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Komme es zu keinen extremen Wetterereignissen, sei eine günstige Entwicklung der Lawinengefahr in diesem Winter zu erwarten, sagt Bernd Niedermoser, Leiter des Salzburger Lawinenwarndienstes.
Salzburg - Wenn die Schneefälle in Westösterreich nachlassen und sich laut Prognose in der Wochenmitte zumindest zwei Tage lang die Sonne zeigt, werden Tourengeher und Variantenfahrer wieder vermehrt im ungesicherten Skiraum unterwegs sein. Die Wintersportler sollen sich in diesen Tagen "auf mäßig steiles Gelände beschränken", appelliert Bernd Niedermoser, Leiter des Salzburger Lawinenwarndienstes, an die Vernunft der Wintersportler. Vor allem eingewehte Rinnen und der Ostsektor seien gefährdet, warnt Niedermoser im Standard-Gespräch.
Mittelfristig hat Niedermoser für die Skibergsteiger und Freerider gute Nachrichten. Komme es zu keinen extremen Wetterereignissen, erwarte er eine günstige Entwicklung der Lawinengefahr in diesem Winter.
Einsinktiefen werden zurückgehen
Die großen Schneemengen der vergangenen Tage seien auf eine "gut verfestigte Altschneedecke mit wenigen Schwachschichten" gefallen. Zudem erwartet Niedermoser, dass sich der Neuschnee rasch setzt. "Die Einsinktiefen von derzeit bis zu einem Meter werden zurückgehen, und wenige Schwachschichten bleiben über." Trotz dieser positiven Prognose sei aber aktuell gerade bei steilen und eingewehten Bereichen Zurückhaltung angesagt.
Kommt es dennoch zu einem Lawinenabgang, ist die erste Viertelstunde für die Verschütteten entscheidend. Nach 15 Minuten beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit 92 Prozent, nach 30 Minuten nur mehr 50 Prozent.
Da in dieser Zeitspanne meist kein organisierter Rettungseinsatz möglich ist, hat die Kameradenbergung entscheidende Bedeutung. "Nur mit einem Lawinenverschüttetensuchgerät, Schaufel und Sonde ist eine effiziente Rettung möglich", mahnen die alpinen Vereine zur Mitnahme der Notfallausrüstung. Mit zur Standard-Ausrüstung im freien Gelände gehört inzwischen auch der Lawinenairbag. Airbagsysteme können eine Ganzverschüttung weitgehend vermeiden, die Überlebenschancen steigen auf 97 Prozent.
Airbag-Rückrufaktion
Beim Lawinenairbag-Marktführer, der deutschen Firma ABS, läuft bis 31. Jänner noch eine Rückrufaktion für potenziell schadhafte Druckpatronen. Von den bis dato retournierten 3500 Patronen sei jedoch nur eine auch tatsächlich nicht verwendbar gewesen, sagt Firmenchef Peter Aschauer. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, Printausgabe, 10.1.2012)
Wissen:
Europäische Lawinengefahrenskala
Europaweit wird die Lawinengefahr in fünf Stufen eingeteilt: Gefahrenstufe 1 bedeutet "geringe" Lawinengefahr, Stufe 2 "mäßige" und 3 "erhebliche".
Die am Montag in weiten Teilen Westösterreichs von den Lawinenwarndiensten ausgegebene Stufe 4 heißt "große" Gefahr. Stufe 5 wäre dann mit "sehr groß" schon ein Katastrophenszenario.
Die Einteilung in fünf Stufen ist für Laien immer wieder Anlass für Missverständnisse. Oft wird die Skala 1 bis 5 mit Schulnoten gleichgesetzt.
Stufe 3 bedeutet freilich nicht "befriedigend", sondern "erheblich"; das heißt eine Lawinenauslösung ist bereits "bei geringer Zusatzbelastung" - etwa durch einen einzelnen Skifahrer - möglich. (neu)
Warnung vor Solotouren und Alkohol auf der Piste
2007 verrichteten auf Europas Skipisten 3100 Schneekanonen ihren Dienst. Heute steht diese Anzahl in drei heimischen Skigebieten. Der Energie- und Wasserverbrauch ist massiv gestiegen. 19.000 Kanonen sind im Einsatz.
Nachdem Schummeleien bei der Angabe von Pistenkilometern in Skigebieten aufgeflogen sind, plant Gerhard Heilingbrunner vom Umweltdachverband, die Staatsanwaltschaft wegen schweren Betruges einzuschalten.
Auch in anderen Alpenländern soll diese Methode zur Berechnung der Pistenkilometer herangezogen werden
Nach der Diskussion um falsche Angaben von Pistenkilometern könnten Klagen von Konsumenten wegen Irreführung folgen. Da es keine einheitliche Regelung für die Messung gibt, sind Ansprüche auf Preisminderung bei Liftkarten aber nicht sicher.
Gleichzeitig Rückgang der Unfälle
Nach der Kritik an der Schummelei mit Pistenkilometern wollen die Tiroler Seilbahner einheitliche und vergleichbare Maßangaben einführen. Derzeit kann jedes Skigebiet rechnen, wie es will
Vorwürfe gegen Behörden in neuem Buch über mysteriösen Fall Duncan MacPherson
Innsbrucker Studenten organisieren Mitfahrgelegenheit in Skigebiete
Unsicherheit bei Skivereinen und Bergbahnen wegen Sicherheitsvorkehrungen
Der 2003 gefundene kanadische Eishockeyspieler MacPherson wurde in der Gerichtsmedizin lediglich identifiziert. Obduziert werde nur auf Anordnung der Staatsanwaltschaft, sagt Gerichtsmediziner Walter Rabl
Obmann der örtlichen Lawinenwarn-Kommission stellt verpflichtendes Tragen von Lawinen-Airbags für Mitglieder zur Diskussion
Der erste Schnee im Flachland hat Wintersportlern Gusto und der Skibranche wieder Hoffnungen gemacht. Der Wunsch nach unabhängigem Skifahren ist groß. Dieses Verlangen weiß die Wirtschaft zu schätzen - und mit Tourenski-Ausrüstung zu stillen.
Vorarlberger Skischulgesetz bricht Monopol der Skischulen, der Verband jammert
Der Streit um das Vorarlberger Skischulwesen ist noch nicht ausgestanden. Snowboardlehrer fühlen sich durch das neue Skischulgesetz diskriminiert. Der Verband der Skischulen mauert indes gegen einen europäischen Berufsausweis für Skilehrer
Nach diesem Winter ist Schluss, dann folgt Neupositionierung mit Ausbau von Sommerrodelbahn und Kinder-Sportland
Die Leiter der Lawinenwarndienste von Tirol und Salzburg halten Sperren im freien Skigelände für illusorisch
Bergführer Edi Koblmüller wurde in den Abruzzen von einer Lawine verschüttet. Dank ABS-Rucksack hat er überlebt - und seine Lehren aus dem Unfall gezogen
Erfolglose Gespräche zu Beteiligung am Ötscher, Semmering und Hochkar
Skifahren im freien Gelände boomt - Kurse an Schulen sollen Gefahren vermitteln
Acht Ländergesetze in Österreich für Unterricht im Schnee: Immer mehr Skilehrer drängen auf Selbstständigkeit, scheitern aber an den Rahmenbedingungen
Die jahrzehntelangen Diskussionen um das Kärntner Skigebiet Goldeck zeigen endlich Ergebnisse: 22 Millionen Euro wurden in neue Liftanlagen, Pisten und in zusätzliche Parkplätze investiert
Ungelöste Haftungsfrage ist Streitpunkt mit Alpenverein und Naturfreunden
Die massiven Schneefälle locken Freeride-Profis wie Hobby-Wintersportler in den Tiefschnee - Vor Lawinen schützen Demut vor dem Berg, Informationen und teure Ausrüstung
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