Lehrer Lendl und Musterschüler Murray

8. Jänner 2012, 17:27

Das Tennis hat ein neues Traumduo. Der legendäre Ivan Lendl trainiert Andy Murray. Die Zusammen­arbeit begann mit dem Titel in Brisbane

Brisbane - Ivan Lendl, dem einst nachgesagt wurde, er lache nur unter Folter (wochenlanges Kitzeln!), saß in Brisbane in der Box von Andy Murray. Und lächelte zwanglos. Vor ein paar Tagen hatten die beiden beschlossen, den Tennissport künftig gemeinsam zu betreiben, der gebürtige Tscheche Lendl als Trainer, der Schotte Murray als Ausführender. Und es scheint sich auszuzahlen. Der 24-jährige Murray, der endlich ein Grand-Slam-Turnier gewinnen möchte (Lendl buchte acht Erfolge dieser Art, nur Wimbledon blieb ihm verwehrt), fertigte im Finale den Ukrainer Alexander Dolgopolow 6:1, 6:3 ab. Brisbane ist ein Vorbereitungsturnier auf die Australian Open, sie beginnen in einer Woche weiter südlich in Melbourne. Murray lobte nach seinem 22. ATP-Titel Lendl: "Ich habe es wirklich genossen, es hat Spaß gemacht. Er wird mir helfen, meine Träume zu erfüllen. Er bringt das nötige Wissen mit."

Eine Frage der Fitness

Der mittlerweile 51-jährige Lendl ("Andy ist ein unglaubliches Talent, er hört zu, ist wissbegierig") galt als der fitteste Spieler, sein diesbezüglicher Nachfolger war Thomas Muster. Aber der ist Murray nicht eingefallen. Die erste Woche der Tennissaison war trotz Murray geprägt von Verletzungen und Aufgaben, die Physiotherapeuten waren überbeschäftigt, auch Dolgopolow wurde mehrmals behandelt.

Derzeit sind unter anderem die amtierende Australian-Open-Siegerin Kim Clijsters (Hüfte), die einstige Weltranglistenerste Serena Williams (Knöchel) und Grand-Slam-Rekordgewinner Roger Federer angeschlagen. Als Erste gab die verletzungsgeplagte Belgierin Clijsters Entwarnung. "Ich habe so etwas wie ein Okay-Gefühl." Williams schwankt noch zwischen Pessimismus und Optimismus. "Ich tue alles für die Heilung."

Powertennis

Der 30-jährige Federer konnte in Doha wegen Rückenproblemen zum Halbfinale gegen den späteren Sieger Jo-Wilfried Tsonga nicht antreten. "Ich wollte keine weiteren Risiken eingehen. Man muss Prioritäten setzen, auf den Körper hören. Mit einer Pause und der richtigen Behandlung denke ich, dass ich mich in ein paar Tagen wieder viel besser fühle."

Für die Topspieler ist die enorme Entwicklung des Spiels hin zum Powertennis ein Hauptgrund für die zunehmende Zahl an Verletzungen. "Deshalb werden wir irgendwann auch früher unsere Karriere beenden als die Spieler vor unserer Zeit", sagte Rafael Nadal. Er nimmt sich den Februar übrigens frei, steht Spaniens Daviscupteam bei der angestrebten Titelverteidigung nicht zur Verfügung. "Das wäre zu viel. Dabei bin ich erst 25 Jahre alt."

Der Weltranglistenvierte Murray ist sogar überzeugt, dass Tennis inzwischen "eine der physisch anspruchsvollsten Sportarten" ist. "Aber Lendl sagt, dass man darüber nicht jammern soll." (red, DER STANDARD Printausgabe, 9. Jänner 2012)

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15 Postings

irgendwie würde es mich interessieren, was so "beratervertrag" wert ist. halbe million, eine million dollar?? hat jemand eine ahnung, was tennis coaches für top 10, top 50 spieler bekommen??

Wird Verhandlungssache sein, aber billig ist der große Ivan sicher nicht zu haben. Glaube auch, daß er mindestens 500 000 Euro pro Saison kassiert.

hoffentlich kann der Roger in Australien beschwerdefrei antreten...

Melzi im Single = Fail 2012

laola1 titelt, dass Melzer bei den AO gesetzt ist

ich sage, dass ihn dieser Umstand nicht vor einer weiteren Erstrundenniederlage schützen wird.

Das ist kein Melzer-Bashing, das ist purer Realismus. Der spielt einfach wahnsinnig schlecht derzeit.

Ja, weiß Gott was der Melzer im Einzel zusammenpfuscht. Irgendwie taugt ihm das Doppel eben doch mehr. Da hat er einen zweiten und sie motivieren sich gegenseitig. Im Einzel muss er sich selbst motivieren können, wenns im Match nicht so gut läuft. Das klappt einfach nicht. Es fehlt eben beim Melzer an der Sicherheit und Selbstverständlichkeit, denn er traut sich nicht voll an die Linien zu gehen. Er müsste wieder mal ein, zwei richtig gute Turniere schaffen, dann geht ihm vielleicht der Knoten wieder auf.

gut analysiert. grün von mir.

da hab ich doch glatt den dazugehörigen Artikel auf der standard-Seite übersehen!

Im heutigen "Kurier" bezweifelt man, ob Federer bei den AO überhaupt antreten wird können:

http://kurier.at/sport/spo... -droht.php

scheint wohl endgültig vom tisch zu sein, nachdem federer in facebook ein foto vom training in melbourne gepostet hat ;)

Wenn Sie die Kurier-Berichterstattung genauer verfolgen, dann fällt Ihnen sicherlich schnell auf das dort entweder der Captian, die Pariser Tennisanlage oder der Tränenfetischist arbeiten.

Oder einfach ein Nadalfanboy ;)

roger wird sicher antreten! die aufgabe war bestimmt mehr eine vorsichtsmaßnahme um nichts zu riskieren.

schließlich versteht er es besser als so mancher konkurrent mit den kräften hauszuhalten, rechtzeitig ein paar gänge runterzuschalten, um für die majors vollfit zu sein.

nicht sehr wahrscheinlich...

ist aber alles noch eher vorstellbar als ein GS-Turnier ohne Federer ;-)

"Aber der ist Murray nicht eingefallen."
bei allem respekt vor den leistungen des th. muster, aber lendl steht doch wohl eine klasse höher.

das war, denk ich, nicht ganz ernst gemeint. ;)

wenn lendl jetzt auch noch ein guter coach ist, passt er perfekt:
- intelligenter, akribischer tüftler
- auch er hat seine ersten 3 major-finali verloren
- dann aber doch noch 8 GS-titel geholt
...weiß also genau, wo er ansetzten muss bzw. kann sich perfekt in die lage von murray hineinversetzen.

bitte nicht vergessen lieber standard:

M.Raonic hat in einem Marathon-Match Channai gewonnen (6:7 7:6 7:6 vs. Tipsarevic) und im gesamten Turnier kein (!) Aufschlaggame abgegeben. Das hat seit Fed 2008 in Halle niemand mehr geschafft.

http://www.atpworldtour.com/News/Tenn... revic.aspx

Ein gefährlicher Aussenseiter für die AO...

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