Schlechte Zeiten für Goldman-Sachs-Manager, sie müssen sich auf finanzielle Einbußen einstellen - Es bleiben "nur" drei bis 6,5 Millionen Dollar übrig
An der Wall Street stehen magere Zeiten an. Wie das "Wall Street Journal" ("WSJ") berichtet, müssen sich Spitzenmanager der Investmentbank Goldman Sachs auf deutliche finanzielle Einbußen einstellen. Die europäische Schuldenkrise und die damit verbundenen mauen Kapitalmarktgeschäfte würden sich auch auf den Verdienst vieler Banker durchschlagen. Direkt unter der Vorstandsebene dürften Manager auf die Hälfte ihres Einkommens verzichten müssen, im Anleihenhandel sei sogar ein Rückgang von 60 Prozent zu erwarten.
Sorgen um ihre Existenz müssen sich die Goldman-Mitarbeiter, die zu den bestbezahlten der Branche zählen, deshalb allerdings nicht machen. Die Spitzenmanager der US-Investmentbank verdienten 2011 über Gehalt und Boni insgesamt jeweils zwischen drei und 6,5 Millionen Dollar, wie die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtete. Das ist demnach ungefähr die Hälfte der Beträge, die in besseren Jahren flossen.
Wegen der Schuldenkrise haben viele Unternehmen Übernahmen, Börsengänge und die Ausgabe von Anleihen seit Sommer 2011 auf Eis gelegt. Viele Banken wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Bank of America und Citigroup wollen deshalb auch die Bonuszahlungen für ihre Manager zurückfahren. Morgan Stanley will die Boni für seine Investmentbanker und Händler laut "Wall Street Journal" um 30 bis 40 Prozent kürzen.
Wie das "WSJ" weiter berichtete, habe auch die öffentliche Kritik und die generell schlechte Stimmung gegenüber den Bankern viele Institute dazu veranlasst, die Festgehälter zu erhöhen und dafür die Bonusleistungen zu kürzen. Hohe Boni würden nämlich auch zu einem übermäßigen Risikoverhalten führen und damit die Stabilität des Finanzsystems gefährden. (red, Reuters, derStandard.at, 9.1.2012)