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Wien - Womöglich sollten sich Zahnärzte auch gleich in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) ausbilden lassen, zumindest in Akupunktur: Eine solche Intervention kurz vor einer Zahnbehandlung reduziert statistisch signifikant die beim Patienten bestehenden Angstzustände. Das haben Experten der Klinischen Abteilung für Spezielle Anästhesie und Schmerztherapie der MedUni Wien am AKH in einer neuen Studie eindeutig bewiesen.
Andrea Michalek-Sauberer und ihre Ko-Autoren haben ihre Studie am Dreikönigstag Online in der Fachzeitschrift "Clinical Oral Investigations" veröffentlicht. "Das Ziel der Studie war die Analyse, ob eine Akupunktur am äußeren Ohr die Angstzustände vor einer Zahnbehandlung verringern könnte", schrieben die Fachleute.
Signifikante Verbesserung
Das wurde bei 182 durch das Zufallsprinzip ausgewählten Patienten untersucht. Ihr sprichwörtliches Zittern vor dem Zahnarzt wurde zunächst mit einem psychologischen Test vor der Therapie erhoben. Dann gab es eine echte Akupunktur an etablierten Punkten des äußeren Ohres, die Entspannung und Beruhigung bringen, eine "Schein-Akupunktur" an anderen Punkten (Finger, Schulter etc.) oder keine angstlösende Therapie. 20 Minuten später, unmittelbar vor der Zahnbehandlung, wurde der psychologische Test wiederholt.
Die Ergebnisse: Im Vergleich zu der Patientengruppe, die ohne Vorbereitung vom Zahnarzt behandelt wurde, verringerten alle Akupunktur-Anwendungen die Ängstlichkeit signifikant. Auf der Skala des verwendeten psychologischen Tests (Spielberger State Trait Anxiety Inventory) reduzierte sich die Angst der Patienten, welche die "echte" Akupunktur am Ohr bekamen, allerdings besonders deutlich - um 7,9 Punkte gegenüber der Gruppe, welche keine Vorbereitung erhielt. In der Vergleichsgruppe, bei der zum Schein andere Punkte genadelt wurden, lag die Reduktion bloß bei minus 3,7 Punkten.
Fazit, so die Autoren: "Eine aurikuläre Akupunktur (Akupunktur am äußeren Ohr, Anm.) könnte eine Option für Patienten sein, die für eine Behandlung beim Zahnarzt vorgesehen sind und stärkere Ängste haben und eine akute Therapie dagegen wünschen." (APA)
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die Angst aufarbeiten, mit dem Zahnarzt darüber reden, sich eine Praxis in aller Seelenruhe anschauen können und mit den Leuten dort reden.
Und ein Zahnarzt, der einem alles erklärt und gut die Spritzen setzt, ist auch nicht zu unterschätzen!
Aus der Studie:
"Auricular acupuncture reduced state anxiety score more effectively from 54.7?±?10.8 to 46.9?±?10.4 (mean ± SD) than sham acupuncture from 51.9?±?10.2 to 48.4?±?10.0."
Die Standardabweichung ist 2,5fach größer als der Unterschied zwischen den beiden Optionen.
Da soll mal bitte einer eine statistische Signifikanz herausrechnen...
Die Studie beweist genau eines: es gibt bei der Akupunktur wie bei jeder Behandlung einen Placeboeffekt und es ist egal wo man sticht.
Danke für die Zahlen.
Die Signifikanz liegt unter ferner liefen.
Abgesehn davon ist sogar ihre Aussage "Die Akupunktur hat einen Plazeboeffekt" bei diesen Zahlen zu Wohlwollend.
In beiden Fällen überlappen die Standardabweichungen der Kontrollgruppe mit der der Ergebnisgruppe. Es kann also keine signifikante Wirksamkeit irgendeiner Behandlung festgestellt werden.
(Werte dessen Standardabweichungen überlappen sind nicht signifikant voneinander unterschiedlich mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% (oder höher, je nach Überlappung). Solche Werte werden eigentlich in der seriösen Wissenschaft als gleich, bzw als nicht zu unterscheiden gewertet --> Design des Experiments ändern oder größere Stichprobenanzahl kann helfen, muss nicht.
Die Studie hat keine Null-Gruppe, deshalb erlaubt das Studiendesign nicht einen Placebo-Effekt zu untersuchen.
Keine Studie, die eine Placebo- mit einer Null-Gruppe verglich, konnte im Großen und Ganzen einen therapeutischen Placebo-Effekt nachweisen. Das ist der derzeitige Stand der evidenzbasierten Medizin: http://summaries.cochrane.org/CD003974/... conditions
http://www.nejm.org/doi/full/... 5243442106
Seit dem Aufstellen der Hypothese des Placebo-Effekts in der Therapie sind über 60 Jahre ergebnislos verstrichen.
Irgendwelche Effekte von therapeutischen Intervention müssen daher eine andere Erklärung haben.
Da war eine Nullgruppe:
This prospective, randomised patient-blinded study with 182 patients compared anxiety before dental treatment following auricular acupuncture at the relaxation-, tranquillizer- and master cerebral points (auricular acupuncture group) versus acupuncture at sham points (finger-, shoulder- and tonsil points; sham group)
and
a non-intervention control group.
Inzwischen bereits selber nachgelesen. Die Erklärung liegt anders, jedoch liegt kein Placebo-Nachweis vor.
Die Reduktion der Angst wird in der Zuwendung durch das therapeutische Personal in beiden Gruppen liegen, die die Null-Gruppe nicht hatte. Um den eventuellen Effekt der Akkupunktur und der psychologischen Zuwendung gleichzeitig zu messen, bräuchte es dazu ein interdisziplinäres medizinisch-psychologischen Studiendesigns.
Die Metaanalyse des Cochrane-Instituts des fehlenden Nachweis des Placeboeffekts wird durch diese Studie nicht berührt.
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