Handelsunterbrechung

UniCredit geht mit Kapitalerhöhung baden

9. Jänner 2012, 19:10

Aktie verliert am Montag weiter an Wert, die Bank will ihr Eigenkapital um 7,5 Milliarden Euro erhöhen

Mailand/Wien - Die italienische Großbank UniCredit - Konzernmutter der österreichischen Bank Austria - will mitten in der Krise eine riesige Kapitalerhöhung erzwingen, ist dabei am Montag aber ausgesprochen schlecht gestartet. Der letzte Woche begonnene neuerliche Kursverfall setzte sich am ersten Tag der Rekapitalisierung fort. Wegen des rapiden Kursrutsches wurden die Papiere erneut vorübergehend ausgesetzt.

Die Hoffnung trog Konzernchef Federico Ghizzoni: Mit der Aktie der größten italienischen Bank ging es auch am Montag zum Start der 7,5 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung abwärts. Die Papiere sackten um massive 12,84 Prozent auf 2,29 Euro ab, die seit heute ebenfalls gehandelten Bezugsrechte, mit denen Aktionäre zwei neue Aktien für je 1,943 Euro kaufen können, verloren mehr als die Hälfte ihres Wertes.

"Die Aktie wird nach und nach auf den Bezugspreis fallen", sagte Analyst Frederic Teschner von der französischen Bank Natixis. Ghizzoni hatte sich am Wochenende "etwas überrascht" über die negativen Reaktion am Markt auf die Kapitalerhöhung gezeigt, aber Zuversicht für den Verlauf der Kapital-Sammelaktion geäußert.

Gute Miene

Der UniCredit-Chef und auch Italiens Regierungschef Mario Monti machten noch gute Miene zu dem Trend um die größte Kapitalerhöhung einer italienischen Bank. Nach der Rekapitalisierung werde seine Bank Branchenführer in Europa sein, "was Kapital und Liquidität angeht", sagte Ghizzoni letzte Woche. Monti meinte, ohne UniCredit beim Namen zu nennen: "Das war eine Sache, die getan werden musste. In einer Situation wie der jetzigen kann das jedoch Konsequenzen haben wie die, die wir gesehen haben." Das sei temporär, Italiens Bankwesen solide, hatte er zuvor erklärt.

Die UniCredit-Altaktionäre können ihr Bezugsrecht bis 27. Jänner ausüben. Sollten nicht alle neuen Aktien über den Tisch gehen, müssen die mit dem Verkauf beauftragten 27 Investmentbanken die Papiere platzieren oder aber selbst zeichnen. Sie haben schließlich dafür garantiert. Die Bank selbst muss sich also keine Sorge machen, das Geld einzunehmen.

Die Gefahr, dass die Emissionsbanken darauf sitzenbleiben, belaste den Kurs zusätzlich, sagte Teschner: "Die Banken werden kein Interesse haben, die Aktien nach Abschluss der Kapitalerhöhung zu behalten, deshalb werden sie vermutlich Anfang Februar verkaufen."

Zeitungen wie der römische "Il Messaggero" nannten den Börsenrutsch jetzt rational nicht zu erklären und in diesem Ausmaß also unerwartet. Möglich sei es, dass einige Investoren - wie öfter während einer solchen Kapitalaktion - ihre Aktien verkauften, um sich für das Geschäft bei niedrigeren Werten neu zu positionieren. Italiens Börsenaufsicht Consob untersuche, ob es zu "orchestrierten Manövern" mit Regelverletzungen gekommen sei.

Zwei Effekte

Händler und Analysten sehen zwei Effekte: Zum einen fliehen Investoren aus der Aktie, zum anderen würden die Bezugsrechte in der Hoffnung verkauft, sich später günstiger wieder eindecken zu können. Die Kapitalerhöhung wird auch bei anderen Banken in Europa aufmerksam beachtet, die Kapitalbedarf haben. Für sie ist der Misserfolg ein schlechtes Omen. "Jeder Bank würde es in diesem Umfeld schwerfallen, Kapital aufzunehmen", sagte Analyst Teschner. "Alle haben ihnen (UniCredit) gesagt, sie sollten im Mai Kapital aufnehmen, als alle italienischen Banken es taten." An der Börse ist UniCredit nur noch 7,68 Milliarden Euro wert - am Mittwoch waren es noch 12,2 Milliarden.

Frust herrscht auch bei den Sparkassen-Stiftungen, die zu den größten Aktionären von UniCredit gehören, aber nur noch wenig finanziellen Spielraum haben, der Bank unter die Arme zu greifen. Der Chef der Stiftung der Banco di Sicilia sprach von einem "schweren finanziellen Schaden", der sie durch den Kursverfall erlitten habe. Sein Haus werde nicht an der Kapitalerhöhung teilnehmen, und das sähen auch andere der gemeinnützigen Stiftungen so. UniCredit werde neue Investoren brauchen.

Nicht zu ihrem allfälligen Zeichnungsverhalten geäußert hat sich bisher die Wiener AVZ-Stiftung als Mini-Aktionärin der UniCredit. Dagegen hat vorige Woche die FPÖ Wien vorsorglich schon einmal gezündelt. Der Wiener FP-Klubchef Johann Gudenus sprach von "UniCredit-Ramsch-Aktien der Stadt" und warf der Wiener SPÖ vor, weiter Volksvermögen zu verbrennen. (APA/Reuters)

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Radau
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Schön langsam sinkt das Niveau hier unter das der Krone.

Walter Bimini
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sie haben anscheinend auch die propaganda von der qualitätszeitung geschluckt.

der standard ist ein ziemlich mieses blatt mit wenig information und umso mehr desinformation.

Metal Heini_
00
10.1.2012, 18:54
Er meint die Kommentare, falsch und sinnlos wie Ihres

Walter Bimini
00
10.1.2012, 19:28
ich weiß schon was er meint,

aber ein kleiner dämpfer für seine unbegründete arroganz schadet nicht.

Ghettoblaster
00
10.1.2012, 18:52
dann gehe doch auf krone.at posten und nicht hier. ein troll weniger im forum der qualitätszeitung.

Walter Bimini
00
10.1.2012, 19:30
es schmerzt offensichtlich,

wenn jemand nicht auf die propaganda des standard hineinfällt.

edurkheim
00
Die UniCredit wird wohl verstaatlicht werden müssen,

weil retten kann die ja keiner mehr.

Italien hat ja selber kein Geld.

Walter Bimini
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da könnten doch glatt die haftungen der stadt wien für die bank austria schlagend werden.

Trollblume
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is ja alles nur ein spiel

wolken kratzer
 
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klassenkampf

99% gegeb 1%

el topo negro
01
Ui, die aktien könnten auf bezugspreis fallen.

Wie schrecklich. Kein gewinn? Darf das im kapitalismus sein?

Walter Bimini
10
die aktien könnten sogar weit unter diesen preis fallen.

wenn z.b. die emissionsbanken auf den aktien sitzen bleiben und dann schnell verkaufen um einen totalverlust zu erleiden.

regenwurmy
01
Es geht dabei ja nicht um die Unicredit

es ist eher eine Wette, ob Italien pleite geht oder nicht. Wenn man der Meinung ist, dass Italien nicht pleite geht, sollte man unbedingt die neuen Aktien kaufen, umgekehrt verkaufen.

Offensichtlich ist die Mehrzahl der Teilnehmer an den "Maerkten" der Meinung, dass Italien pleiten gehen wird, aber wie immer muss die Mehrheit nicht unbedingt recht haben.

Peter_23
00
Also, ich bin der Meinung, dass Italien pleite geht. Habe aber keine Aktien die ich verkaufen könnte. Was soll ich also tun?

Ob ich den italienischen Kugelschreiber auf meinen Schreibtisch als Ersatz verkaufen sollte? Wert ungefähr von einer solchen Unicredit-Aktie. Es findet sich nur kein Käufer dafür. Ausserdem hätte ich dann keinen Kugelschreiber mehr, den ich zum gelegentlichen Schreiben auf Papier schon noch brauche.

Irgendwie funktioniert Ihre Methode mit Kaufen/Verkaufen zum Wetten nicht so gut. Das Spiel geht anders.

Meklon von Andromeda
 
00

Nur: je mehr glauben, dass Italien pleite gehen kann, desto wahrscheinlicher wird's auch passieren.
Herdentrieb/Massenwahn.

Walter Bimini
00
der vielgeschmähte herdentrieb ist nicht nur schlecht

ohne vorteile wäre er wohl kaum so weit verbreitet. die herde hat nicht immer recht, aber es ist oft dumm nicht zu flüchten, wenn die herde flüchtet.

Meklon von Andromeda
 
00
10.1.2012, 13:01

Das ist leider auch wahr.

Walter Bimini
00
10.1.2012, 19:32
und im falle italiens irrt die herde nicht, wenn sie flüchtet.

Samuel Bellamy
01
Beim heiligen Strohsack, die Götter zürnen wieder!

Cavaliere Austriaco
02
Das Ende ist nahe!

Luise Rache
11
herr faymann erfüllt nur eine vorgabe!

http://diepresse.com/home/poli... gerTreffen

Walter Bimini
10
ohne befehle von oben ist faymann völlig hilflos.

edurkheim
1920
Man sieht wieder die SPÖ vernichtet Österreichisches Vermögen

Anstatt wie ÖVP/FPÖ die Privatisierungserlöse zu verwenden um Schulden zurückzuzahlen, haben die Sozis - aus eh schon bekannt Postengründen - lieber jetzt bald werltose Aktien im Austausch genommen.

Hier wurde wirklich Familiensilber für nichts vernichtet.

(Erinnert fast an die AUA wo eine Privatisierung so lange verschoben wurde bis wir noch 500 Mio drauf legen haben müssen)

robert rittersmann
14

die Privatisierungserlöse aus dieser Zeit (eigentlich unser Tafelsilber) sind direkt ins Budget geflossen. Nur so war ein beinahe Null Defizit möglich, das kurz darauf sowieso korrigiert werden musste, weil Karl Heinz auch da gelogen hatte!
Bitte informieren bevor SIE posten!!!

qplk
00

und was war beim sparpaket 96/97 anders?

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