Gammablitze als Auslöser von Massenaussterben nicht ausgeschlossen

15. Jänner 2012, 19:12

Deutsche Forscher berechnen Wahrscheinlichkeit

Heidelberg - Vor 450 bis 440 Millionen Jahren, an der Grenze zwischen Ordovizium und Silur, ereignete sich ein Massenaussterben, dem über die Hälfte aller Gattungen zum Opfer fiel. Es war das zweitgrößte Ereignis dieser Art in der Erdgeschichte, auch wenn es nicht so bekannt ist wie andere Massenaussterben - letzteres dürfte unter anderem daran liegen, dass das Leben damals mit Ausnahme von Moosen und Pilzen noch auf die Meere beschränkt war.

Als Ursache werden meist die klimatischen Auswirkungen der Kontinentaldrift angenommen. Die Landmassen von Gondwana hatten sich um den Südpol herum gruppiert, es bildeten sich massive Gletscher, der Meeresspiegel sank und das globale Klima trat in eine der kältesten Perioden ein, die es seit Beginn des Lebens gegeben hatte.

Eine Minderheit von Forschern glaubt indessen, dass ein Gammastrahlenblitz in unserer mittleren kosmischen Nachbarschaft für das Massenaussterben verantwortlich gewesen sein könnte. Die Schockfront dieses Ausbruchs hätte die Ozonschicht der Erde zerstört und damit eine tödliche Menge an UV-Strahlung auf die Erdoberfläche dringen lassen. Für diese Hypothese gibt es keinerlei Belege - nun aber immerhin eine Berechnung, dass sich ein solches Phänomen nicht gänzlich ausschließen lässt.

Gammastrahlenblitze

Als mögliche Ursachen für Gammastrahlenblitze gelten extreme Supernova-Ereignisse oder die Verschmelzung von Neutronensternen. Solche Kollisionen sind allerdings selten - können jedoch häufiger innerhalb von Kugelsternhaufen vorkommen, wo Sterne dicht beieinander stehen und sogar binäre Systeme von "Sternenleichen" bilden. Wie der "New Scientist" berichtet, hat Wilfried Domainko vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg berechnet, ob sich jemals ein Kugelsternhaufen nahe genug an unserem Sonnensystem befunden hat, um einen folgenschweren Gammastrahlenblitz zu produzieren.

In die Berechnung floss die Häufigkeit ein, mit der solche Blitze in Kugelsternhaufen beobachtet werden. Kombiniert wurde dies mit einer Rückberechnung der Bahnen, die die Kugelsternhaufen und unser Sonnensystem in der Vergangenheit innerhalb der Milchstraße genommen haben. Es ergab sich die rein mathematische Wahrscheinlichkeit, dass innerhalb der letzten Milliarde Jahre zumindest einmal ein Gammastrahlenblitz in "Schlagdistanz" (also ein paar tausend Lichtjahre entfernt) stattgefunden haben kann.

... was natürlich immer noch kein Beleg der Hypothese ist, aber auch bedeutet, dass sie weiterhin nicht verworfen werden kann. 2013 soll der ESA-Satellit "Gaia" starten, um etwa eine Milliarde Sterne kartographisch zu erfassen. Aus den präzisen Bahndaten erhoffen sich die Forscher auch neue Erkenntnisse darüber, ob Gammastrahlenblitze in Sternhaufen als Verursacher von Massenaussterben in Frage kommen. (red)

Kommentar posten
24 Postings
Pat Conley
01
17.1.2012, 02:53

Ein Hoch auf den Willi !

Florian Freistetter
 
03
17.1.2012, 08:11

der übrigens Österreicher ist (falls jemand das "deutsche Forscher" aus dem Artikel korrigieren möchte ;) )

Cyber Motzer
00
17.1.2012, 00:17
hier wird angekündigt was die Astronomen

vor 10 Jahren als nicht beweisbar abtaten, dass unzählige Erdähnliche Planeten in unserer Galaxie existieren müssen...so, nun zu den Gammablitzen, rechnen sie hoch wieviele Sonnen in einem bestimmten Radius schon vergangen und uns gefährlich geworden sind und uns werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass wir Mal von nem Blitz getroffen wurden, und wieder werden ! Normal !
Das Neueste von den Astronomen: ja mit der Sonne ist in 4,5mrd Jahren Schluss, nur wir spüren das schon in ein paar 100te Millionen Jahren.
Ist das nicht wirklich neu ? Peak Sun, schon hinter uns ?

another_stranger_me
014
16.1.2012, 12:28

alien I: was für ein cooles system, von dem will ich ein foto

alien II: wart mal schnell, der blitz ist noch auf ...

*blitz*

alien II: na super, jetzt hast das ganze system kaputt-geröngt! aber zugegeben, cooles desktop-motiv...

Mack Megaton
00
16.1.2012, 17:33
geblitzdingsbumst....

meineMeinung1969
00
16.1.2012, 19:57
Ohne ...

... bumst. Nur ...dingst.

mM

Trurl
00
16.1.2012, 21:46

'dings' ohne 'bums' ist fad...

TheInstinctOfNotToBecomeExtinct
11
16.1.2012, 08:09
Ich habs gewusst!

ich havbe gewusst! ich habs gewusst!

http://theinstinctofnottobecomeextinct.wordpress.com/2011/11/2... problem-1/

pox vobiscum
01
16.1.2012, 13:00

Jetzt mache ich mir echt Sorgen.
Was ist, wenn die Chinesen bei ihrem Morgen-Tai-Chi einmal wirklich alle gleichzeitig von der Matte hupfen?
Wie kann man das nur verhindern?

Angus Parvis
00
16.1.2012, 08:17

Schrott.

TheInstinctOfNotToBecomeExtinct
00
17.1.2012, 16:37
danke :)

marty fink
107
15.1.2012, 19:47
"Es ergab sich die rein mathematische Wahrscheinlichkeit..."

von 25 Semmelknödel oder 2 Fußballfeldern?

Michael Bakunin
00
16.1.2012, 08:58

steht eh da: ein Gammastrahlenblitz in einer millarde jahren.

marty fink
01
16.1.2012, 09:27
Ich seh's schon,

nur dachte ich, wenn in x Jahren ein Gammablitz mit der Wahrscheinlichkeit p auftritt p nicht gleich 1 wird...

Michael Bakunin
00
16.1.2012, 18:26

die wahrscheinlichkeit wird auch nicht 1.

marty fink
00
16.1.2012, 20:25
ich geb's auf! :-)

John Sandwich
01
22.1.2012, 01:05
gemeint ist wohl der Erwartungswert

helpu
01
16.1.2012, 04:01

diesesmal stimmts aber: die mathematische wahrscheinlichkeit ist ein verhältnis, sie hat keine einheit :))

17+4
00
16.1.2012, 15:47
ist aber immer auf gleichartige Ereignisse bezogen,

und da ein Gammablitzereignis ein Supergau ist,
naja, dann kann man mangels Häufigkeit jede Wahrscheinlichkeit annehmen.

F S 4: The science channel
00
17.1.2012, 11:23

Ein Gammablitzereignis findet oft genug statt, um Häufigkeiten abschätzen zu können, glücklicherweise halt immer weit genug weg. Wenn Sie das kombinieren mit der Anzahl der in Frage kommenten Kugelsternhaufen und Neutronensterne in der letzten Milliarde Jahre, können Sie schon ungefähr die Wahrscheinlichkeit berechnen, daß uns so ein Gammablitz trifft.

17+4
00
18.1.2012, 09:36
danke,

her wig
00
16.1.2012, 20:42

Im Universumsmaßstab ist es kein Supergau und es mangelt auch nicht an der Häufigkeit. Woran es uns (noch) mangelt ist der Überblick.

17+4
00
17.1.2012, 09:41
wußte ich nicht,

ich bin nur bei Statistiken mißtrauisch, die nicht einmal immer, wenn sie Statistiker produzieren.

The Heckler
00
16.1.2012, 09:41
von soundso viel % +/- ...

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