Madrid - Die spanische Großbank Santander hat die
neuen Vorschriften für mehr Eigenkapital bereits erfüllt. Die größte
Bank der Euro-Zone berichtete am Montag, sie habe die künftig
vorgeschriebenen 9 Prozent an hartem Kernkapital inzwischen erreicht.
Mit welchen Maßnahmen das geschafft wurde, teilte die Bank heute der
Öffentlichkeit mit.
Demnach sammelte das Institut die nötigen 15,3 Mrd. Euro unter
anderem über einen Anleihe-Tausch ein, der 6,8 Mrd. Euro einbrachte.
Die Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien steuerte 1,9
Milliarden Euro bei. 4,9 Mrd. Euro trug das Institut aus eigener
Kraft, auch durch Verkäufe in Chile und Brasilien. Dank der
Entscheidung von Aktionären für steuervergünstigte neue Aktien statt
einer Bar-Dividende nahm die Bank weitere 1,6 Mrd. Euro ein.
Die strengeren Anforderungen der Europäischen Bankenaufsicht
(EBA) müssen bis zum 30. Juni umgesetzt sein. Die Aufsicht hat die
neuen Regeln verfasst, um die Branche in der Schuldenkrise wetterfest
zu machen. Dabei hatte sie der Banco Santander den größten
Kapitalbedarf in Europa attestiert. Santander bekräftigte, im Juni
werde die harte Kernkapitalquote bei 10 Prozent liegen und damit um
einen Prozentpunkt höher als von der EBA gefordert.
Die italienische UniCredit verschafft sich den nötigen Puffer
über 7,5 Mrd. Euro über eine Kapitalerhöhung, muss allerdings teuer
dafür bezahlen. Das Geldhaus lockt Aktionäre mit massiven Rabatten.
Am Montag kam es zu einem kräftigen Kurssturz bei den Bezugsrechten.
Dies drückte auch die Aktien auf ein Rekordtief. Beide Papiere waren
am Morgen wegen des rapiden Preisverfalls vorübergehend vom Handel
ausgesetzt worden.
Bis 20. Jänner müssen Europas Großbanken den Aufsehern ihre
Kapitalpläne zur Erreichung der EBA-Quote vorlegen. Aus Österreich
sind das Erste Group, RZB und Volksbanken AG (ÖVAG). (APA)