Wiener Kinos

Kepler und Gloriette sperren zu, Metro baut um

9. Jänner 2012, 14:59

Haydn bekommt zusätzlichen Saal - Digitalisierung soll 2012 größtenteils abgeschlossen sein

Wien - Die Wiener Kinolandschaft erfährt derzeit, nicht zuletzt durch die fortschreitende Digitalisierung, einige umfangreiche Veränderungen: Das Kepler Kino in Favoriten hat bereits für immer seine Pforten geschlossen - im Februar folgt das Gloriette Kino in Penzing. Am Montag, 9. Jänner, sperrt auch das Metro Kino zu - allerdings nur vorübergehend, um im Herbst mit einem "innerstädtischen Filmkulturzentrum" wiederzueröffnen. Und während das Stadtkino mit einem Umzug ins Künstlerhauskino liebäugelt, baut das englischsprachige Haydn-Kino auf der Mariahilfer Straße noch einen Saal dazu.

Schon in den vergangenen Jahren haben mit dem Flotten-Kino, dem Tuchlauben-Kino oder dem Auge Gottes langgediente Häuser zugesperrt, auch die Breitenseer Lichtspiele unweit vom Gloriette Kino stehen seit Jahren kurz vor dem Zusperren. "Es werden wohl noch einige Kinos verschwinden", zitierte zuletzt der "Kurier" Christian Dörfler vom Wiener Fachverband für Lichtspieltheater. Der Chef des Haydn Kinos, das auf der Mariahilfer Straße floriert und mit der Entstehung eines benachbarten Einkaufszentrums auch einen vierten Kinosaal dazubekommt, sieht die Digitalisierungskosten als Hauptgrund für die ausweglose Situation vieler Häuser. 

"In Wien hat es Überkapazitäten gegeben"

Für Werner Müller vom Fachverband der Film- und Musikindustrie ist das nicht der einzige Grund, schließlich würden die Betreiber auch von Stadt und Bund und neuerdings - auf freiwilliger Basis - von den Verleihern beim Umbau unterstützt. "In Wien hat es Überkapazitäten gegeben", so Müller, "auch das Cineplexx Reichsbrücke hat ja zuletzt zugesperrt." In Wien ist die Zahl der Kinos seit 1988 von 59 auf 36 geschrumpft, dafür ist der Digitalisierungsgrad mit weit über 50 Prozent schon sehr hoch. Müller rechnet damit, dass bis Ende des Jahres die meisten Kinos zumindest ihre Digitalisierungsabsicht bekundet haben werden - ansonsten verfällt der Anspruch auf öffentliche Unterstützungen.

Auf öffentliche Unterstützung muss indes das Metro Kino bei seinem Umbau verzichten, der die Beletage über dem bisherigen Saal in einen zweiten, multifunktional verwendbaren Saal verwandeln soll. Die rund 300 Quadratmeter große Fläche wird laut Ernst Kieninger vom Filmarchiv Austria, dem Eigentümer des Kinos, künftig für eine kombinierte Bespielung aus Film und Ausstellung nutzbar sein. Eröffnet soll das "innerstädtische Filmkulturzentrum" mit der Viennale werden, die künftig möglicherweise dafür auf ein anderes seiner Kinos verzichten muss. Es ist kein Geheimnis, dass das sanierungsbedürftige Wiener Stadtkino Interesse an einer Übersiedelung ins Künstlerhauskino hat - offiziell schweigen die Institutionen aber noch zu diesen Plänen. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 34
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Wickinger
10
10.1.2012, 21:15

Mir erschließt sich der Vorteil der Digitalisierung gegenüber einer schönen analogen 35mm-Kopie nicht ganz. Also zumindest für mich als Kinogänger und für den Kinobetreiber.

Postingname 2.0
00
11.1.2012, 12:25

Einfachere Verteilung des Filmmaterials per Videoserver.
Einfachere Kontrolle der Verleiher über das Material per Kopierschutz.
Keine Filmmaterialkosten mehr für den Verleiher.
Keine Personalkosten für einen Vorführer, der die Rollen wechseln muss. Nur noch ein Hansl, der auf "Play" drückt.
usw.usf.

Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut.

Dschi Dschei Wischer
00
10.1.2012, 15:52

Existiert eigentlich das Tivoli Kino noch?

Mann40
00
10.1.2012, 17:53

ich glaube das ist jetzt ein Erotikkino...

WilWil
00
17.1.2012, 14:59
das war doch nie was anderes.

Schinkenkipferl
12
10.1.2012, 15:14

und jetzt bitte ein kino, das auch blockbuster in 2d bringt und nicht versucht, dem kunden mit schlechtem 3d mehr geld aus der tasche zu nehmen.

G. B. Corner
00
10.1.2012, 18:29

Das haben die Kinos selber leider nicht in der Hand, das entscheidet der Verleiher.

Fritz Meyer
00
10.1.2012, 15:10
Für so eine Riesenstadt...

hat Wien viel zuwenig Programmkino.

Zumindest eines wäre zwingend, wo Der Dritte Mann ständig läuft.

Selbst München steht in der Hinsicht besser da.

leidernein
01
10.1.2012, 18:06

the third man läuft dreimal in der woche im burg kino!
und in münchen??? in keiner einzigen deutschen stadt gibts so viele kinos die Originlversionen spielen oder ein wirklich besonderes programm haben (ausnahme is vll. nur berlin), die haben nur diese barbarischen übersetzungen...
ach ja, in wien gibts eher mehr programmkinos als wirklich "private" kinos. das stadkino, das künstlerhaus , das filmmuseum das metro und das gartenbau "gehören" der stadt wien. de france und votiv gehören dem filmladen und werden dick gefördert, das filmcasino gehört auch einem verleih, beim burg weiß ichs nicht aber ich glaub das is bloß kino, haydn privat aber constantin und der rest ist echtes constantin und megaplexx shit

behacker
00
10.1.2012, 19:11

Da werden jetzt aber sehr viele Kinos über einen Kamm geschoren. Bitte ein bisschen zu differenzieren, "gehören" ist ein starkes Wort, das auf die meisten genannten Kinos nicht zutrifft. Und dass die meisten Verleiher ihr "Hauskino" haben, macht sie nicht weniger "privat"... Und Förderungen bekommen sie alle. Wiener Kinoförderung etc.

Norman Shetler
00
10.1.2012, 16:08

Der Dritte Mann läuft meines Wissens nach jede Woche zumindest ein mal im Burg Kino.

Fritz Meyer
00
10.1.2012, 18:00
Das stimmt.

Aber wenn man das nicht weiss...

Bisserl mehr Werbung oder eine Förderung könnte nicht schaden.

Das stünde dem "Kulturstandort" Wien sicherlich nicht schlecht.

byron sully
00
10.1.2012, 14:00

und die stadt schaut tatenlos zu, bis am ende nur noch die scheußlichen megaplexe übrigbleiben?

Wer mir Rot gibt, ist ein Prolet
01
10.1.2012, 15:01

Nein, hast recht, sollte man schon mit öffentlichen Mitteln um jeden Preis erhalten. Genauso wie die Tauschbörse und den kleinen Buchladen bei mir im Grätzel oder die Glaserei und den Schneider ums Eck, die stehen auch vorm Zusperren. Müssen wir alles mit öffentlichen Geldern erhalten - unbedingt!

Sainkho
00
10.1.2012, 13:33
ach schade...

... das schöne kepler kino, wo man zum klo gehen schillingmünzen einlösen musste. ich fands super.

romero69
02
10.1.2012, 11:10
einfach konzeptlos gewesen

"komischerweise" gehen alle jene kleineren kinos, die sich um ein gscheites für sie praktikables programm bemühen gut.

aber fast alle versuchen den selben schmarren anzubieten und wundern sich warums nicht läuft.

wieso nicht mal ein kino, dass nur filme ab 23 uhr spielt? gibt ja genug nachtschwärmer in wien.
Oder eines nur für kinderfilme?

oder nur liebesfilme zeigen?

wer sich ausser durch grindig, schlecht zu erreichen und kas-filme nicht von den andren 40, 50 kinos in wien unterscheidet muss eingehen.

PeanutbutterWolf
00
10.1.2012, 13:08

Sie sollten Unternehmensberater werden!

leidernein
01
10.1.2012, 14:30

Das village spielt jeden Tag nachtvorstellungen und da kommen wenn's viel is 10 Leute. Außerdem kriegst du keinen neuen Film wenn du nicht mindestens 2 abendvorstellumgen machst. Achtjährig ab mitternacht gilt natürlich der doppelte Stundenlohn also mit nachtvorstellungen kann man sich eher brausen gehn und Kinderfilme machen das Kraut auch nie fett...
Die Leute sollten einfach aufhören ins cine und megaplexx zu gehn, aber die sind halt konkurrenzlos wenn sie glz. auch noch der größte Verleih sind in Österreich (Constantin) es is zum ...

PeanutbutterWolf
00
11.1.2012, 11:28

Ernst gemeint war meine Ermunterung nicht.

Charadrius dubius
01
10.1.2012, 12:13

Gloriette ist (war) auf Kinderfilme spezialisiert und BSL hat alles andere als aktuelle Blockbuster gespielt. Die beiden haben sich also durchaus von den übrigen Kinos unterschieden.

Emiliano Zapata
 
01
10.1.2012, 18:03
bsl ist seit ca. 20 jahren am zusperren

und läuft noch immer. ist das derzeit älteste kino in wien und wird uns hoffentlich noch eine weile erhalten bleiben.
ich versteh nur den zwang zur digitalisierung nicht, genauso wenig wie 3d, dolby surround etc... nur weil etwas technisch perfekt ist, ist es noch lange nicht gut...

derschonwieder
02
10.1.2012, 10:12
"Müller rechnet damit, dass bis Ende des Jahres die meisten Kinos zumindest ihre Digitalisierungsabsicht bekundet haben werden - ansonsten verfällt der Anspruch auf öffentliche Unterstützungen. "

Zum kotzen.

leidernein
03
10.1.2012, 00:12

und das Haydn floriert...
So zu tun als wär man ein nettes kleines privates Kino obwohl einem Constantin das ganze programm macht. Mir geht das haydn ja so am Senkel mit seinem Wischiwaschiprogramm, da kann ich gleich ins artis gehn...
Wenigstens das Burg gibt's noch, das hat im Gegensatz zum Haydn und artis wirklich sowas wie Tradition auch wenns a bissl abgef*** is

THE MGT.
00

So wirklich "unweit" vom Breitenseer ist das Gloriette aber nicht, das ist schon ein ziemlicher Hatscher.

Schade jedenfalls. Kann mich noch erinnern vor langer Zeit mit einer Freundin den Saal im Gloriette ganz allein gehabt zu haben, weil sich da gerade niemand außer uns Disney's Dschungelbuch ansehen wollte. Anderseits ist so eine Auslastung zwar nett für Pärchen, aber natürlich schlecht fürs Geschäft.

Das Breitenseer ist super, die Atmosphäre sowieso und immer wieder auch die Filme ("Fritz the Cat" war dort perfekt, "Lauf Hase, lauf" usw.), aber halt leider "weit draußen", ohne irgendetwas rundherum, das für mehr Frequenz sorgen würde.

bouche dorée
02
die wirtschaftskammer

müllerchen, müllerchen - "überkapazitäten" - ist das echt alles, was eine standesvertretung zu sagen hat, wenn betriebe zusperren müssen? wer so eine standesvertretung hat, braucht keinen totengräber...

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