Wulff: "Methoden Ihrer Journalisten, des investigativen Journalismus nicht mehr akzeptabel"
Berlin - Der "Spiegel" zitiert aus der rund vierminütigen Nachricht;
einzelne Satzteile sind bereits seit Tagen bekannt. Das Magazin
beruft sich dabei auf eine ihm vorliegende vollständige Abschrift.
"Bild"-Vizechefredakteur Nikolaus Blome bestätigte am Sonntagabend in
der ARD, dass die Zitate zutreffend seien. AFP dokumentiert die vom
"Spiegel" ausgewählten Zitate:
***
"Ich habe alles offengelegt, Informationen gegeben, mit der
Zusicherung, dass die nicht verwandt werden. Die werden jetzt
indirekt verwandt, das heißt, ich werde auch Strafantrag stellen
gegenüber Journalisten morgen, und die Anwälte sind beauftragt."
Wulff fragte demnach weiter, warum "Bild" nicht akzeptieren könne,
"wenn das Staatsoberhaupt im Ausland ist, zu warten, bis ich
Dienstagabend wiederkomme, also morgen, und Mittwoch eine Besprechung
zu machen, wo ich mit Herrn ... den Redakteuren rede, wenn Sie
möchten, die Dinge erörtere, und dann können wir entscheiden, wie wir
die Dinge sehen, und dann können wir entscheiden, wie wir den Krieg
führen."
Er wolle "einfach, dass wir darüber sprechen, denn wenn das Kind
im Brunnen liegt, ist das Ding nicht mehr hochzuholen - das ist
eindeutig". Dass man nicht bis Mittwoch warte "und dann sagt: Okay,
wir wollen den Krieg und führen ihn. Das finde ich sehr
unverantwortlich von Ihrer Mannschaft, und da muss ich den
Chefredakteur schon jetzt fragen, ob er das so will, was ich mir
eigentlich nicht vorstellen kann".
Wulff sagte demnach weiter: So "wie das gelaufen ist in den
letzten Monaten, ist das inakzeptabel, und meine Frau und ich werden
Mittwochmorgen eine Pressekonferenz machen zwischen dem japanischen
Ministerpräsidenten und den weiteren Terminen und werden dann
entsprechend auch öffentlich werden, weil diese Methoden Ihrer
Journalisten, des investigativen Journalismus nicht mehr akzeptabel
sind..."
"Und ich bitte um Vergebung, aber hier ist jetzt für mich ein
Punkt erreicht, der mich ..." - an dieser Stelle war Wulff nach
"Spiegel"-Angaben offenbar nicht eindeutig zu verstehen - "zu einer
Einhaltung/Handlung (???) zwingt, die ich bisher niemals in meinem
Leben präsentiert habe. Die hatte ich auch nie nötig". (APA)