Haben Apple, RIM und Nokia Hintertür für indischen Geheimdienst eingebaut?

  • An der Hintertür lauert der Spion.
Image: Spy vs Spy, a Creative Commons Attribution (2.0) image from tonythemisfit's photostream
    foto: tony the misfit / flickr

    An der Hintertür lauert der Spion.

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Sicherheitsexperte erhebt schweren Vorwurf - Von Hackern aufgespürtes, internes Dokument sorgt für Wirbel

Der US-amerikanische Sicherheitsexperte Christopher Soghoian hat die Angewohnheit gerne mal für Regierungen und Unternehmen unangenehme Fakten offen zu legen. Seine Berichte sorgen entsprechen immer wieder für Aufregung, definitiv in diese Kategorie gehört seine aktuellste "Aufdeckung". So verweist er über seinen Twitter-Account auf ein angeblich von Hackern aufgetanes Dokument, das einige Fragen zur Zusammenarbeit von Smartphoneherstellern mit Geheimdiensten aufwirft.

Hintertür

So sollen laut dem mutmaßlich von indischen Nachrichtendiensten stammenden Dokument diverse Unternehmen - namentlich werden Apple und Research in Motion (RIM) und Nokia genannt - der Installation von Hintertüren auf ihren Geräten zugestimmt haben. Dies im Austausch gegen die Erlaubnis die eigenen Geräte überhaupt auf dem indischen Markt veröffentlichen zu dürfen.

Spionage

Besonders pikant: Wie aus dem Dokument ebenfalls hervorgeht, sollen über eben diese Hintertüren interne Mails einer US-Behörde abgefangen worden sein, und zwar der US-China Economic and Security Review Commission (USCC). So werden denn auch einzelne der ausspionierten Inhalte im Rahmen des Dokuments diskutiert, das Interesse dürfte hierbei nicht nur bei politischen Themen sondern auch bei der Wirtschaftsspionage liegen, werden doch Punkte wie Urheberrecht oder Währungsmanipulationen abgehandelt.

Abmachung

Laut dem Dokument, das mit dem 6. Oktober 2011 datiert ist, soll bereits Anfang vergangenen Jahres eine solche Abmachung für die Hintertüren getroffen worden sein. Auch wenn die Echtheit der Informationen derzeit noch unklar ist, wirft dies natürlich einige Fragen auf. So hatte sich etwa Research in Motion noch vor einiger Zeit recht öffentlich eine Auseinandersetzung mit der indischen Regierung geliefert, eben weil man darauf beharrte, dass man keinerlei Zugang zur verschlüsselten Kommunikation der eigenen NutzerInnen geben wolle - oder das auch nur könne, wie man bei intern.de erinnert. Damals wurde ganz offen mit einer Verbannung von RIM aus dem indischen Markt gedroht. Das letzte Ultimatum ist dabei bereits im Jänner 2011 verstrichen, dies ohne irgendwelche Konsequenzen oder jede Form der weiteren öffentlichen Kommunikation.

Herkunft

Das Dokument soll über einen vor wenigen Tagen bekannt gewordenen, erfolgreichen Angriff auf den Softwarehersteller Symantec, der offenbar mit der indischen Regierung zusammenarbeitet, in die Hände der Hacker gekommen sein. (red, derStandard.at, 09.01.12)

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