Iran-Konflikt

Energieagentur warnt vor Ölmarkt-Turbulenzen

9. Jänner 2012, 06:30

IEA-Chef Birol erwartet mittelfristig Nachteile für die Europäer

Hamburg/Wien - Angesichts der politischen Zuspitzung am Persischen Golf rechnet der Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, mit Unwägbarkeiten auf dem Ölmarkt. Sollte es nach der Verhängung eines US-Ölembargos, dem sich die EU-Außenminister bei ihrem Treffen am 30. Jänner anschließen wollen, zu Engpässen kommen, hätten die Golfstaaten zwar Kapazitäten zum Ausgleich. Mittelfristig könnte es jedoch zu Problemen kommen, meinte Birol im Gespräch mit dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Online-Ausgabe).

"Vor allem Saudi-Arabien, das ich als die Zentralbank des Ölhandels bezeichnen möchte, hat sich in solchen Situationen stets sehr verantwortungsvoll verhalten", sagte Birol. Auch verfüge die IEA selbst, zu deren Mitgliedstaaten die USA, viele europäische Staaten und andere wichtige Industrieländer gehören, über strategische Reserven.

Er bezweifle aber, dass die Ölmärkte auch mittelfristig so gut und stabil funktionieren, wie die Konsumenten sich das wünschten. "Mehr als 90 Prozent des Wachstums in der globalen Ölförderung wird in den kommenden zehn Jahren im Nahen Osten und Nordafrika erzielt werden", so Birol. Deshalb werde der Ölmarkt künftig noch stärker von geopolitischen Interessen beeinflusst sein als bisher - zum Nachteil der Europäer: Bereits im Jahr 2015 werde Europa mehr Öl importieren müssen als Amerika.

EU ist zweitgrößter Ölabnehmer

Die EU ist nach China der größte Abnehmer von iranischem Öl. Peking bezieht mit 2,2 Millionen Barrel pro Tag knapp ein Viertel aller Exporte und lehnt einen Boykott bisher ab. Weitere Abnehmer sind Indien, Japan und Südkorea. Wie sie sich verhalten werden, ist bisher unklar. Die Türkei importiert 30 Prozent ihres Öls aus dem Iran und ist als Nicht-EU-Mitglied nicht an eventuelle Sanktionen gebunden.

Bisher habe sich Washington für die Stabilität im Nahen Osten zuständig gefühlt, sagte Birol. Künftig werde diese Region für die USA weniger Bedeutung haben als für Europa und China, erwartet Birol: "Europa wird sich an der vordersten Front der Mächte finden, die für die Sicherheit des Ölnachschubs verantwortlich sind." (APA)

JOSHIK
00
11.1.2012, 05:01
Kurz gesagt: Ahmadinjad hat es satt, den Ölpreis für Europa zu subventionieren.

Mal sehen, ob es sein Flugzeug von Venezuela zurück in den Iran schafft.
Freilich könnten diesen üblen Wicht auch die Autofahrer in Europa zu Sturz bringen, wenn sie einfach nur ihre Hirne benutzen würden, sprich: wenn sie ihren fahrbaren Untersatz ein paar Monate lang nur für wirklich wichtige Fahrten benutzen. Eine Reduktion des Verbrauchs um 5 - 10 Prozent würde nicht nur für Ahmedinjads Niedergang reichen, Putin und seine Öl-Magnaten gäbe es als Draufgabe dazu. Denkt also daran, liebe Autofahrer: jedesmal aufs Gas steigen ruiniert nicht nur die Zukunftsperspektiven eurer Kinder, sondern es frisst auch die Pensionen eurer eigenen Generation weg wie nichts.

higgs - wozu?
00

na, da hamma ja glück, daß wir demnächst ganz offiziell kein öl mehr brauchen:

http://www.youtube.com/watch?v=D2I3EJyYcfc

Sonata
00
Die permanente Hetze gegen den Iran zeigt jetzt Wirkung...

Einerseits wird der Iran unter Druck gesetzt andererseits kassiert der Staat über den hohen Ölpreis, der fast nur aus Steuern besteht, enorm mit. Die Politiker wollen mit der Angst der Bürger ihre Budget's sanieren oder besser gesagt dafür sorgen, daß ihre Parteien-Klientel weiter ein sorgenfreies und wohldotiertes Leben auf Kosten der einfachen Leute führen kann.

stan dard1
03
bei einem heizölpreis von 0,96 EURO und einen preisanstieg von 40% inherhalb der letzten 3,5 Jahre

wundert mich eigentlich gar nichts mehr ausser dass unsere regierung den menschen nicht dabei behilflich ist einen umstieg leichter zu machen.

M21
00
der Umstieg wird durch bestehende Förderung von Alternativsystem

solarthermie, biomasse ... erleichtert

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.