"Kunst hat Recht"

Initiative zur Stärkung der Urheberrechte

9. Jänner 2012, 16:18

Deklaration der IG Autorinnen Autoren - Gefordert werden "gesetzliche Regelungen, die den aktuellen Technologien entsprechen"

Wien - Heimische Kunst- und Kulturschaffende sieht die IG Autorinnen Autoren durch die "Gratiskultur" des Internet bedroht, weshalb nun in einer Deklaration ein "Umdenken der Konsumentinnen und Konsumenten" sowie "nachhaltige gesetzliche Regelungen" gefordert werden. Unter dem Titel "Kunst hat Recht" ruft die IG Einzelpersonen und Einrichtungen dazu auf, die Deklaration "zur Stärkung der Urheber- und Nutzungsrechte" der Künstler zu unterzeichnen. Ende Jänner will man die Initiative, die auch von den heimischen Verwertungsgesellschaften unterstützt wird, der Öffentlichkeit vorstellen.

So bezeichnet die IG den "mit der Verletzung unseres Rechts verbundenen Schaden für das Kulturland Österreich" als groß. Dementsprechend fordere man "ein entschlossenes Auftreten der österreichischen Politik", um eine positive Entwicklung für das "Kulturland Österreich" zu ermöglichen. "Wir brauchen grundsätzliche und nachhaltige gesetzliche Regelungen, die den aktuellen Technologien entsprechen", heißt es in der Deklaration weiter, da nur damit die Lebensgrundlage der Kunstschaffenden zu garantieren sei. Schließlich brauche Kreativität "eine wirtschaftliche Grundlage". (APA)

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18 Postings
Zitronenbaum
00
24.1.2012, 11:01

Gratiskultur? Was ist damit jetzt wieder gemeint? Dass Klassiker kostenlos über Amazon für Kindle angeboten werden?
Finde ich gut. So kann ich endlich mal ein paar Klassiker lesen ohne mich mit schlecht gedruckten Versionen so mancher Verlage herumzuärgern. Die sparen nämlich viel Papier indem sie alles wunzig klein drucken und das auch noch in komischen Schriftarten, die schwer zu lesen sind. Und so viele Dioptrin hab ich nichtmal.
Was man sehr wohl aber machen sollte ist mal wegen Plagiaten zu schauen. Der Christoph Paolini, der diese komische Fantasyreihe geschrieben hat, hat aus 'The Ruby Knight' eine Szene fast vollständig entwendet, ohne sie großartig umzuschreiben. Das find ich schlimmer als kostenlose Bücher.

Heinz Anderle
 
00
12.1.2012, 19:05
Als Remittende nur zum Einstampfen geeignet.

Makulaturschriftsteller preisen an ihrem Besitzstand ihre Ladenhüter mit wohlverdorbenen Rechten an. Das Geschäft macht derweilen die digitale Bibliothek.

(Und wenn man Bücher schreibt, die niemand kauft, und Texte verfaßt, die niemand liest, kann man beruflich auch umsatteln. Niemand wird zum armen Poeten und Hungerkünstler gezwungen.)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Heinz Anderle
 
00
12.1.2012, 19:45
(Nachtrag: das minimal netter formulierte Vorgängerposting...

... hat eine ausgerechnet im Forum offenbar "schmähstade" Leberwurst unbedingt verpet..., pardon, "melden" zu müssen geglaubt. Das überrascht mich nicht. Ich weiß, daß ich es hier mit "Künstlern" oder zumindest solchen, die es gerne wären, zu tun habe.)

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

pepu
03
10.1.2012, 18:01

es ist wirklich sehr traurig, wie sehr sich (schon seit langem) die IG autorinnen von der content-lobby vor den wagen spannen lässt. wäre ich autor oder autorin, würde ich diesem verein jeglichen vertretungsanspruch laut und deutlich absagen. die damen und herren, die hier "im namen der autoren" wirken, haben offenbar keine ahnung von den chancen, die sich ihnen gerade bieten.

pepu
00
11.1.2012, 08:09

nachsatz: freitag traut sich der gerhard ruiss von der IG autorinnen und autoren ins metalab (metalab.at) und spricht dort vor nerds zum thema urheberrecht. eine ruhige, sachliche diskussion überzeugt ihn vielleicht davon, dinge in einem etwas zeitgemäßeren licht zu sehen. also: hingehen!

The Real Zet
 
00
12.1.2012, 11:51

Ein zeitgemäßes Licht tut wirklich not, und das Urheberrecht hat eine Reform wohl nötig. Bitte nennen Sie doch die Chancen beim Namen, die sich Autorinnen und anderen Kreaktiven gerade bieten. Welche meinen sie konkret?

ländliche Genreszene
00
25.1.2012, 16:25
verlage sind vermittler

.. das erfinden und erschließen von verwertungsmöglichkeiten ist hier aber auch nicht das thema .. autoren wollen geld verdienen, um sich ungestört ihrer autorenlust widmen zu können .. nur will halt nicht ein jeder ein elaborat eines lustautoren haben, das ist geschmackssache .. früher haben - für die autoren praktisch - die verlage die selektions- und verwertungsfunktion übernommen .. auf grund der technischen entwicklung können sich autoren heute den gang zum verlag sparen und auf eigene rechnung arbeiten, damit müssen sie aber das finden und ausschöpfen von verwertungsmöglichkeiten selbst übernehmen .. die rechte der künstler bleiben so oder so gewahrt .. eine 'festplattenabgabe' stärkt aber nur jene, die aufgrund der masse eh gut leben

Heinz Anderle
 
00
12.1.2012, 19:10
Autor(inn)en und andere "Kreative"...

... sind herzlichst eingeladen, Berufe zu wählen, die ihnen eine gesicherte Existenz ermöglichen.

Es ist im Sinne des Gesellschaftsvertrages nicht Aufgabe der Allgemeinheit, Pfründe zu schaffen für Elaborate, nach denen offenbar kein Bedarf besteht.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

The Real Zet
 
00
12.1.2012, 21:19
Ihr Posting

geht am Thema leider so weit vorbei, dass mir keinerlei Hoffnung bleibt, ein paar meiner Sätze könnten Sie dorthin zurück führen. Wir sprechen hier über das Urheberrecht als Rechtsgrundlage zur Verwertung geschaffener künstlerischer Werke. Wenn Sie das nicht betrifft, müssen Sie es ja nicht verstehen. Ersparen Sie uns dann aber bitte sinnbefreite gehässige Projektionen die der realen Grundlage entbehren.

Heinz Anderle
 
00
13.1.2012, 06:04
Wenn der gerittene Paragraph tot ist, nützt einbalsamieren auch nichts.

Nocheinmal: wer als "Künstler" nicht das Auslangen findet, möge sich eine andere Existenzgrundlage suchen. Der technische Fortschritt überrollt die alten Besitzstände wie ein Bulldozer mit Vollgas.

Ich habe es da leichter: ich kann es mir durch meinen Beruf als Wissenschaftler leisten, meine Werke durch die Möglichkeiten der digitalen Technik mit der Creative Commons-Lizenz zu verschenken.

Nur bin ich aber der Zwangsversorgung der larmoyant Unwilligen durch mein Steuergeld - egal direkt oder über die Gehälter für feige und feile Politiker - längst überdrüssig.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

The Real Zet
 
00
13.1.2012, 10:30
Als "Wissenschaftler"

sollten Sie Sachverhalten zugänglich sein. Ihr Steuergeld hat mit dem Thema Urheberrecht nichts zu tun. Verständliche Emotion, trotzdem völlig falsche Baustelle. Durch das Urheberrecht wird niemand aus öffentlichen Mitteln zwangsversorgt, Ihr Herr-Karl-Reflex geht daher ins Leere. Aber interessant, wie weit man das Thema für sich interpretieren kann!

Fritz Meyer
11
10.1.2012, 15:26
Die VG Wort (Deutschland)...

und andere Wegelagereien im Sinn.

plusminus 50 milliarden
00
10.1.2012, 11:09

Es könnten die Verlage auch mal anständigere Honorare bezahlen...

Ueberlaeufer
00
10.1.2012, 13:05

Dann müssten die Buchpreise aber teurer werden ...

plusminus 50 milliarden
00
10.1.2012, 15:09

... oder die Verleger etwas weniger gierig sein.

Heinz Anderle
 
00
12.1.2012, 19:11
Die Verlage tragen das unternehmerische Risiko.

Alternativ bleibt der Eigenverlag.

Dr. Heinz Anderle, Freigeist

Ueberlaeufer
00
12.1.2012, 07:55

Sie meinen, sich noch mehr selbstausbeuten.

Marek Gebhardt
11
Falsche Richtung

Es ist keine Frage, Autoren sollen für ihre Arbeit fair entlohnt werden. Was aber sehr wohl eine Frage ist, ist, ob sich mit dem vorgestellten Ansatz irgendwas bewirken lässt-außer das Gegenteil vom Intendierten. Soll heißen:Das "Umdenken der Konsumentinnen und Konsumenten" erreicht man nicht mit der Forderung nach einem stärkeren Urheberrecht (die entsprechende Kopiersoftware stört sich nicht an Gesetzestexten), sondern indem man offensiv mit den Risiken, aber auch Möglichkeiten des digitalen Zeitalters umgeht. Warum nicht Creative Commons-Lizenzen nutzen, so wie das Leute wie Coelho,Doctorow oder im deutschsprachigen Raum die Quandary Novelists machen? Das wäre ein Weg,den es auszuprobieren gilt. Und das Beste:der geht auch ohne Juristen.

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