Teilweise Flottentausch erwartet - Betriebsrat will Sozialplan verlängern
Wien - Am Dienstag will AUA-Chef Jaan Albrecht seine Sparpläne im Detail vorstellen. Im Vorfeld brodelte die Gerüchteküche, zumal die Mitarbeiter, vor allem das fliegende Personal, zu keinen Zugeständnissen mehr bereit scheint.
Spekuliert wird mit einer geplanten Umflottung, bei der teilweise Boeing-Flieger der AUA auf Airbusse aus dem Lufthansa-Konzern getauscht werden. So könnten elf Boeing 737 der AUA sukzessive gegen sechs Airbusse ersetzt werden. Experten verweisen dabei auf folgenden Nebeneffekt: Wird eine Flotte wie die 737 ausgemustertet, so kann das Unternehmen die darauf eingesetzten Mitarbeiter leichter abbauen. Die AUA wäre demnach nicht mehr an das Senioritätsprinzip, wonach zuerst die (billigeren) Jung-Piloten abgebaut werden müssen, gebunden, sondern könnte auch ältere und damit teurere Piloten freisetzen. Bord-Mitarbeiter wiederum bezweifeln dass es dazu kommt, sie rechnen mit einer Umschulung von Boeing auf Airbus.
Die AUA-Langstrecken-Flotte, zu der sechs (betagte) Boeing 767-Maschinen zählen, soll bleiben, zu den derzeit vier B 777 könnten möglicherweise vier weitere 777 dazu kommen. In Summe soll eine vereinheitliche Flotte Wartungskosten sparen. Der für das Bodenpersonal zuständige Betriebsrat will den bis März 2012 geltenden Sozialplan verlängert haben und verlangt für die Mitarbeiter Perspektiven und Garantien.
Die Lufthansa will wie mehrfach betont, weitere Zugeständnisse der Lieferanten, also Flughafen und Austro Control einfordern. Darüber hinaus will der frühere Chef der Star Alliance, Albrecht, die Kooperation in der Gruppe zu der auch die AUA gehört verbessern und zusätzlich Star-Alliance-Mitglieder nach Wien holen.
Partnerschaft mit Washington
Eine derartige Kooperation passt offenbar auch ins Konzept des Flughafens. Dieser ging mit dem Airport Washington/Dulles eine Partnerschaft ein, von der man sich Know-how-Austausch erwartet. Der Flughafen Washington sei mit jährlich 23 Mio. Passagieren ähnlich groß wie Wien, berichteten die Flughafen-Vorstände Günther Ofner und Julian Jäger. Hauptkunde der Amerikaner ist Star-Mitglied United Airlines. Weil es in Wien ein "Defizit an Anbietern Richtung Nordamerika gibt", hoffen die Wiener, dass United einmal auch Wien anfliegt. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.1.2012)