November-Bilanz

Deutsche Exporteure schlagen sich noch gut

9. Jänner 2012, 11:56

Die Ausfuhren wuchsen im November dreimal so stark wie erwartet, doch 2012 soll sich das Wachstum halbieren

Wiesbaden/Berlin - Trotz Schuldenkrise und schwächerer Weltkonjunktur behaupten sich die deutschen Exporteure bisher überraschend gut. Im November verkauften sie 2,5 Prozent mehr ins Ausland als im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das Plus fiel mehr als dreimal so stark aus wie von Analysten vorhergesagt. Damit wurde der im Oktober erlittene Rückgang von 2,9 Prozent nahezu ausgeglichen. Im neuen Jahr dürfte sich das widrige Umfeld aber deutlicher in den Bilanzen niederschlagen. Die Exporte werden mit knapp sechs Prozent nur noch halb so stark wachsen wie 2011, befürchtet der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK).

"Das ist nicht schlecht nach zwei Jahren Aufschwung in Folge und angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen - vor allem in Europa", sagte DIHK-Experte Ilja Nothnagel. Viele Euro-Länder stehen vor einer Rezession, weil die Regierungen im Kampf gegen die Schuldenkrise Steuern erhöht, Löhne gekürzt und Investitionen gestrichen haben. Die Währungsunion ist der wichtigste Abnehmer von Waren "Made in Germany": Etwa 40 Prozent der Exporte gehen dorthin.

Hinweise auf schleppende Entwicklung

Die Auftragsentwicklung deutet auf schwächere Geschäfte hin: Im November erhielt die exportabhängige Industrie 7,8 Prozent weniger Aufträge aus dem Ausland. "Das spricht für eine schleppende Exportentwicklung in den kommenden Monaten", sagte Commerzbank-Ökonomin Ulrike Rondorf. "Die Exporte waren eine der tragenden Säulen des deutschen Aufschwungs. Sie wackelt nun und wird die Konjunktur nicht mehr so stabilisieren wie bisher."

Allerdings gibt es auch Hoffnungsschimmer. In der weltgrößten Volkswirtschaft USA fiel die Arbeitslosenquote im Dezember auf den tiefsten Stand seit knapp drei Jahren, was den Konsum ankurbeln kann. Davon wollen die deutschen Autobauer profitieren: Volkswagen erwartet 2012 abermals ein prozentual zweistelliges Absatzwachstum. Dabei kann auch der schwächelnde Euro helfen, der zum Dollar zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 16 Monaten fiel. "Das gibt den einen oder anderen Impuls", sagte DIHK-Experte Nothnagel.

Citigroup-Analyst Jürgen Michels kommentierte die Außenhandelszahlen als "eine positive Überraschung. Das lässt hoffen, dass der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts am Jahresende nur relativ klein ausgefallen ist. Wenn man auf die Auftragsentwicklung schaut, dann dürften die Exporte in den kommenden Monaten schwächer ausfallen. 2012 ist zwar mit einem Anstieg zu rechnen, aber in einem deutlich geringeren Ausmaß als im alten Jahr."

Insgesamt wurden Waren im Wert von 94,9 Mrd. Euro ins Ausland geliefert. Das sind 8,3 Prozent mehr als im November 2010. Während die Exporte außerhalb der EU um 8,2 Prozent stiegen, legten sie in die Euro-Länder um 7,7 Prozent zu. Von Jänner bis November wurden damit 976 Mrd. Euro umgesetzt. Nach Berechnungen des Exportverbandes BGA wurde Anfang Dezember die Billionenmarke übertroffen - zum ersten Mal innerhalb eines Kalenderjahres.

Die Importe fielen im November überraschend um 0,4 Prozent zum Vormonat. Analysten hatten mit einem Plus von 1,1 Prozent gerechnet. Insgesamt wurden Waren im Wert von 78,7 Mrd. Euro eingeführt - 6,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die bereinigte Handelsbilanz - die Differenz zwischen Ein- und Ausfuhren - fiel mit 15,1 Mrd. Euro unerwartet hoch aus. 

Gesamtjahr 2011 robust

 

Die Deutsche Wirtschaft hat sich im vergangenen Jahr trotz aller Turbulenzen robust gezeigt. Für das Gesamtjahr 2011 rechnen nahezu alle Experten mit einem Wachstum von 3,0 Prozent. Es wäre bereits das zweite Jahr in Folge mit einer Drei vor dem Komma, 2010 hatte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,7 Prozent zugelegt.

Die Mehrzahl der von der "Welt" befragten Ökonomen rechnet damit, dass das BIP in den vergangenen drei Monaten geschrumpft ist. Im ersten Quartal 2012 dürfte sich dieser Rückgang noch verstärken. Nach diesen Schätzungen steckt Deutschland bereits mitten in einer Rezession. Denn technisch gesehen befindet sich eine Volkswirtschaft in der Rezession, wenn das BIP zwei Quartale in Folge zurückgeht.

Für Österreich hatte Wifo-Chef Karl Aiginger kurz vor Weihnachten eine Rezession ausdrücklich in Abrede gestellt: Es werde 2012 keine zwei Quartale mit einem Minus vorn geben, meinte er bei den Erläuterungen zu der bisher letzten Prognose-Revision. (APA/Reuters)

higgs - wozu?
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die armen deutschen - haben offensichtlich das dogma des "eporte sind super" noch nicht ganz geblickt - naja, wird schon werden - auch die werden draufkommen, daß sie im endeffekt nur wertvolle güter gegen wertloses papier getauscht haben

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