Kritik am ÖBB-Fahrplan

Nonstop durchs Inntal

8. Jänner 2012, 18:57

Der ÖBB-Fahrplan in Tirol und Vorarlberg sorgt für Unmut

Innsbruck - Elfmal pro Tag fährt die private Westbahn seit Dezember in drei Stunden von Wien nach Salzburg - zusätzlich zur ÖBB. "Doch die Westbahnstrecke endet eigentlich in Bregenz", meint der Klubobmann der Tiroler Grünen Georg Willi. Und fügt hinzu: "Leider ist Bahnfahren ab Salzburg keine Freude."

Schon knapp nach Salzburg, im Unterinntal, wird es problematisch. So gibt es etwa nur drei Railjets, die untertags zwischen Innsbruck und Kufstein stehenbleiben: Der Zug um 5 Uhr früh hält in Jenbach, Wörgl und Kufstein, eine Stunde später hält der Railjet schon nur mehr in Wörgl, wo dann auch der letzte Schnellzug des Tages um halb acht noch einmal stoppt. Dann wird nonstop durchs Inntal gefahren. "Die Unterländer sind offenbar Personen zweiter Klasse", sagt Willi. Gerade Railjets mit wenigen Stops hätten die Vorarlberger Bahnfahrer gefordert, kontert ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. Für die Stops in den Bezirksstädten bleibe ohnehin der Intercity.

Nur ein Gleis

Im Tiroler Oberland existiere streckenweise überhaupt nur ein Gleis, kritisieren die Grünen. Und: Diese kurvige Trasse stamme überhaupt noch aus der Zeit von Kaiser Franz Joseph. Im "Zielnetz 2015 Plus" würden 49 Millionen Euro investiert, einen Ausbau der "langsamen Strecken" sucht man aber vergeblich, kritisiert auch der Vorarlberger Grüne Johannes Rauch. Zwar verkehre zwischen Bludenz und dem Ötztal auch der schnelle Railjet: "Das nützt aber gar nichts, denn auf der eingleisigen Strecke kann der Schnellzug nur maximal 80 Kilometer pro Stunde fahren", so Rauch.

Die ÖBB weist immerhin auf eine geplante Studie hin, mit der zumindest die derzeit häufigen Verspätungen auf der hauptsächlich einspurigen Strecke zwischen Vorarlberg und Ötztal verhindert werden sollen. (ver/DER STANDARD-Printausgabe, 9.1.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2
Hafniumcarbid
05
Da immer abwechselnd Railjets und ECs fahren...

...und das im Stundentakt, und zweitere auch in den genannten Orten stehenbleiben, halt ich die Argumente von Willi für etwas dürr.
Andererseits haben die Vorarlberger auch eher wenig Grund zur Aufregung über die "vielen Stops" in Tirol, da der Railjet im Ländle auf einer Strecke von ~90km etwa 4x (!) stehenbleibt.

robsonbob
00
11.1.2012, 06:39

naja die seltenen Railjets die noch von Bregenz wegfahren müssen fast in Dornbirn (da größte Stadt in Vlbg) und in Feldkirch (da Umsteigebahnhof aus der Schweiz) stehen bleiben.

aber so oder so fahren die meisten ja gar nicht mehr nach Bregenz, sondern begeben sich nach Feldkirch direkt in die Schweiz. D.h. bei 90% der Fahrten mit dem Railjet müssen die Unterländer in Feldkirch umsteigen.

Hafniumcarbid
00
11.1.2012, 10:45
Gleich könnte man auch für die Stops in Tirol argumentieren.

- Kufstein: 2.größte Stadt Tirols, Anschluß Regionalverkehr nach D.
- Wörgl: Anschluß Regionalverkehr Richtung Kitzbühel/Salzburg.
- Jenbach: Anschluß Zillertalbahn.
etc.
Aber für das gibts eben die ECs. Da die aber meistens nur bis IBK fahren, müssen halt die RJs die Oberländer und Vorarlberger Stopps bedienen.

Mathias Steinlaus
 
00
Zustände wie zu Beginn in den USA

Die Staatsbahn wurde vielleicht noch in der Kaiserzeit ernst genommen. Nach dem 2. WK hat hier das Kirchturmdenken begonnen.

Ö ist seit 1995 bei der EU, und bis heute gibt es noch kein Konzept für einen zweigleisigen Bahnausbau in Richtung Deutschland oder die Schweiz (Raum Bregenz).

Selbst im Süddeutschen Raum denkt man nicht soweit. Erst die SBB (Schweiz) bringt Millionen von Franken mit, um diese seit der Monarchiezeit nicht mehr ausgebauten Strecken zu modernisieren!

armin delmenhorst
 
00
10.1.2012, 20:58
Das Gleich im Norden

Mehr als 20 Jahre nach der Ostöffnung wurden zwar Straßen und Autobahnen wie wild gebaut, beim Bahnausbau bzw. deren Modernisierung wurde kein Finger gerührt, sondern diese wurde weiter verfallen lassen. So haben z.B. die Tschechen bis zur Grenze die Infrastruktur ausgebaut, die widerlichen, korrupten Regimeparteien haben aber lieber das Geld den Banken, Stifltingen und Wirtschaftskriminellen geschenkt.

Anstatt, dass es jetzt wieder wie zu Kaiserszeiten ne durchgängige Verbindung von Prag über Linz-Graz in den Süden gibt, liegen auf unserer Seite nur die Geleise aus Kaisserszeit. Graz-Linz wurde von rot/schwarz sogar eingestellt. Natürlich kann die Strecke nicht rentabel bedient werden, die über 100 Jahre nichts getan wurde.

nix fir unguad
00
11.1.2012, 14:37
Wo ist das tschechische Eisenbahnnetz ausgebaut?

Fahren sie mal von Prag Wien. Eine halbe Stunde vor Brünn wird der Schnellzug zu einem Schneckenzug. Das selbe von Prag nach Linz. Nach Budweis geht es ziemlch gemächlich weiter nach Summerau. Aber dann von Summerau nach Linz ist der Expresszug ein Regionalzug, das aber nicht der Fehler der tschechischen Staatsbahn ist.

der paulek
012
die rail-jets sollten die schnellverbindung zwischen den...

...landeshauptstädten sein. warum sollten sie in wörgl oder imst-pitztal oder kufstein oder... stehenbleiben und nicht auch in wels, amstetten, attnang-puchheim, vöcklamarkt...?

Hafniumcarbid
01
11.1.2012, 10:47
Für Wels, Amstettet etc...

...gibts eh stündlich mehrere ECs und ICs. Deren Aufgabe übernimmt ab IBK in Tirol und Vbg eben der Railjet, da in dieser Gegend keine solchen Züge parallel dazu fahren.

revisor69
 
11
Halten in Wörgl ist sinnvoll

Die Fahrzeit verlängert sich nur weniger Minuten, außerdem bestehen Fahrzeitreserven zwischen Salzburg und Wien beim Railjet von 19 Minuten!

Don_Peppino
01
28.2.2012, 00:26
Zustimmung Teil 2

Auch mit der Schweiz sind die Verbindungen mit Kitzbühel und weiter bis Zell am See seit 12.12.2010
eklatant verschlchtertet worden.
Bis dahin gab es dreimal täglich Verbindung mit einmaligem Umsteigen in Innsbruck. Nunmehr nur noch einmal bei äußerst kurzer Umsteigezeit in beiden Richtungen.
Weitere Verbindunge meist mit Umsteigen in Innsbruck UND Wörgl und entsprechend langen Umsteigezeiten.

Die Verbindungen sind in beiden Richtungen auch nur über REX bzw. S-Bahn realisiert, die keine 1.Klasse führen, was ich oft festellen konnte, die ÖBB nicht daran hindert, füpr die höhere Wagenklasse auf der ganzen Strecke zu kassieren.

Die ÖBB wollen offenkundig die Ansachlüsse aus/an die EC nach münchen dazu, muß man doch

Don_Peppino
01
28.2.2012, 00:06
Zustimmung 2. Teil

Auch mit der Schweiz sind die Verbindungen mit Kitzbühel und weiter bis Zell am See seit 12.12.2012 eklatant verschlechtert worden.
Statt drei täglichen Verbindungen mit einem Umsteigen in Innsbruck gibt es jetzt nur noch eine mit sehr riskanten kurzen Umsteigezeiten.
Zu den übrigen RJ von/nach Zürich werden nur noch REX bzw. S-Bahn, meist mit zusätzlichem Umsteigen in Wörgl angeboten.

Selbstverständlich ohne 1.Klasse, was aber die ÖBB nicht stört auch für diese die höhere Klasse zu verrechnen.

Nimmt man noch die ebenfalls nicht sehr berauschenden Anschlüsse aus/an die EC mit München dazu, muß einem doch klar werden, daß dies beabsichtigt ist, um die Strecke Wörgl-Saalfelden zur Nebenbahn zu degradieren.

Gesäuse docet!

Don_Peppino
00
27.2.2012, 23:35
Zustimmung, Teil 1

Durch die Auflassung der Halte in Wörgl gibt es nur noch wesentlich verschlechterte Verbindungen mit Wien und dem Raum Kitzbühel/St.Johann i.T.
Die angebotenen Ersatzverbindungen über IC sind gegenüber früher einerseits langsamer und führen auch, mit einer Ausnahme, keinen Speisewagen.
An Sonn-und Feiertagen darf man in Wörgl auf den Anschluß Ri Kitzbühel 81 bzw.89 Minuten warten;
RJ 660 mit Halt in Wörgl (!)verkehrt täglich, an Sonn-und Feiertagen Umsteigezeit 71 Minuten. Bei dem ebenfalls täglich in Wörgl haltenden RJ 764 sind immer 65 Minuten fällig.

In der Gegenrichtung gleiches Spiel: RJ 765 mit Halt in Wörgl an Sonn-und Feiertagen 70 Minuten. Sonn-und Feiertage: 3 IC mit 78, 1 IC mit 109 (!)
Minuten.

maggo22
00
11.1.2012, 18:17

Darum nennt man sie auch Reserve, ohne diese hättest du wieder ständige Verspätungen, wärst aber laut Plan schneller.

anton-aus-tyrol
 
210
nonstop durchs Inntal

Ist auch richtig so! Die Züge blieben ja zuletzt bei jeder Hundehütte stehen - siehe Ötztal Bahnhof!

Das soll ein Intercity sein, kein Bummelzug für die Kaffs, wie Wörgl oder Jenbach. Bis jetzt haben es die Bürgermeister halt geschafft, sich da ganz gut durchzusetzen. Für Leute, die mit der Bahn rasch reisen wollten, als echte Autoalternative, war das ein Hohn. Wenn die Züge in Wörgl und Jenbach stehen bleiben sollen, dann auch in Niederösterreich und Oberösterreich in jedem Ort mit mehr als 300 Einwohnern entlang der Bahnstrecke.

Hefeweizerlbier
33

Jenbach ist der Ausgangspunkt für Zillertal und Achensee. Wörgl für das Brixental und Kitzbühel.
Also sehr tourismusstarke Regionen.
Wenn man die Städte wie Schwaz, Kufstein, Wörgl und die Orte entlang der Bahnstrecke aufsummiert, ergibt sich ein großes Einzugsgebiet.

Faeryl
00
10.1.2012, 02:05

für den fall, kann man mit mehr ics/ ecs durchfahren, aber der railjet ist und bleibt ein hochgeschwindigkeitszug.

der tgv bleibt auch nicht in jedem kaff stehen, nur weil es eine touristenreiche gegend ist. dafür gibts regionale zubringer.

moski0815
00
10.1.2012, 15:32

Ja, ein wahrer Hochgeschwindigkeitszug ist der Railjet, fährt derzeit in Österreich nirgendwo schneller als die Nicht-Hochgeschwindigkeits-IC-Wagen oder die S-Bahn-Garnituren der Westbahn AG.

nix fir unguad
12
Und nach Kitzbühel braucht niemand mit dem Zug fahren

Wer dort hin will fährt ohnehin im Bentley oder Cayenne.
Ist auch eine Einstellung.

Kalvarienberg
00
So ein Zug ist ein Witz !

Railjet 17:14 ab:
Wien Westbahnhof
St.Pölten Hbf
Linz/Donau Hbf
Salzburg Hbf
Innsbruck Hbf
Ötztal
Imst-Pitztal
Landeck-Zams
St.Anton am Arlberg
Bludenz
Feldkirch
Dornbirn
Bregenz

i-tüpfelchen-reiter
16
Bis Innsbruck ist der zug OK,

danach geb ich ihnen recht, sind die vielen halts ein witz!!

Hafniumcarbid
02
11.1.2012, 10:51
Das liegt daran,...

...daß bis Innsbruck parallel ECs fahren, die die Zwischenhalte bedienen, ab IBK nicht mehr. Deswegen muss halt der Railjet öfter stehenbleiben.

NorthAce
00
27.2.2012, 19:06

Nach Innsbruck gibt's aber Regionalexpresse. Die Halte in Ötztal und Imst könnte man locker streichen. Ein REX braucht bis Landeck gerade einmal 12 Minuten länger. Dafür könnte man die Halte in St. Anton, Langen und Bludenz vereinheitlichen – jeder Zug bleibt woanders stehen.

Die Fahrplanabteilung gehört übrigens meiner Meinung nach so lange abgewatscht bis sie das Wort Taktverkehr verstanden und umgesetzt haben – und zwar kompromißlos. Dann klappt's auch mit den Zugverbindungen.

Hafniumcarbid
00
27.2.2012, 20:37
"Ein REX braucht bis Landeck gerade einmal 12 Minuten länger."

Tja, und der Railjet braucht halt auch ein paar Minuten länger, so what. Man könnte auch sämtliche Railjets ab Innsbruck streichen, müssen halt alle die weiter fahren wollen mit Regionalingern weiter - nichts wesentlich anderes ist der Railjet in Vorarlberg. Aber wozu, wenn das der Railjet genauso übernehmen kann.

NorthAce
00
28.2.2012, 09:39

Nein, es ist ein wesentlicher Unterschied, ob ein Schnellzug die letzten Kilometer vor dem Zielbahnhof regionale Verteilungsfunktion hat oder ob er die ganze Strecke über an jedem Hühnerstall hält. Ein Zug von Wien nach Zürich soll nicht den Tiroler (Salzburger, oberösterreichischen...) Nahverkehr übernehmen, seine primäre Aufgabe ist es Personen rasch zwischen den Ballungszentren zu bewegen. Ein Zug von Wien nach Bregenz kann ohneweiters in Dornbirn auch halten, genauso wie in Hütteldorf. Wichtig ist aber auf jeden Fall, daß an den Knotenbahnhöfen Anschlüsse auf einen feinverteilenden Regionalverkehr gegeben sind. Und das geht eben nur mit einem konsequent umgesetzten integrierten Taktverkehr wie in der Schweiz.

datum abgelaufen, ware in ordnung
02

bitte keine zusätzlichen railjet-stops. 4 1/2 stunden innsbruck-wien sind lange genug, wer wirklich in eines der seitentäler will kann jederzeit in innsbruck bzw salzburg in den ic umsteigen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 67
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.