011 eingerichtete Cyber-Police des Landes begründete die neuen Regeln mit der "wachsenden Angst der Bürger vor Identitätsdiebstahl" und mehr Sicherheit. Schon länger unterlässt das Regime von Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad nichts unversucht, die Internetnutzung durch gesperrte Websites, Filter und langsame Verbindungen zu erschweren. Im Juni wurden Pläne für ein "Halal"-Netzwerk (arabisch für erlaubt oder zulässig) publik, das das Land weitgehend vom Internet abkoppeln soll. Viele Iraner befürchten, dass das nationale Intranet schon in wenigen Wochen Wirklichkeit werden könnte. (red)