Keine Besuchsgenehmigung mehr - Vizepremier: Politische Äußerungen bei letztem Besuch
Prishtina/Belgrad - Der serbische Präsident Boris Tadic soll
nach Angaben der kosovarischen Regierung künftig keine
Besuchsgenehmigung für den Kosovo erhalten. Dies erklärte der
kosovarische Vizepremier Hajredin Kuqi am Sonntag gegenüber dem
TV-Sender Klan Kosova. Kuqi beschuldigte Tadic, seinen Besuch im
Kloster Decani anlässlich des serbisch-orthodoxen Weihnachtsfestes
durch politische Äußerungen missbraucht zu haben.
Tadic erklärte am Samstag in Decani, dass zu Weihnachten nur eine
Friedensbotschaft an Serben und Albaner und die internationale
Staatengemeinschaft sinnvoll wäre. Er bezeichnete gleichzeitig das
Kloster Decani als eine "heilige Stätte" nicht nur für Serben,
sondern auch für alle Menschen, die "unseren Kosovo, unser Land"
besuchen. "Dies ist unser gemeinsamer europäischer Raum", erklärte
Tadic. Auf die Frage von Journalisten, ob er je die Unabhängigkeit
des Kosovo anzuerkennen gedenke, erwiderte Tadic kurz: "Nie". Der
serbische Staatschef habe damit ein Versprechen gebrochen, stellte
Kuqi gegenüber dem TV-Sender fest.
Der Besuch des serbischen Präsidenten wurde von stundenlangen
Protesten von Anhängern der nationalistischen Bewegung "Vetevendosje"
(Selbstbestimmung) in der Stadt Decani, die etwa 14 Kilometer vom
Kloster entfernt ist, begleitet. Am Freitagabend wurde Tadics
Wagenkolonne mit Steinen beworfen, am Sonntag auch das Auto des
serbischen Kosovo-Ministers Goran Bogdanovic. Der Kosovo ist seit
fast vier Jahren unabhängig. (APA)