Clooney Look-Alike

Fernsehstar mischt Israels Politik auf

Ben Segenreich aus Tel Aviv, 9. Jänner 2012, 19:12
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    foto: dapd/alster

    Kam Blockadegesetz zuvor: Yair Lapid.

Prominenter Moderator könnte mit neuer Partei auf Platz zwei kommen

Den Iran, die Religiösen und alle anderen Themen aus den israelischen Schlagzeilen verdrängt hat Yair Lapid mit der Ankündigung, dass er tatsächlich in die Politik geht. Der freundliche 48-Jährige, der wie ein athletischerer George Clooney aussieht, ist als Fernsehmoderator, Journalist und Autor eine populäre Figur und könnte Israels politische Landschaft völlig umgraben.

Umfragen prophezeien einer von Lapid geführten Partei bis zu 15 Mandate und damit eventuell den zweiten Platz. Ob das zum Sturz des rechtskonservativen Premiers Benjamin Netanjahu reichen würde, ist allerdings fraglich. Lapid würde das Zentrum besetzen und vor allem der bisher größten Oppositionspartei Kadima Stimmen wegnehmen, deren Niedergang jetzt als besiegelt gilt.

Am Freitagabend hatte Lapid noch wie jede Woche im zweiten Kanal die quotenstärkste Fernsehnachrichtensendung moderiert. Kurz danach teilte er mit, dass er die Funktion zurücklege. Lapid schreibt zudem auch Kolumnen in Jediot Acharonot, der auflagenstärksten Nichtgratiszeitung des Landes.

Genau wegen dieser Medienmacht war Lapid unter Zugzwang geraten. Es sei unethisch, sagten Kritiker, wenn er im Hintergrund den Wechsel in die Politik plane, zugleich aber ständig auf dem Bildschirm zu sehen sei und als "neutraler" Moderator künftige Rivalen interviewe.

Die Entscheidung, mit der Lapid eigentlich bis kurz vor den Wahlen warten wollte, wurde auch dadurch beschleunigt, dass die Politik ein "Lapid-Gesetz" vorbereitete, um den gefährlichen Einsteiger zu blockieren. Demnach dürften Journalisten erst nach einer "Abkühlungsperiode" von mindestens einem halben Jahr ein politisches Amt übernehmen.

Regulär sind Parlamentswahlen erst im Herbst 2013 fällig, aber es gibt Signale dafür, dass Netanjahu sie vorziehen will. Über Lapids nahost- oder wirtschaftspolitisches Programm ist vorläufig nicht bekannt. "Ich weiß nicht, was seine Positionen sind", ätzte eine Kommentatorin, "nur, dass er mit allen gut auskommen will, außer den Strengreligiösen."

In der Vergangenheit hat Lapid sich dafür ausgesprochen, dass "jeder die Grundfächer lernt und in der Armee dient" - eine Spitze gegen das separate Unterrichtssystem der Strengreligiösen und ihre Befreiung vom Wehrdienst.

Schon Josseff Lapid, Yairs inzwischen verstorbener Vater, war als prominenter Journalist in die Politik gegangen und 2003 sogar Justizminister geworden, nachdem seine Partei mit einem scharf antireligiösen Programm 15 Mandate errungen hatte. (DER STANDARD Printausgabe, 10.01.2012)

Kommentar posten
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fred bull
00

der ist genau so wie sein vater ein chauvinist der sich als liberaler etikettiert. zuletzt hat er etwa behauptet, jerusalem gehöre allein dem "jüdischen volk". aber so etwas erfährt man bei herrn segenreich nicht.

wurm83
 
01
zeimlich unsympathisches land muss ich sagen

also, dass seit neuestem geschlechtertrennung in bussen gibt und frauen und mädchen in "knapper" bekleidung auf öffentlicher angegriffen und bespuckt werden disqualiffiziert dieses land sowieso für mich.

wenn ich das haben will kann ich gleich die taliban besuchen gehen...

aber, dass sich der staat ncihteinmal für das wohl der kinder verantwortlich fühlt, und es keine allgemein verpflichtende schulbildung gibt entsetzt mich massiv...da dürfen religiöse fanatiker ihre kinder einfach so das gehirn waschen?

na super

auch das kann ich bei den taliban bekommen...

religiöse gehrinwäsche für kinder...

Martin Dobes
 
10
16.1.2012, 08:33
Jeder, der wissen möchte, was der Bursche denkt

sollte seine Kolumne in der letzten Wochenendausgabe von Yediot Achronot lesen. Brilliant, ganz gleich, wie man über Israel, den Konflikt usw. denkt.

Gipsy Lady
00
Bitte um einen Link mit dem Artikel

niewieder nett
 
13
10.1.2012, 11:32

ich hab mir jetzt einige bilder von ihm angeschaut. ist jeder der graue haare hat und bisl attraktiv ist ein clooney look alike?

Herbert Chaos
02
12.1.2012, 15:38

Nein, man kann auch der Faymann sein und wie Dean Martin aussehen.

Kommt halt auch a bissl auf den Stil an.

Walter J. Ferstl
00
29.1.2012, 20:14

Das war jetzt gemein.

:-))

Herbert Chaos
01
12.1.2012, 16:07

Steve Martin natürlich

Walter J. Ferstl
00
29.1.2012, 20:15

Das ändert gar nichts.

:-))

Az Ember
21
10.1.2012, 10:53

Ich denke, es wird so sein, wie es im Titel heißt:
"Fernsehstar mischt Israels Politik auf" und leider nicht mehr. Es wird ein wenig Gerede geben, aber verändern wird er an der israelischen Regierung vermutlich nichts.
Dafür werden die schon sorgen.

Martin Dobes
 
11
10.1.2012, 11:25
Wer wären "die"?

Ich glaube man sollte den Einfluss, den Lapids zuküngtige Partei auf die pol. Kräfteverhältnisse in Israel ausüben könnte nicht unterschätzen.

Ich persönliche mute ihm einen nicht unerheblichen Zulauf, vorallem aus Kreisen des isr. Mittelstandes (besonders jüngerer Familien) durchaus zu.

Ähnlich wie Sheli Jachimovich kommte ihm auch seine reiche Erfahrung mit den isr. Medien sehr zu gute.

Seine Kolumne in Yediot-Achronot erfreut sich jedenfalls sehr großen und positiven Zuspruchs.

gefürstete grafschaft tirol
81
10.1.2012, 07:52
Bei uns wäre auch eine neue Partei nowtwendig. Eine neue bürgerliche Partei mit klaren konservativen Werten

Mostbluzza
02
10.1.2012, 11:12
was wollns noch, wir haben eh die grünen

unterbezahltüberarbeitet
34
10.1.2012, 07:33

Da kann man dem Herrn nur Masel tov wünschen. Wenn die pol. Starrheit in Israel aufgelockert wird kann sich für viele die Situation nur verbessern.
Nicht nur die Israelis.

wiesowarum?
210
10.1.2012, 05:22
"nur, dass er mit allen gut auskommen will, außer den Strengreligiösen."

was will man mehr?

August Hoffmann
20
10.1.2012, 11:56

Also ein Populist.

Wie nett...

Timagoras
 
12
10.1.2012, 11:34

dem ist nichts hinzuzufügen.

die naive
12
10.1.2012, 10:16

Ja, das klingt sympathisch!

flonks
221

Bin ich der Einzige der "Clooney lookalike" als überschrift für den Artikel abartig findet? Als ob es um das ginge.

flurschaden
00
10.1.2012, 12:13
...und dennoch

völlig wurscht, oder! Es gibt Aufmacher für Artikel; man traut ihnen trotzdem zu, die wertvollen Informationen zu filtern.
Worüber man nicht alles zerknirscht sein kann...

Susanne_B
04
10.1.2012, 07:45

Nein, sind Sie nicht. Ich finde den Hinweis auf die Ähnlichkeit mit Clooney unpassend und wenig intelligent.

Makronaut
00

spannend!

DerHinterfragende
16
Ich würde mir irgendwie wünschen,

dass auch bei uns eine frische Partei schnell was erreichen könnte - nur aufgrund ihrer politischen Inhalte!

Wendig Leute bei uns nur auch nach politischen Inhalten wählen würden - und nicht nach Farbe oder simplen Propagandabotschaften.

Wäre doch ein Traumszenario, oder?

mephista
01
10.1.2012, 11:15

"Über Lapids nahost- oder wirtschaftspolitisches Programm ist vorläufig nicht bekannt."
Glaub nicht, dass der wegen politischen Inhalten so viel Zuspruch haben wird, sondern wegen seiner Medienpräsenz.

Atheist von Gottes Gnaden
05
10.1.2012, 03:39

ich glaube eine partei um armin wolf (um die analogie zu israel zu bemuehen) haette bei uns durchaus chancen.

allerdings ist wolf in seiner aktuellen rolle bestens aufgehoben und sein gang in die politik waere eher ein verlust als ein gewinn.

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