Erste und Raiffeisen mit Milliardenbeträgen investiert, größtes "Sovereign Exposure" hat die niederländische KBC
Wien/Budapest - Das in seiner Kreditwürdigkeit auf
Ramsch-Niveau abgesunkene Ungarn rückt auch die österreichischen
Großbanken wieder in die Auslage, die nicht nur Kredite vergeben,
sondern auch ungarische Staatsanleihen gezeichnet haben. Wie der
"Börse-Express" unter Berufung auf Analysten schreibt, hat
die Erste Group an die elf Milliarden Euro in Ungarn ausstehen (rund acht Milliarden
Euro an Krediten, rund zwei Milliarden Euro an Sovereign Exposure), bei der
Raiffeisen Bank International (RBI) seien es um die acht Milliarden Euro,
wovon rund sechs Milliarden auf Kredite entfielen.
Beim Sovereign Exposure auf Basis der EBA-Daten von Ende September
2011 dürfte laut Deutsche-Bank-Analysten KBC das größte absolute
Exposure gegenüber Ungarn haben (4,2 Milliarden Euro, wovon 1,5 Milliarden Euro
allerdings binnen drei Monaten fällig waren), gefolgt von der
ungarischen OTP mit 3,1 Milliarden Euro, der BayernLB mit 1,9 Milliarden Euro -
sowie Erste Group mit 1,8 Milliarden Euro, ING und Dexia mit je 1,6 Milliarden
Euro und Raiffeisen (1,3 Milliarden Euro).
Im "Börse-Express" werden die Ziffern mit der aktuellen
Marktkapitalisierung in Relation gesetzt: Demnach ergäben sich hohe
Werte für KBC (rund 130 Prozent), Erste (rund 40 Prozent) und
Raiffeisen (rund 30 Prozent). (APA)