Ministerpräsident Netanjahu: Kürzung wäre ein großer Fehler
Jerusalem - Statt der im Zuge der Sozialproteste
versprochenen Kürzung des Verteidigungsetats hat Israels
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu eine Erhöhung des Militärbudgets
angekündigt. Der Verteidigungshaushalt werde um drei Milliarden
Schekel (etwa 613 Millionen Euro) aufgestockt, teilte Netanyahu am Sonntag
nach der wöchentlichen Kabinettssitzung mit. Er sei zu dem Schluss
gekommen, dass angesichts der Lage in der Region eine Kürzung des
Militäretats ein "großer Fehler" sei, sagte Netanyahu.
Der Ministerpräsident hatte im Oktober die Empfehlung einer
Kommission unter Führung des Ökonomen Manuel Trajtenberg unterstützt,
den rund 14 Milliarden US-Dollar (etwa elf Milliarden Euro) schweren
Verteidigungsetat Israels zu kürzen. Mit den Einsparungen sollten
Sozialreformen finanziert werden. Im Sommer hatte sich in Israel eine
beispiellose Protestbewegung gegen die rasant steigenden
Wohnungsmieten und Lebenshaltungskosten gebildet. Netanyahu hatte
daraufhin die Trajtenberg-Kommission beauftragt, Reformvorschläge zu
erarbeiten. (APA)